Hesperus.
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Menschen für ihre Gespräche stumm zu sein; ihreGedenken sind allezeit besser als ihre Gespräche,und es ist Schade, daß man an gute Köpfe kei-nen Barometrographen oder kein Setzklavier an-bringen kann, das außen alles nachschreibt wasinnen gedacht wird. 'Ich wollte wetten, jedergroße Kopf geht mit einer ganzen Bibliothek an-gedruckter Gedanken in die Erde, und blos einigewenige Bücherbreter voll gedruckter lässet er indie Welt auskaufen.
Viktor stellte an den Fürsten die gewöhnlichenmedizinischen Fragstücke, nicht blos als Leib-arzt, sondern auch als Mensch, um ihn zu lieben.Obgleich Leute aus der großen und größten Weltwie der Untermensch, der Urangutang, im 2SstenJahre ausgelebt und auSgesiorben haben — viel-leicht sind deswegen die Könige in manchen Län-dern schon im istten Jalire mündig — so hatteLoch Jenner sein Leben nicht so weit zurückdatiert,und war wirklich älter als mancher Jüngling. —Am meisten bemächtigte sich der Fürst des gutenwarmen Herzens Sebastians durch das schlichteBetragen ohne Ansprüche, Las weder der Eitel-keit noch dem Stolze diente, und dessen Aufrich-tigkeit sich durch nichts von der gewöhnlichenunterschied, als durch Feinheit. Viktor hatteschon Vasallen neben dem Munde ihres Lehnherrnso stehen sehen, daß der letzte aussah wie einHaifisch, der quer einen Menschen im Nachenträgt; aber Jenner glich einem Petermänn-chen * , Las darin einen bübschen Statcr vor-weist.
Dem Hvfkaplan warS, da er kam, in seinemErstaunen über einen gekrönten Gast unmöglich,Lippe oder Fuß zu rühren; er verblieb unbeweg-lich in der weiten Wasserhose des Priesterrocks,der um ihn wie um Marzipan ein Regalbvgon ge-schlagen war. Das einzige, was er sich erlaubteund erfrechte, war — nicht die Bibel, (den Maus-kloben) wegzulegen, sondern die — Auge» heim-lich in der Stube herumzutreiben, um herauszu-bringen, ob sie gehörig geheftet, foliiert undüberschrieben sei von den Stuben-Registratorin-nen.
Der Fürst reisete sogleich mit dem Lord weiter,der seinen Abschied vvm Sohne und seine Abschied-predigten bis auf den einsamen Tag aus der Inselder Vereinigung «ersparen mußte. Der Sohnbekam zur Nachbarschaft des Fürsten Lust, wenner dessen Betragen gegen seinen Vater überdachte;er hatte die doppelte Freude des Kindes und desMenschen, da sein Vater das eigne Glück in dasGlück des armen Landes verwandelte, und blosum Gutes zu thun, in dem Thrvnfelsen sich Fuß-stapfen auslrat, wie man in Italien die Fußtritteder Engel, die erschienen und beglückten, in denFelsen zeigt. Andre Günstlings gleichen dem Hen-ker, der sich im Sande Fußstapfen aushöhlt, umfester zu stehen, wenn er — köpft.
In der ausgeleerten Stube wurde unter Ey-manns Gliedern — er stand noch im Priesierrock-Schilderhaus — der Zeigefinger zuerst wach, dersich ausstreckte und dem Familienzirkel das Bette
*So heißet der Fisch, in dessen Manie Petrus die SteuerChristi gefunden.
wies: »es wäre mir lieber und dienlicher," sagteer, --hätte man mich mit diesem Lumpen todtstran--.gulierl, als daß ihn der Serenissimus ausspio-niert." Er meinte aber seine eigne beschmutzteHalsbinde, die er selber in das Ehebette — dieKunsikammer und den Packhof seiner Wäsche— geworfen hatte. Wenn man ihm einenQualeinfall widersprach, so bewies er ihn solange, bis er ihn selber glaubte; räumte manihn aber ein, so sann er sich einige Skrupelaus und nahm eine anders Meinung an:„durch die Vorhänge muß seine Durchlaucht un---fehlbar den Fetzen gesehen haben," versetzte er.Endlich bereisete er alle Plätze, wo Jenner gestandenhatte, und visierte nach der Lumpenbinde und un-tersuchte ihre Parallaxe. --Aus Blenden der--Fenster müssen wir uns halten, wenn wir ruhig--bleiben wollen" beschloß er und —ich.
Nachschrift. Ich werde allemal nach einemachten — Kapitel weil ich gerade zwei Hundtagein Einer Woche fertig bringe — bemerken, daßich wieder einen Monat lang gearbeitet habe. Ichberichte daher, daß morgen der Junius angeht.
Erster Schalttag.
Müssen Traktaten gehalten werden, oder ist esgenug, dasz man sie maeht? —
Das letzte. — Heut übt der Berghauptmann zumerstenmal auf des Lesers Grund und Boden dasRecht (Servitus vnsrls ksroncki, oder auch Soi-ri-tus M-vsioiencki) aus, das er nach dem Vertragvom stten Mai wirklich besitzt. Die Hauptfrageist jetzt, ob ein Hundvertrag zwischen zwei so gro-ßen Mächten — indem der Leser alle Welttheilehat, und ich wieder den Leser — nach dem Schlie-ßen noch zu halten ist.
Friedrich, der Antiniachiavellist, antwortet unsund stützt sich auf den Machiavell: allerdings mußjeder von uns sein Wort so lange halten, als er— Nutzen davon hat. Dieses ist so wahr, daßsolche Traktaten sogar nicht gebrochen würden,wenn sie nicht einmal — geschlossen wären; unodie Schweizer, die noch i7iä einen mit Frank-reich beschworen. hätten eben so gut in allenKantons die Finger aufheben und beeidigen kön-nen, daß sie alle Tage ordentlich — ihr Wasserlassen wollten.
Sobald aber der Nutzen von Verträgen auf-hört: so ist ein Regent befugt, deren zweierlei zubrechen — die mit andern Regenten, die mitseinen eignen Landessiiefkindern.
Als ich noch im Kabinet arbeitete (schon umsechs Uhr mit dem Flederwisch, die Sessiontischeabzustäuben, nicht mit der Feder) hatt' ich eingescheites fliegendes Blatt unter der letzten, worinich die Traktaten-Ouvertüre: au vorn cks In