Maskenzüge.
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Für Wissenschaft und Kunst und Handwerk dankenDie Völker, sonst von allem abgewandt;
Wetteifernd überträgt Bezirk Bezirken
Kraft, Stärke, Reichthum, Schönheit, edles Wirken.
Turandot.
Alt 0 UM (spricht).
Vom seinen Osten, ja vom fernsten her - , .
Zeigt sich Altoum, ein Monarch der Bühne;
Die Fabel hat ihn auf den Thron gesetzt,
Mit manchem Prunk und Herrlichkeit begabt,
Doch herrlicher als Krön' und Scepter glänztAn seiner Seite Tochter Turandot.
Zwar sagt man von der Jungfran'n schönem Chor,
Die Herzen sämmtlich seyen räthselhaft;
Doch dieser hat ein höchst subtiler GeistSo viele Räthsel in den Kopf gesetzt,
Daß mancher Freier scheiternd unterging.
Auch hat sie mich, das will ich gern gestehen,
Zur langen Reise eigentlich genöthigt;
Und weil ich ihr doch nichts versagen kann,
So führt' ich sie in ihrem Stolz herein.
Manch Räthsel hatte sie sich ausgedacht,
Den Geist zu prüfen dieses großen Hofs;
Doch sie verstummt und raunt mir nur in's Ohr:
Am Ende sey sie ihrer ganzen Kunst.
Denn wie Ihr schon die Träume wahr gemacht,
So löstet Ihr auch jedes Räthsel auf.
Und welches Wort sie immer sucht und wählt,
In Redeknoten listig zu verstricken:
Zum Beispiel Majestät und häuslich Wohl,
Thron und Verdienst und rein verbreitet Glück,Das alles findet sie vor Augen klar.
Sie giebt sich überwunden. Freundlich reichtSie dem Bewerber Kalaf Herz und Hand,
Befreundet mit Adelma, mir gehorsam.
Und so ist auch mein letzter Wunsch erfüllt,
Wie tausend Wünsche heut befriedigt wogen:
Wir ziehen gern, wenn auch besiegt, hinweg.
Da ich denn aber, wie ich eben sehe,
Der Letzte bin, laßt für die Vorderleute
Ein freundlich Wort mich sprechen! Wenn ich nämlich
Dieß kleine Volk als Masken Präsentire,
So spricht sich's aus, das war ein Maskenzug.
Doch wie den Kleinen unter LarvenmummungEin kindlich Herz der lieben Mutter schlägt,
So danken alle wir dem Tag des Glücks,
Der uns vergönnte dieß Gefühl zu theilen.
Die Tochter mahnt mich, nicht zu viel zu reden,
Und sie hat Recht! Das Alter hört sich gern,
Und wenn es auch nicht viel zu sagen hat.
Wie soll ich hier als nur gezwungen schweigen,
Wo gränzenloser Stoff die Rede nährt!
Wo — Nun ich gehe ja! — Sie mag es büßen,Wenn ich weit eher, als ich wollte, schwieg.
Epilog.
Sie 2lmc.
Wenn der Jlme Bach bescheiden,Schlängelnd still im Thale fließt,Ueberdeckt von Zweig und Weiden,Halbversteckt sich weiter gießt,
Hört er öftermal die FlöteSeiner Dichter treu und gut,
Wenn der Glanz der MorgenrötheAuf der sanften Woge ruht.
Vieles ist an mir entsprungen,Manches ward Euch dargebracht,Und so ist es mir gelungen,
Daß mau mich zum Flusse macht.Will ein Reisender mich sehen,
Wie die Donau, wie den Rhein,Ich verstecke mich, lass' ihn gehen;Denn ich bin doch gar zu klein.
Heute doch von tausend FlammenGlänzt die Fläche bis zum Grund,Heute nehm' ich mich zusammen,Oeffne den verschämten Mund,Sonne mich im Jubelsaale,
Spiegle Bilder Blick für Blick,
Und als Fluß zum erstenmaleGeb' ich mich dem Thal zurück.
Der Dag in Begleitung von Pallas und Mio fuhrtWissenschaften und Künste vor.
Aurora, Epos und Tragödie empfangen sie
Tag.
Heil, o Schwestern, dem Bemühen,
Wie ihr eure Pflicht gethan!
Was die Dichtkunst euch verliehen,
Führtet ihr mit Lust heran.
Nun mag sich Kunst und Wissenschaft erholen,Darstellen, wie sie sich zum Bild entwarf.
Die Dichtkunst habt ihr wohl empfohlen,
Die es doch weniger bedarf.
Denn sie bricht, gleich einer Quelle,
Felsen durch, wo's ihr gefällt,
Und versendet ihre WelleBerghinab in alle Welt.