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angehe, oder daß jemand früher aus der prosai-schen Wochen-Einkleidung in die poetische festlichewischen oder sich rubig neben einem Nachbar nie-derlassen könne — sondern, nach de«' Prozeßord-nung der Lust, muß jetzt alles hinauf, lssnab ren-nen— Apollonien, dieser Majorin «Ismus gehor-chen — die Bohnenstangen und Samendütenaus dem Gartenhause tragen — entpuppteSchmetterlinge daraus fächeln und aufgewachteBrummfliegen — das vorgeschossene Gezweig vonden Fenstern zurückbinden — die Orangerie, dieaus hundert Blüten eines Pomeranzenbaums be-stand, aus dem Psarrhause in die Garten-StraßeHerunterheben, desgleichen ein invalides Klavier,dessen Sangboden nicht so oft als sein Seitenbe-zug gesprungen war. . . Der ernst? Flamin wurdevom lärmenden Sebastian zu kiesen Haupt - undStaatsaktionen mit gezwungen, und zwischenihnen mußte in dieser Vorjagd der Freudedas gequälte Eymannische Gesicht arbeiten, andas Viktor die nöthigsten Ermahnungen hielt:„Herr Gevater, wir können nicht ernsthaft und»fleißig genug seyn — es kann von diesem Feste„noch an Orten gesprochen werden, wo es Einfluß„ hat —aber ein Mittelweg zwischen Fürstenpracht„und Belgischer Knauserei wird, denk' ich, das„vortheilhafteste Licht auf uns werfen."— ESging alles gut — sogar das Gewölk zerwarfsich — Klotilde wollte kommen — der Primasdes Festes, dem zu Ehren der Kirchgang war, derkleine Sechswöchner, memorierte laut an seinerRolle, die er nach fünf Uhr zu mache» hatte, unddie, wie bei mehren Helden von Festlichkeiten, innichts bestehen sollte, als in Schlafen-
Das Memorieren bestand darin, daß er in ei-nem fort wachte und schrie nach dem Busen, indem der Schöpfer ihm das erste Manna in derLebenswüste bereit gelegt. Aber nicht eher alsum fünf Uhr stillte die Mutter ihn mit dem müt-terlichen Schlaftrunk, und ließ den kleinen Spre-cher Kehldeckel und Augendeckel mit einanderschließen. Anfangs hätt' ichs beinahe — aus Ach-tung gegen die Pfarrer«» — unterdrückt, daß siesäugte, und so, gleichsam wie ein Wallfisch nochunter die Säugethiere gehörig, an ihrem Bu-sen ein andres Kind ernährte, als den Amor;aber ich schmeichelte mir nachher, eine Person, dieweder eine Theater- noch eine Kronprinzessin ist,werde nicht so strenge als andre beurtheilt wer-den, wenn sie Kinder hat oder Milch. . . .
Eh ich sage, daß Klotilde kam will ich sie, da sieacht Wohnungen hat — wiewohl mancher Magnat,der sechzehn adelige Wohnungen besitzt, doch noch einesiebzehnte gemauerte sucht, wo er schläft—ein wenigentschuldigen, daß sie in eine bürgerliche ging; eskömmt ihr aber in der That nichts zu statten, alsdaß sie auf dem Lande war, wo oft das ältesteBlut keinen bessern Umgang habhaft wird alsbürgerlichen, wenns nicht etwan Vieh ist, dasauch einige nicht unkluge Kavaliere wirklich vor-ziehen. ...
Es schlägt fünf Uhr — die Schönste tritt her-ein — der Mond hängt wie ein weißes Blüten-blatt aus dem Himmel auf sie herab - dasfreudige schuldlose Blut in St. Linie steigt wie dieFlut unter ihm auf — alles ist umgekleidet... -
erus.
Aber das sechste Kapitel ist aus....
— Und da der Spitz mit dem siebenten noch nichtda ist: so können ich und der Leser ein vernünfti-ges Wort mit einander reden. Ich gestehe, erschätzt mich und mein Thun lange, er sieht ein,alles ist im schönsten biographischen Gange, derHund, meine Wenigkeit und die Helden dieserHundtage. — Ich habe auch nie abgeläugnet, daßer immer mehr von dem Glanz und Blitze dieserFußgeburt werde geblendet werden; da ich so sehrdaran wichse, reibe und bohne, mehr als aneinem Menschenstiefel oder militärischen Roßhufin Berlin. — Ja ich brauche aus keiner Tasse vollKaffeesatz es mir erst wahrsagen zu lassen, (dennich erseh' es schon aus der menschlichen Naturund aus dem Kaffee, den ich trinke,) daß das nochdas Geringste ist, und Laß die eigentliche Lese-wuth den guten Sckelm erst dann befallen wird,wenn in diesem Werke, woran wie in der Basse-liffe zwei Arbeiter auf Einem Stuhle seßhaft we-ben, die historischen Figuren dieser Baffeliffesammt ihrer Gruppierung von dem Fußballen bis
zur Wirbelnaht hervorsteigen werden-Jetzt
ist ja kaum noch eine Ferse, ein Schienbein, einStrumpf fertig gewürkt. . .
Aber wenn zwanzig bis dreißig Ellen amWerke werden abgewvben sein; dann können ichund mein Beisitzer das erwarte», was ich hierschildern will: des Teufels völlig wird der Lesersein mit Eilen — einen Hundpositag hinauszu-bringen, lässet er sechs Schüsseln kalt werden undden Nachtisch warm — Doch was will dies sagen -ein leibhafter römischer König reite durch dieStraße, und ein Kanonendonner fahre hinterdrein,er hörts nicht — seine Ehehälfte gebe in seinemLesekabinet einem ehelichen Ueberbein das besteAbendessen, er siehts nicht — das Ueberbeinselber halte ihm Teufelsdreck unter die Nase, esgebe ihm scherzend mit einem Waldhammer leichteHiebe, er spürts nicht... so außer sich ister über mich, ordentlich nicht recht bei Sin-nen. —
Das ist nun das Unglück, dessen Gewißheit ichmir vergeblich zu verbergen suche. Jsts einmalda, und bring' ich ihn unglücklicherweise in jen:historische Hellseherei, wo er nichts mehr hört undsieht, als meine mit ihm in Rapport gefetzte Per-sonen, weder seinen Vater noch Vetter: so kannich versichert sein, daß er einen Berghauptmannnoch weniger hört — denn Geschichte will er, undvon mir weiß er gar nichts mehr — ja ich willsetzen, ich brennte die buntesten Feuerwerke desWitzes ab, ja es hingen aus meinem Mau! philo-sophische Schlußketten wie aus eines Taschenspie-lers seinem Bänder, in Zaspeln heraus: hülfsmir was? —
Dennoch müssen Bänder heraushängen undFeuerwerke abbrennen; es soll aber so werden:Wie von jedem Jahre so viel Stunden übrigblei-ben, daß aus den Ueberbleibseln von vier Jahrenein Schalttag zu machen ist — und wie mir selbernach vier Hundpvsitagen allezeit so viel Nach-schriften, so viel Witz und Scharfsinn ganzunnütz als Ladenhüter liegen bleiben daßdaraus recht gut ein eigner Schalttag zumachen wäre: so soll er auch gemacht wer-