Band 
I.
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Die unsichtbare Loge.

den ersten schon bezahlt? Hatt' er nicht dasbraune Nektangulum schon in der Tasche lind wardamit schon bis auf eine Stunde vor Anenthalund vor dem Adjudikaziontermin gereiset? Jawurde die süße Votiv-Tafel nicht alle Vier-telstunde aus der Tasche gehoben, um zu sehen, obsie noch viereckig sei? Dies war eben das Unglück;denn bei diesem Beweis durch Augenschein, dener führte , brach er immer wenige und unbedeu-tende Mandeln auS dem Kuchen: — dergleichenthat er öfters — darauf machte er sich (statt andie Quadratur des Zirkels) an das Problem, dengevierten Zirkel wieder rein herzustellen und bißsauber die vier rechten Winkel ab und machte einAcht-Eck, ein Serbzehn-Eck — denn ein Zirkel istein unendliches Viel-Eck — darauf war nach die-sen mathematischen Ausarbeitungen das Viel-Eckvor keinem Mädchen mehr zu „reduzieren — dar-auf that Wuz einen Sprung und sagte: --ach! ichfresst ihn selber» und heraus war der Seufzer undhinein die geometrischsFigur. — Es werden wenigeschottische Meister, akademische Senate und Ma-gisiranden leben, denen nicht ein wahrer Gefallengeschähe, wenn man ihnen zu hören gäbe, durchwelchen Maschinen-Gott sich Wuz aus der Sachs

zog-durch einen zweiten Pfefferkuchen that

ers, den er allemal als einen Wand- und Taschen-Nachbar des ersten mit einsteckte. Indem er deneinen aß, landete der andre ohne Läsionen an,weil er mit dem Zwilling wie mit Brandmauerund Krouwache den andern beschützte. Das abersah er in der Folge selber ein, daß er — umnicht einen bloßen Torso oder Atom nach Auenthalzu transportieren—dieKrontrnppen oder Pfeffer-kuchen von Woche zu Woche vermehren müsse.'

Er wäre Primaner geworden, wäre NichtseinVater aus unserm Planeten in einen andern oderin einen Trabanten gerückt. Daher dacht' er, dieMsliorazion seines Vaters nachzumachen undwollte von der Sekundanerbank auf den Lehrstuhlrutschen. Der Kirchenpatron, Herr von Ebern,drängte sich zwischen beide Gerüsts und hielt seinenausgedienten Koch an der Hand, um ihn in einAmt einzusetzen, den, er gewachsen war, weil es indiesem eben so gut wie in seinem vorigen, Span-ferkel * todt zu peitschen und zu appretieren, ob-wohl nicht zu essen gab. Ich hab' es schon in derRevision des Schulwesens in einer Note erinnertund H. Gedikens Beifall davon getragen, daß injedem Baiierjungen ein unausgewachsener Schul-meister stecke, der von ein Paar Kirchenjahrengroß zu paraphrasieren sei — daß nicht blos dasalte Rom Welt-Kvnsule, sondern auch heutigeDörfer Schul-Kvnsule von, Pfluge und aus derFurche ziehen könnten — daß man eben so gut vonLeuten seines Standes hier un terri chtet als inEngland gerichtet werden könne, und daß ge-rate der, dem jeder das meiste Seidile verdanke,ihm am ähnlichsten sei, nämlich jeder selber —daß wenn eine ganze Stadt (Norcia an dem ap-psnninischen Gebirg ) , nur von vier ungelehrtenMagistratgliedern (Ali Hunti-i iMteimti) sich be-herrschen lassen will, doch eine Dorfjugend von

° Die bekanntlich besser schmecken, wenn ma n sie mit Ru-thcnstreichen tobtet.

einem einzigen ungelehrten Mann werde zu re-gieren und zu prügeln sein — und daß man nurbedenken möchte, was ich vben im Texte sagte.Da hier die Note selber der Text ist; so will ichnur sagen, daß ich sagte : eins Dorfschule sei hin-länglich besetzt. Es ist da t) der Gyinnasiarchoder Pastor, der von Winter zu Winter den Prie-sterrock umhängt und daS SchulhauS besucht underschreckt — 2 ) steht in der Stube das Rektorat,Konrektorat und Subrektorat, daS der Schulhalterallein ausmacht — 3) als Lehrer der untern Klaffensind darin angestellt die Schulmeistert, der, wennirgend einem Menschen , die Kallipädie der Töch-terschule anvertrauet werden kann, ihr Sohn alsTerzius und Lümmel zugleich, dem seine Zöglingeallerhand legieren und spendieren müssen, damiter sie ihre Lekzion nicht aufsagen lässet, und der,wenn der Regent nicht zu Hause ist, oft dasNeichsvikariat des ganzen protestantischen Schul-kreisss auf den Achseln hat — a) endlich ein ganzesRaupsnnest Kollaboratores, nämlich Schuljungenselber, weil daselbst, wie im hallichen Waisen-hause, die Schüler der obern Klaffe schon zu Leh-rern der untern groß gewachsen sind. — Da manbisher aus so vielen Studierstuben heraus nachRealschulen schrie : so hörten es Gemeindenuns Schulhalter und thaten das Ihrige gern.Die Gemeinden lasen für ihre Lehrstühle lautersolche pädagogische Steiße aus, die schon auf We-ber-, Schneider-, Schuster-Schemeln seßhaft warenund von denen also etwas zu erwarten war

— und allerdings setzen solche Männer, indemsie vor dem aufmerksamen Instituts Röcke,Stiefel, Fischreusen und alles machen, dieNvminalschule leicht ^ in eine Realschule um,wo man Fabrikate kennen lernt. Der Schul-meister treibts noch weiter und sinnt Tag undNacht auf Real-Schulhalten; es gibt wenige Ar-beiten eines erwachsenen Hausvaters oder seinesGesindes, in denen er seine Dorf-Stoa nicht be-schäftigt und übt, und den ganzen Morgen siehtman das expedierende Seminarium hinaus undhinein jagen. Holz spalten und Wasser tragen u.s.w.,so daß er außer der Realschule fast gar keine andrehält und sich sein Bischen Brod sauer im Schweißeseines — Schulhauses verdient— Man brauchtmir nicht zu sagen, daß es auch schlechte und ver-säumte Landschulen gebe; genug wenn nur diegrößere Zahl alle die Vorzüge wirklich ausweiset,die ich ihr jetzt zugeschrieben.

Ich mag meine Fixstern-Abirrung mit keinemWort entschuldigen, das eine neue wäre. Herrvon Ebern hätte seinen Koch zum Schulmeister in-vestieret, wenn ein geschickter Nachfahrer desKochs wäre zu haben gewesen; es war aber keineraufzutreiben, und da der Gutsherr dachte, es seivielleicht gar eine Neuerung, wenn er die Kücheund die Schule durch Ei» Subjekt versehen ließe

— wiewohl vielmehr die Trennung und Verdopp-lung der Schul- und der Herrendiener eine vielgrößere und ältere war; — denn im neunten Sä-kulum mußte sogar der Pfarrer der Patronatkirchezugleich dem Kirchenschiff-Patron als Bedienteraufwarten und satteln rc. * und beide Aemter wur-

° Langens geüUiches Recht S. ba».