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oft die Wirkung ihrer Zimmer und Geräthe mitihrer eignen: — wenn sie der Gelehrte auf einemRain, in einem Walde, an einem Krautfclteüberfallen könnte: er wüßte sich zu benehmen.Aber Viktor war selber in gestickten und mit gold-nen Eckcnbeschlägen versehenen Zimmern erzogen.Da er den Freund seines Vaters in Schmerzenund mit eingepackten Beinen fand: so vertauschteer seine brittische Unbefangenheit gegen die medi-zinische, und fing, anstatt stolze fürstliche Fragen zuerwarten, ärztliche vorzulegen an. Als des Doktorsärztliches Beichtsitzen zu Ende war: so legte er dieHand, anstatt auf den Kopf des Beichtkindes , aufdie Bibel daneben und wollte schworen und ließ es— bleiben, weil ihm etwas besseres einfiel, undblätterte — das war ihm eingefallen — das Gicht-brüchigen-Evangelium in der Bibel auf- „denn„aus Podagra ist hier gar nicht zu denken" sagteer. Er that ihm dar, seine ganze Krankheit seiWind, figürlich und eigentlich gesprochen — inden erschlafften Gefäßen Haus' er und schleiche sichwie die Jesuiten unter allen Gestalten in alleGlieder ein — selber sein Schmerz in der Wadesei solcher versetzter Menschen- oder Gedärm-Aether.Der Leibarzt Kuhlpepper ist mit seinem Irrthumüber den Fürsten zu entschuldigen; denn jeder Arztmuß sich eins Universalkrankheit auslesen, wofürer alle andere ansieht, die er evn uinovo behan-delt, in der er wie der Theolog in Adams Sünde,oder der Philosoph in seinem Prinzip den ganzenRest ertappet — es stand also in dem freien Wil-len Kuhlpeppers, sich zur Stammkrankheit, diedas Ncstei und die Mutkerzwiebel der Pathologiesein konnte, das Podagra—bei Männern, beiWeibern Flüsse — auszuklauben oder nicht. Daers ausgeklaubt, so hat er auch suchen müssen, esbei Sr. Durchlaucht zu fixieren wie Pastell oderQuecksilber. — Jenner hatte — selber von seinerKapelle — nie etwas angenehmers gehöret, alsViktors Behauptung, die ihm vvm bisherigenLiegen, Medizinieren und Hungern loshals. Vik-tor eilte in der Freude über die leichte Krankheitzum Nezeptieren davon, nachdem er an TrostesStatt behauptet hatte: „ein ätherischer Leib„sei noch »iitzunehmen und diene der Seele zwar„zu keinem himmlischen Grahams-, aber doch zu„einem Luftbette, das sich selber mache. Nur die„armen Weiberseelen lägen — wenn man ihre„Körper recht betrachte — auf checkenden Stroh-„säcken, glatten Husarensatteln und scharfen„Wurstschlitten, indeß tvnsurierte oder tättowierte„Geister (Mönche und Wilde) sich mit so hübschen„von geschabtem Fischbein gepolsterten Leibern ""„zudeckten."
— Fort lief er; und ich habe schon berichtet,daß der Apotheker nachher dachte: ei, ei! — Inder Apotheke sagte Viktor zum Provisor, an dener wie Salpeter anflog: „Herr Kollege, was denken„Sie dazu, wenn wir bei Sr. Durchlaucht auf„nichts kurieren als Wind? Sie sollen mir rathen.„Ich meines Ortes würde verordnen :
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' Geschabtes Fischbein fanden die Britten als das weichsteLager aus.
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»Fasten Sie mir bei: so hab' ich weiter nichts zu»sagen als: 6. 6. M. k. p. 8upt. N. ack Seutu-»Inln, 8. Blähungpulper, Einen Theelöffel voll»öfters zu nehmen bei Gelegenheit.»
Da ihn der Provisor erusihafc ansah: so sah erdenselbigeu noch ernsthafter an; und die Arzeneiwurde ohne geänderte Dosis bereitet. Als erfort war, sagte der Provisor zu seinen zwei stutzen-den Pagen: »ihr zwei dummen Epiglottes, er hat»doch so viel Verstand und fragt.»
Im Grund braucht der Lebensbeschreibcrden Umstand gar nicht zu motivieren — da ihnLas Pulver und der Held motivieren — daß Jen-ner auf die Beine kam noch denselben Tag.
Da Fürsten keinen Druck erfahren, als den derLuft, die — in ihrem Leibe ist: so kannte JennersDank für die Befreiung von diesem Druck sowenig Gränzen, daß er den ganzen Tag den Dok-tor — nicht wegließ. Er mußte mit ihm dinieren— soupieren — reiten — spielen. Im Schlossewars auszuhalten; es war nicht wie Nervs seines,eine Stadt in der Stadt, ein Flachsenfingen inFlachsenfingcn, sondern blos eine Kaserne undeine Küche, voll Krieger und Köche. Denn vorjedes Briefgewölbo voll Schimmel, vor jede Stube,wo acht Demanten lagen, vor jedes Thürschloßund vor jede Treppe war ein Bajonet mit demdaran gehefteten Schirm- und Schutzherrn ge-pflanzt. Die überzählige Küchcnmannschaft wohnteund heizte im Schloß, weil seine Durchlaucht be-ständig aß. Durch dieses beständige Essen wollteer sich das Fasten erleichtern; denn er rührte —weils Kuhlpepper so haben wollte — von den dreiN tual-Mahlzeiten der Menschen blutwenig an, undkonnte den Hofleuteu, die seine strenge Diät er-hoben, nicht ganz widersprechen. Ein Uhrmacheraus London war ihm in dieser Mäßigkeit am mei-sten dadurch beigesprungen, Laß er ihm eine Be-dientenglocke und ein Federwerk verfertigte, dessenZeiger auf einer großen Scheibe im Bcdienten-zinnner stand; das Zifferblatt war statt der Stun-den und Monattage mit Eßsachen und Weinengerändert. Jenner durfte nur klingeln und drü-cken : so wußte die Dienerschaft sogleich, ob dieZunge und der Niktualienzeiger auf Pasteten oderauf Burgunder weise. Dadurch — daß er wieeins Mühle klingelte, wenn sein innerer Menschnichts mehr zu mahlen hatte — setzte er sich amleichtesten in Stand, eine strengere Diät zu hal-ten, als wohl Aerzte und Sittenlehrer fodernkönnten, und beschämte mehr als einen Großen,den man nach der Ausweitung im Tode aufs Pa-radebette legen sollte, mit dem hungrigen Magenunter dem einen Arm, und mit der durstigen Le-ber unter dem andern, wie man auch Kapaunenbeide Eingeweide als Armhüte zwischen beideFlügel gibt.
Im Schlosse war Viktor zu Hause wie in derKaplanei; denn der eigentliche Hof, der eigent-liche Hvf-Wurmstock und Froschlaich war blos imPalast des wirklichen Ministers von Schleunes