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He sperus.
cken, um nickt an einem Baum voll glühenderStettineräpfel als die einzigen Quitten da zu hän-gen, und da überhaupt von dem ganzen weiblichenHofstaat die mineralischen Wangen als Hof-Ge-sichtlivree gefedert wurden. Das zweite war ver-geblich; vielmehr schwollen die Wunden seinesHerzens durch zweierlei hoher: durch jenes kaltefast schwärmende Ergeben ins Verblühen — unddurch etwas unaussprechlich MildeS und Weiches,was oft im weiblichen Gesicht das brechende Herz,das fallende Leben bezeichnet, wie das Obst durchweiches Nachgeben beim Druck seine Reifeansagt.
O ihr guten weiblichen Geschöpfe, macht euchder Kummer, da euch die Freude schon verschönert,vielleicht darum noch schöner und zu rührend, weiler euch öfter trifft, oder weil sich jener in diesekleidet? Warum muß ich hier die Freude übereuer Erdulden und Verschleiern der Schmerzenso flüchtig bekennen, da jetzt vor meiner Phantasieso viele Herzen voll Thränen mit offnen Angesich-tern voll Lächeln vorüberziehen, und eurem Ge-schlechte das Lob erwerben, daß es sich dem Kum-mer so gern wie der Freude öffne, wie die Blumen,ob sie sich gleich nur vor der Sonne aufthun, dochauch auseinander gehen, wenn diese der Wolken-himmel überzieht? —
Viktor, ohne durch ihre Antwort irre zu wer-den, fuhr fort: »vielleicht können Sie sich nicht„von der schönen Natur entwöhne» und von der-Bewegung — das Nachtsitzeu, das ich selber»empfinde" — — Sie ließ ihn nicht ausreden, umihn daran zu erinnern, daß sie ja die jetzige Farbevon dem Hause au den Hof mitgebracht. Mansieht aber in dieser Erinnerung mehr Schonungals Wahrheit; denn sie wollte ihr Hvfamt nichtgerade vor dem verklagen, der es ihr erlangenhalf. — — Viktor, der ihre Kränklichkeit so sichersah, und Loch keine Frage mehr vorzulegen wußte,stand stumm, verlegen da. Daü eigne Schweigenlöset den Zurückhaltenden die Zunge: Klotildefing selber an: »weil ich nicht weiß, was mir hier»schadet, als die Schminke: so bitt' ich meinen»Arzt, mir diesen Diätfehler zu untersagen" —d. h. die Fürstin zum Widerruf ihres Schmink-edikts zu vermögen—»ich mag gern,fuhr sie fort,»doch einige Aehnlichkeit mit zwei so guten Freun-»den, Giulia und Emanuel, bekommen - — d. h.die blasse Farbe, oder auch die Meinung des bal-digen Todes. — Viktor stieß ein hastiges Ja her-aus, und wandte das schmerzende Auge gegen denauffliegenden Vorhang.
Nie waren wohl die Szenen der Spieler undder Zuhörer sich ähnlicher. Zphigenie war Klo-tilde— der wilde Orest, ihr Bruder, war ihrBruder Flamin — der sanfte helle Pylades seinFreund Viktor. Und da Flamin unten im Par-terre mit seinem wolkigen Angesicht stand — (erkam nur, um seine Schwester bequemer zu sehen)— so war es unserm und seinem Freunde so, alswürd' er von ihm angeredet, als Orest zu Pyladessagte:
Ermnre mich nicht jener schönen TageDa mir dein Haus die freie Stätte gab.
Dein edler Vater klug und liebcwvll
Die halb erstarrte junge Blüte pflegte;
Da du ein immer munterer Geselle,
Gleich einem leichten bunten SchmetterlingUm eine dunkle Blume, jeden TagUm mich mit neuem Leben gaukeltest.
Mir deine Lust tu meine Seele spieltest.
Klotilde fühlt' es eben so schmerzhaft, daß manauf der Szene ihr Leben spiele, und kämpfte gegenihre Augen . . . Aber da Jphigenie zu ihrem Bru-der Orest sagte:
O höre mich! O sieh mich an, wie mkrNach einer langen Zeit das Herz sich öffnet.
Der Seligkeit, dem Liebsten, was die WeltNoch für mich tragen kann, das Haupt zu küssen—
O lass mich, laß mich! denn es quillet HellerNicht vvm Parnaß die ew'ge Quelle sprudelndVon Fels zu Fels tu's goldne Thal hinab,
Wie Freude mir von, Herzen wallend fließtUnd wie ein selig Meer mich rings umfängt —
— und da Klotilde traurig den größer» Zwischen-raum der Schmerzen und der Tage zwischen sichund ihrem Bruder Übermaß: so quollen ihre gro-ßen so oft am Himmel hängenden Augen voll,und ein schnelles Niederbücken verdeckte die schwe-sterliche Thräne allen ungerührten Auge». Aberden gerührten, womit ihr naher Freund sie nach-ahmte, wurde sie nicht entzogen. . . Und hiersagte eins tugendhafte Stimme in Viktor: „ent-deck' ihr, daß tu daS Geheimniß ihrer Ver-wandtschaft weißt — hebe von diesem wundge-„preßten Kerzen die Last des Schweigens ab —„vielleicht welkt sie an einem Gram, den ein Ver-trauter kühlt und nimmt!" — Ach dieser Stimmezu gehorchen, war ja das Wenigste, womit er seinunendliches Mitleiden befriedigen konnte! —Ersagte äußerst leise, und aus Rührung fast unver-ständlich zu ihr: „mein Vater hat es mir längst„entdeckt, daß Jphigenie die Gegenwart ihres„Brüters und meines Freundes weiß" — Klvtilde„wandte sich schnell und erröthend gegen ihn — erließ, zur nähern Erklärung, seinen Blick zuFlamin hinabgleiten — erblassend sah sie weg undsagte nichts — aber unter dem ganzen Schauspielschien ihr Herz weit mehr zusammengedrückt zusein, und sie mußte jetzo noch mehr Thränen undSeufzer zerquetschen, als zuvor. Zuletzt gab siemitten in ihrer Betrübniß der Dankbarkeit ihreRechte, und sagte ihm für seine Theilnahme undsei» Vertrauen, gleichsam im Sterben lächelnd.Dank. Er legte an den Spinnrocken des Ge-sprächs, ganz neuen fremden Stoff, weil er unterden, Fortspinuen gern über den traurigen Eindruck,den sein Bekenntniß zu machen geschienen, Hellerund gewisser werden wollte. Er fragte »ach Ema-nuels neuesten Briefen; sie versetzte: „ich habe erst„gestern während der ganzen Mondfinsterniß an flut„geschrieben ; er kann mir nickt oft antworten, weil„seine Brust durch das Schreiben leidet."— Da nundie Finsterniß des 2Ssten Februars schon Abends um10 Uhr 20 Minuten anfing, um 11 Uhr »i Minutenam stärksten, und um i Uhr 2 Minuten erst auswar: so konnte Viktor als Arzt mit Gesetzpredigtenund Gesetzhämmern über die medizinische Sünderinherfallen, und es erhärten, nun sei es kein Wun-