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Die unsichtbare Loge.
blos diesen Sektor hinaus und rühre mich mitdem kommenden Gemälde eurer ehelichen Pila-ius, das ich deswegen hieher trage— wie nämlichder dümmste Mann sich für klüger hält als dieklügste Ehefrau; wie diese vor ihm. der vielleichtaußer dem Haus vor einer Göttin oder Götzinauf den Knieen liegt, um beglückt zu werden,gleich dem Kameele auf die ihrigen sinken mußum befrachtet zu werden; wie er seine Reichs-kammergericht-Erkenntnisse und seine Plebiszitanach den sanftesten, nur mit zweifelhafter Stimmewie verloren gewagten Gegengründen mit nichtsversüßet als mit einem "wenn ichs nun aber sohaben will;" wie eben die Thräne, die ihn bezau-berte im freien Auge der Braut, ihn entzaubertund ganz toll macht, wenn sie aus dem ankopu-lierten fällt, so wie in den arabischen Mährchenalle Bezauberungen und Entzauberungen durchBesprengen mit Wasser geschehen — wahrhaftigdas einzige Gute ist coch dies. daß ihr ihn rechtbetrügt. Ach! und wenn ich mir erst denke. wieweit ein solcher Ehe-Petz gegangen sein muß, bisihr so weit ginget, daß ihr. um nicht von ihm ge-fressen zu werde», euch (wie man auch bei denWaldbären thut) gar ohnmächtig anstellet; undder Petz schritt mit seinen müßigen Tatzen um dieScheintodte herum!. ...
"Zu meinem Alter soll das Einbein schon an-ders pfeifen!" sagt der verheirathete Leser; alleinich bin selber schon neun Jahre älter als er, undnoch dazu unverheirathet.
Zweiter Sektor oder Ausschnitt.
Ihnen-prriskouraut des Ihnen-Grossircrs —derüestheclcr und Idelbrics.
Es gibt in der ganzen entdeckten Welt keineverdammtere Arbeit als einen ersten Sektor zuschreiben; und dürft' ich in meinem Leben keineandern Sektvres schreiben, keinen zweiten. zehn-ten, tausendsten, so wollt' ich lieber Logarithmenoder publizistische Kreisrelazionen machen als einBuch mit ästhetischen. Hingegen im zweiten Ka-pitel und Sektor kommt ein Autor wieder zu sichund weiß recht gut im vornehmsten ttercto denes vielleicht gibt. (Knäsen sitzen in meinem), waser mit seinen schreibenden Händen anfangen sollund mit seinem Hute, Kopfe, Witz, Tiefsinn undmit allem.
Da ich durch das Ehepaar, von dessen Verlo-bung durch Schach und Katze wir sämmtlichzurückkommen, mir in neun Monaten den Heldendieses Buchs abliefern lasse: so muß ich vorherzeigen, daß ich nicht unbesonnen in den Taghineinkaufe, sondern meine Waare (d. i. meinenHelden) aus einem recht guten Hause, um kauf-männisch zu reden, oder aus einem recht alten,um heraldisch zu sprechen, ausnehme. Denn derreichsfreien Ritterschaft, den Landsaffen und den
Patriziern muß es hier oder nirgends gesagt undbewiesen werden, daß mein Helteulieferant, Herrvon Falkenberg. von älterem Adel ist wie sie alle;und zwar von unächtem.
Nämlich Anno 1625 war Maria Empfängniß.wo sein Urgroßvater sich ungemein besoff unddennoch aus dem Glücktopfe die volle Hand mitetwas außerordentlichem herausbrachte, mit einemzweiten Adeldiplom. Denn es trank mit ihm.aber siebenmal stärker, ein gescheiter Roßtäuscheraus Westphalen. auch ein Herr von Falkenberg.aber nur ein Namenvetter ; ihre beiden Stamm-bäume bestreikten und anastvmasicrten sich wederin Wurzelfäserchen, noch in Blättern. Ob nungleich der Sippschaftbaum des Westphälingers so altund lang im Winde und Wetter des Lebensdagestanden war, daß er mit manchem Veteranenauf den Bergen Libanon und Aetna zugleich ausder Erde vorgeschossen zu sein schien, kurz, obgleichder Roßhändler vier und sechzig-schildig war,indeß der Urgroßvater zu seiner größten Schandeund zu dessen seiner, der ihn in seinen Romanmit hineinnimmt, wirklich sowohl Zähne alsAhnen mehr nicht zählte als zwei und dreißig: sowarS doch noch zu machen. Der alte Westphalewar nämlich der «tammhalter und die Schluß-vignette und das hvgartische Schwanzstück seinesganzen historischen Bildersaals; nicht einmal inbeiden Indien, wo wir alle unsre Vettern habe»und erben, hatt' er noch einen. Darauf fußte derUrgroßvater, der ihm sein Adeldiplvm abzuflachenund abzubetteln suchte, um eS für sein eignesauszugeben: »Denn wer Teufel weiß eS , sagteer. dir hilft es nichts und ich heft' eS an meines.»Ja der Ahnen - Cvmpilator. der Urgroßvater,wollte christlich handeln und bot dem Roß - undAhuentäuscher für den Brief einen unnatürlichschönen Bescheeler an, einen solchen Großsultanund Ehevogt eines benachbarten Roß - Haremswie man noch wenige gesehen. Aber derStammhalter drehte langsam den Kopf hinund her und sagte kalt, ich mag nicht und trankZerbsier Flaschenbier. Da er ein Paar Gläservon Quedlinburger Gose blos versucht hatte, finger schon an. über das Ansinnen zu fluchen und zuwettern; was schon etwas versprach. Da er et-was Königslutterischen Dückstein, denk' ich, daraufgesetzt hatte (denn Falkenberg hatte einen ganzenMowouainin cte oei-svkü!,. nämlich seine Biere,auf dem Lager): so ging er gar mit einigenGründen seines Abschlagens hervor und die Hoff-nung wuchs sehr.
Als er endlich den Breslauer Scheps im Glaseoder in seinem Kopfe so schön milchen fand: so be-fahl er, das Luder von einem elenden Bescheeler
in den Hof zu führen-und da er ihn etwa
zwei oder dreimal mochte haben springen sehen:so gab er dem Urgroßvater die Hand und zugleichdie hundert acht und zwanzig Ahnen darin. Danun der Falkenbergische Urgroßvater das erkaufteAdelpatent, das einige Ahnenfolgen tausendschildi-ger Motten fast aufgekäuet hatten, mit einemPflasterspatel, weil es porös wie ein Schmetter-lingfittich war. auf neues Pergament aufstrichund aufpappte, Buchbinderkleister aber vorher: sothat, kann man leicht denken, das VnH»'n«ink