Band 
I.
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Hesperus.

der nach Abschälung dieses Einbands grün oderroth auf der bleichen Frucht erschien. Viktorfragte, als er bei einem k aus Tulpen vorüber-ging. seinen Flamin um die Bedeutung. "Warum--fragst du?" fragte dieser; und die nachkommen-de» gesprächigen Pfarrleute vertrieben die Ant-wort. — Ueber der Pfarrwiese stand (man setztenur über den Bach) ein Hügel, und darauf einalter Wartthurm, in dem nichts war als einsHolztreppe, wie oben darauf nichts als ein bret-terner Deckel statt des italiänischen Dachs; beideshatte der Kammerherr machen lassen, damit dieLeute — (er nicht; denn die Gefühllosigkeit derMagnaten arbeitet für das Gefühl der Minvri-ten) — sich droben ein wenig umschauen könnten.Man sah da die Schnulenorknung des Schöpfers,die Schweizerberge, stehen, und den Rhein mit sei-nen Schiffen ziehen. Am Thurm waren zwei vonder Natur in einander gewundne Lindenbäumehinaufgestiegen, um oben mit ihrem Gesträuche,das man zu einer grünen Nische ausgeholet undeiner Grasbank unterbauet hatte, zuweilen einengerührten Eiländer zu fächeln. DaS liebendePersonale erstieg die Zinne, und brachte in derländlichen Brust eine Ruhe mit,, die darin sanftden äußern stillen Himmel nachmalte, der dieseGuten mit seinen verhüllten Sonnen unizog.Noch eine Wolke glühte sich ab, aber sie zerstoß,ehe sie ausbrannte.

Jetzt konnten die SupplementbänLe der allge-meinen Welthisiorie von St. Lüns bequem nach-geliefert werden. Eymann konnte: seine Folio-bände si'nvsmiirum (Beschwerden) über dieKonsistorialräthe und Ratten einreichen. Aufeinmal wurde unten Agathe wie ihre H. Namen-base angerufen vvm Vlasbalgtreter loei, derDorfs Lehnlakei und Pfarrkutscher war. Wenneinige Autoren sagen, der Kutscher war blindund der Gaul taub : so kehren sie die Sache gradeum. Der Kerl war taub. Er hatte in seinemLivuedoii' lts Vönu» — das Schnupftuch ist beimPöbel die Brieftasche und der Briefumschlag, weilihm ein Brief so wichtig und selten ist wie einemRezensenten eu> guter — heute eine Briefschaftam Agathen ausgekundschaftet und ausgewickelt,die er gestern mit des Lords seiner hätte abgebensoffen. Aber Kutscher halten den Herrn nur fürdie Nebensonne und Nebenpartie deS Pferds, unddie Frau gar nur für ein Schmarotzergewächs deSStalls; daher bedeutet "Gleich!" bei ihnen einoder ein Paar Tags; und --morgen Vormittags"bedeutete auf dem Negeuspurger Ansagzettel derAbsiimmgegenstände ein oder ein Paar Jahre. —Agathe eilte lieber hinunter; hielt den Brief ge-gen die lichtere Abendgsgend, und entzifferte etwas,was sie mit funkelnden Augen im Galopp dieTreppe hinauftrug. --Sie kommt morgen! riefsie auf Flamin zu; denn sie schien in jedem ihrerFreunde beinahe nur den Gesellschafter und denFreund ihrer andern Freunde zu lieben. Klo-tilde (Le BautS einzige Tochter von der erstenFrau, der Nichte des Lords) ging aus dem Fräu-leiustift in Maien that, wo sie erzogen worden,zum Vater zurück.

--Nehmen Sie sich in Acht," sagte dieKaplanin,--sie ist sehr schön." —--Dann," sagt'er, "denk

"ich vielmehr darauf, mich nicht in Acht zu lieh."Men." — "Ueberhaupt (fuhr sie fort) sammelt sich"jetzt alles Schone um Sie (er wollte sie hier--durch einen schmeichelnden Blick verwirren und"abstrafen, aber vergeblich) "die italiänische Prin---zsssin kommt zu Johannis auch, und diese soll--so reizend sein, als wenn sie gar keine Prin-zessin wäre, sondern nur eine Jtaliänerin."Sie that hier den meisten Prinzessinnen Unrecht;aber eine gewisse Ironie über ihr eignes Geschlechtwar der einzige Fehler der Kaplanin, für die eswie für mehre Mütter beinahe keine Stiefsöhneund beinahe nichts als Stieftöchter gab. Er er-widerte, er hoffe, daß noch wenige Prinzessinnen,selbst in Amerika, getraut worden, in die er sichnicht vollständig verschossen hätte — und das blosaus Mitleid mit so einem armen zarten Thierchenoder Wappsnkhiers, das unter die Tiegelpresseund dann auf die Verträge gedruckt werde, wel-che oft die einzigen Kinder dieser Ehen wären —"die jungen Landesmütter stehen wahrlich wie"Bienenmütter in ihrem Weiselgefängniß feil, und--passen ab, in welchen Korb sie der Landes- oder"Bienenvater noch Heuer verhandle."

Eins Frau kannS von einem Mann, den siehochachtet, gar nicht begreifen, daß er sich ver-liebt, wenns nicht in sie ist, und sie kanns kaumerwarten, bis sie seine Geliebte zu Gesichte be-kömmt — eben so erpicht ist sie auf dieses MannesMan ier in seiner Liebe, ob sie nämlich aus derniederländischen oder aus der französi-schen oder der italiänischen Schule sei. DieKaplanin fragte ihren vertraulichen Gast auchdarüber. --Wein Harem, sing er an, langt von--dieser Warte bis zum Kap und um die ganze--Erdkugel herum — Salvmo ist nur ein gelber--Strohwitwer gegen mich — ich habe sogar seine--Weiber darin, und von ker Eva an mit ihrem So-"doms Bvrsdvrfer Apfel bis zur neuesten Eva mit--einem Reichsapfel und bis zur Marquise mit ei-"»em bloßen Fruchtstück sind sie alle in meiner Haft--und Brust." Eins Frau entschuldigt die Achtungfür ihr Geschlecht damit, daß sie mit darin ist;die Weiber selber haben nicht einmal eine» B e -griff von den Eigenheiten ihres Geschlechts.--Was sagt aber die Favoritsultani» dazu?-- fragtedie Großinqnisitorili.

--Die?" — stockt' er weniger verlegen als indie Fülle aufblühender Träume versunken. „Frei-„lich die — „(fuhr er fort:) ich setze inzwischen„meinen Kopf zum Pfande, jeder Jüngling hat„zwei Perioden oder doch Minuten. In der er-„sten setzt er selber seinen Kopf zum Pfande, er„wolle lieber sein Herz in seinem Thorax oder„Oberleib verschimmeln lassen, und seinen pvxles„oder die Kniekehle erlahmen, als daß er beide„für eine andre Frau bewegte als für die allerbeste,„für einen wahren Engel, für eine ausge-machte Quinterne — er dringt durchaus aus„den höchsten Gewinnst aus dem Ehelvtlo, in der„ersten Periode nämlich — denn die zweite„kömmt auch, und hinterbringt ihm nur so viel,„die weibliche Quintsrne würde natürlich eine„männliche fordern, und falls er die wäre — "

„Ein dummer Auszug, eine Ambe bin ich, sag'„ich und lasse die Periode gar nicht ausreden;