Band 
I.
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HeHruS. 493

Und so zog er an der Hand Fortunens, dinierdem Nachlächeln der ganze» Natur nnl Traumenim Herzen, mit unschuldiger Hoffnung im neuaufblühenden Angesicht in taS Eden seuier Seeleein.

Flamin hatt' er nicht mitgebele». um dem Sliki-senior den Hochzeitgast nick! zu nehm.» und weiler selber nicht wußte, daß er nach Si. Lune ge-langen würde — und rielleichl auch weit e, leinephantasierende Aufmcrksanikeii aul den schimmeln-den Morgen durch keine juristiichen Allen - M'ing.keilen wollte stören lassen. E> gina Überhaupt lie-ber mit einer Frau als eine», Mann spazieren-Manncr schämen sich beinahe neben einander an-derer als stummer Empfindungen: aber weiblicheSeelen öffnen sich gern die re, schämten Gefühle:denn sie decken das nackte Herz mit Mulle,warmezu, damit eS nicht unter dem Einhüllen erkalte.

Da Viktor unten ums Plan bans ging. sah eroben selber zum Fenster auf sich herunter, in seinerzweiten Aussage für einige gute Freunde; aber derWachs-Viktor mußte sogleich hinter eine spanischeWand getrieben werden, damit er den fleischer-nen nicht erschreckte. Der Emrsang des lektenund das Jubelfest dabei braucht nicht lebhafter vonmir beschrieben zu werden, als daß ich sage: derMops wurde fast.ertreteu, der Gimpel sorangumsonst nach seinem Frühstück herum. die Pfar-ren,, brachte in ihrer anblickende,, Freude auchdem Gaste keines, und die Kirche ging erst nachdem Doppel-Uso vc-a einer halben Stunde an:daher diesesmal mehre Eingepfarrte als sonst be-trunken hineinkamen.

Berauscht, aber von Freude, kam Viktor auchhinein. Es ist nichts angenehmeres, als einePfarrfrau zu sein, und zum Mann , wenn sie ihmdas geistliche Baffchen umlegt, zu sagen: „mach'„es heute länger, die Keule brät sonst nicht gar."— Die häuslichen Kleinigkeiten ergötzten meinenHelden eben so sehr, als ihn die höfischen erzürnten.

Er ging mit dem Pfarrer und der Pfarrern,die alle Prozesse der Küche und Toilette summa-risch und männlich abkürzte. Seine Duldung gegendie Fehler des geistlichen Standes hatte mit jenervornehmen stift- und tafelfähige» nichts gemein,welche aus höchster Verachtung entsteht, und dieeinen christlichen Priester so leicht wie einen ägyp-tischen erträgt: sondern sie kam aus seiner Mei-nung, daß die Kirchen noch die einzigen Sonntag-schulen und spartischen Schnlpfortcn deS armenVolkes sind, das seinen e»un» «>o moi-nle nichtbeim Staate hören kann. Auch liebte er alsJüngling die Lieblinge seiner Kindheit.

Biese Prediger suchen den Quintilian, derschlechte Gründe in Reden voran gestellethaben will, und den Cicero, der sie erst hinten-„ach verlangt, zu vereinigen, und postieren solchean beiden Orten; aber Epmann hielt gute Em-pfindungen für besser als schlechte Gründe, undwand um den Bauer nicht Schluß-, sondernBlumenketten.

Der obige Frisör wollte anfangs nicht in dieKirche, weils unter seinem Stand war, abernachher konnt' er nicht anders; den» wegen desfremden Hvfherrn darin wurde Kirchenmusik ge-macht.

Es ist der einzige Fehler des PerückenmachersMenseler. daß er zu gern singt und seine Kehlein alle Kirchenmusiken. die in seiner Perückcndiö-zeS gemacht werden, einmengt, zumal am h. Pfingst-lest. Der Luner Kantor wollt' es nie leiden;aber wie berückt er diesen und labt tausend Ol>-,en> So blos: er friesierle heute hinaus, was»och zu irisieren war (nicht blos heute, sonder»es ging allemal so) und glitt blos an der Chvr-lr,,'pe hinan. Hier wachte und lehnt' er solange, bis der Kantor, auf dem musikalische»Wuriischlitlen seßhaft, mit kein Finger i» deneine» Akkord der Kiichenmusik einhieb. Dannsubr er wie ein Sonnensiral schnell ins Chor.und mauicte dem jungen Altisien sein Pensumweg, und sangs dem Kirchensprengel in die Oh-re» . >edoch unter soviel Jammer und Puffen, alssang' er sein Manuskript den Rezensenten vor.Denn man muß es nun einmal der Welt bekanntmachen, daß der bissige Klavierist dem frisierendenAlliste» init einem spitzwinkligen Triangel vonEllenbogen wüthig entgegensivchert, um den frem-den Singvogel aus dem Nogelhause des ChvrSzu stoßen. Da aber der Sänger seinen rechtenAr», zum feste» Notenpulte seines Tertes, undden andern zur Srreitkolbe machte, wie die anJerusalem bauende» Juden, welche die eine Handvoll Bauzcug, die andere voll Waffen hatten: sokonnte der Perückenmacher, unter fortwährendemFechten und Musiziere», schon sein Möglichstesthun, und einiges durchsetzen während des Gottes-frietens der Musik. Aber sobald die Musik denletzten Athem gezogen hatte: so setzte der harmoni-sche Strichvogel und Sturmläufer behend überdas Chor hinaus, und sann unterwegs tausendOhren und einem einzigen Ellenbogen nach. DerKantor konnt' ihn nicht riechen und nicht krie-gen.

Lief er hingegen glücklicherweise mit seinenSchachteln durch ein Dorf, wo gerade Psarr - undScbulherr und pädagogischer Froschlaich einetaube Leiche umquäkten und umkrächzeten, welchesviele noch kürzer eine Leichenmusik nennen: sokonnte der Virtuose, ohne Geqenstemmung derEllenbogen, munter mit zwei Füßen mitten in dieMotette hineinspringen — das Trauerständcbendas die Erben dem Todten bringen, bearbeiten— dem Leichenzuge einige Finalkadenzen gratiszuwerfen, und doch noch im Dorfe dem Amtmanneine ganz neue Beutelperücke anbieten. —

Unserem Helden machte die Dorfs,'rchenmusikdas größte satirische Vergnügen. Wir aber hät-ten wenig davon, wenn ich nicht so vorsichtigwäre, daß ich um die Erlaubniß nur zu einerelenden Ertrasilbe — man soll sie kaum sehen —über die Kirchenmusik bettelte.

Elende Ertrasilbe über die Kirche»,»,isib.

Ich sehe allemal mit Vergnügen, daß die Leutein einer Kirchenmusik sitze» bleiben, weil es ei»Beweis ist, daß keiner von der Tarantel gestochenist; kenn, liefen sie hinaus, so sahe man, sie könn-ten keine Mißiöne aushallen und wären also ge-bissen. Ich als profaner Musikmeister setze nurfür wenige Kirchen — nämlich für gestickte oder