Band 
I.
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Die unsichtbare Loge.

Rücken kes Schlosses sing sich der englische Gar-ten mit einem französischen an, den die Fürstinstehen lassen, um den Kontrast zu benutzen oderum den zu vermeiden, in welchen sich ein brillan-tierter Gala-Pallasi neben die patriarchaliche Na-tur im Schäferklsids postiert. Wer nicht vor denbeiden Schlössern vorbei wollte, konnte durch einFichlenwälLchen in den Park gelangen und vorherin eins Klausners!, Lären Vater der alte Fürstund sein Favorit-Kammerherr gewesen waren.Beide waren in ihrem Leben nicht einen halbenTag allein gewesen, außer wenn sie sich auf einerJagd oder sonst verirrten; — daher wollten siedoch allein sein und setzten deswegen ( was frag-ten sie darnach, daß sie ein Plagiat und einenNachdruck der vorigen Baireuther Eremitage ver-anstalteten?) neun Häuserchen aufs Papier, nach-her auf den Tisch und endlich auf die Erde, odervielmehr neun bemooste Klafter Holz. In diesenausgehöhlten Vexier - Klaftern steckte sinesischcsRmeublement Gold und ein lebendiger Hofmann,wie man etwa in lebendigen Baumstämmen aufeine lebendige Kröte mit Ersiannen stößet, weilman nicht sieht, wo ihr Loch ist. Die Klafter um-rangen eins Klause, die man — weil am ganzenHof keine Seele zu einem lebendigen EinsiedlerAnsatz hatte— einem hölzernen anvertrauete, derstill und mit Verstand darin saß und 10 viel medi-tierte und bedachte als einem solchen Manne mö-glich ist. Man hatte den Anachvreten aus derScheeranischen Schutbibliothek mit einigen aszeti-chen Werken versehen, die für ihn recht paßten undihn zu einer Abtödtung des Fleisches ermähnten,die er schon hatte. Die Großen oder Größten wer-ten entweder repräsentiert oder repräsentieren sel-ber; aber sie sind selten etwas. Anders müssen fürsie essen, schreiben, genießen, lieben, siegen, und sieselberthun es wieder für andre; daher ist es einGlück, daß sie, da sie zum Genuß einer Einsiedeleikeine eigne Seele haben und keine fremde finden,doch hölzerne Geschäftkräger, welche die Einsiedeleifür sie genießen, bei Drechslern auftreiben; aberich wünschte nur, die Großen, die nie mehrLangweile erleiden als bei ihrer Kurzweile, ließenauch vor ihre Parks, vor ihre Orchester, ihreBibliotheken und ihre Kinderstuben solche festeund unbelebte Geschäft - und -Himmclträger oderGenuß - ttui-uw-rss adLc-ittis und Schömvettsr-ableiter machen und hinstellen, entweder in Steingehauen oder blos in Wachs bossiert!

In die Decke der Klause sollte (wie an derDecks der Grotte beim Kloster S. Felicita ) hin-längliche Baufälligkeit, sechs Ritzen und ein PaarEidcxsn die daraus fallen, eingemalct werden.Der Maler war auch schon aus Reisen, bliebaber so lange darauf und aus, daß sich die Sachezuletzt selber hinauf malte und gleich offnen Men-schen nichts war, als was sie schien. Allein als diekünstliche Einsiedelei sich zu einer natürlichen ver-edelt hatte, war sie längst von allen vergessen.Ich halt' es daher mehr für Persiflage als fürreine Wahrheit, daß der Kammerherr — wie soviele Oberscheeraner sagten — Holzwürmer hättezusammensangen und in den Stuhl des Eremitenimpfen lassen, damit die Thiere statt der Haar-sägen und Trennmesser daran arbeiteten und den

Sessel früher antik machten — wahrhaftig dasGewürm beißet jctzo Stuhl und Mönch um! Rochlächerlicher istS, wenn man einem vernünftigenMann weiß machen will, anfangs hätte der ar-chitektonische Kammerherr ein künstlich laufendesRäderwerk wit einem Mausfell konvertiert undpapillotieret / damit die Kunst - Eidexs oben, eineKorrespondenz-Maus unten hätte Und so fürSymmetrie hinten und vorn gesorgt wäre, her-nach hätte der Herr sich der Natur genähert undüber ein? lebcükige rennende Maus ein künstlicheszweites Mausfell als tleberrvck und Frack gezogen,damit Natur und Kunst in einander stecken—lächerlich! Mäuse fahren zwar stets um denEinsiedler herum, aber sicher nur in Einer Un-terzieh - Haut... .

Unsere zwei Freunde sind weit von uns undschon im sogenannten langen Abendthal desParks, durch welches aus der untergehendenSonne ein schwebender Goldsirvm fiel. Am west-lichen sanft erhöhten Ende des Thales schiene» diezerstreuten Bäume auf der zerrinnenden Sonnezu grünen: am östlichen sah man über die Fort-setzung des Parks hinüber bis ans glühendeSchloß, auf dessen Scheiben sich die Sonne unddas Abend - Feuerwerk verdoppelten. Hier sahdie alte Fürstin allemal den ersten Untergang derSonne; dann hob sie ein sanft aufgewundnerWeg auf das hohe Gestade dieses Thals, wo derTag noch in seinem Sterben war und noch ein-mal mit dem brechenden Sonnen - Auge väterlichden großen Kinderkreis anblickte, bis ihm seineNacht das Auge zudrückte und diese in ihren müt-terlichen Schovß die verlassene Erde nahm.

Gustav und Aniandns! hier versöhnet Euchnoch einmal — der rothe Sonnsurand steht schonaus dem Rande der Erde — das Wasser und dasLeben rinnen fort und stocken unten im Grabe —nehmet euch an den Händen, wenn Ihr auf daszerstörte Ruhestatt* hinüberschanet und aufseine stehende Kirche, das Bild der unglücklichenTugend — oder wenn Ihr auf die B lumeni Il-se ln blickt, wo jede Blume auf ihrem grünenWelttheilchen einsam zittert und ihr kein Ver-wandter entgegenschwankt als ihr gemalterSchatten im Wasser — drückt euch die Hände;wenn Euere Augen fallen auf das Schatten-reich, wo heute Licht und Schatten wie Lebenund Schlafen »eben einander und in einander

» Dicke wenigen Particcn beschreib' ich nur kurz -Ruhe-statt ist ein abgebranntes Dorf mit stehender Kirche, diebeide bleiben muhten wie sie waren, nachdem die Fürstinden Einwohnern Map und alles, eine Viertelstunde davonmit den größten Kosten und durch Hülfe des Hr. von Ollo-niar, dem es gehört und der noch nicht da ist, vergütet hatte.— Die Blume »inscln stnd einzelne abgesonderteRascncrhöhungcn in einem Teiche, jede mit Einer andernBlume geputzt. — Das Schattenreich besteht tu ei-nem mannichfaltigcn Schattcn-Gegitler und Gelüste, durchgroßes und kleines Laubwerk, durch Neste und Gitlerwcrk,durch Büsche und Bäume verschieden auf den Grund vonKies, Gras oder Wasser gemalt. Sie hatte die tiefsten unddie hellsten Schattcnparticcn angelegt, einige für den abneh-menden Mond, andre für das Abendrot». — Das stummeKabinct war ein schlechtes Häuschen mit zwei entge-gengesetzten Thüren, über deren jeder ein Flor hing und diedurchaus keine Hand ausschließen durfte als die der Fürstin.Noch jetzo weiß man nicht, was darin ist, aber die Flore stndzerstörst