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der die gvldne Bulle, noch die masnn elrurts,noch den eockv »oin konnte Aristoteles in seineNegier-und Gehorch-Formen hineinlegen: sonsthätt' er sie weiter gemacht; aber getrauen wir uns,denn den künftigen Nazivnalkonvent in der Mun-galei oder die Dekretalbriefe und Extravagantendes aufgeklärten Dalai Lama oder die Rezesse derarabischen Reichs-Ritterschaft besser vorherzuse-hen? Da die Natur kein Volk mit Einem Münz-stempel und Einer Hand allein ausprägt, sondernmit taufenden auf einmal, — daher auf demdeutschen ein größeres Gedränge von Abdrückenist, als auf Achilles Schild — wie wollen wir, diewir nicht einmal die vergangnen, aber ein-facheren Umwälzungen des Erdballes nachrech-nen können, in die moralischen seiner Bewohnerschauen? —
Von allem, was aus diesen Prämissen folgt,glaub' ich — das Gegentheil, ausgenommen dieNothwendigkeit der prophetischen Demuth. DerSkeptizismus, der uns, statt hartglaubig, un-gläubig macht, und statt der Augen Las L i ch treinigen will, wird zum Unsinn und zur fürch-terlichsten philosophischen Kraft - und Tonlvstg-keit.
Der Mensch hält sein Jahrhundert oder seinJahrfünfzig für Lie Kulminazion des Lichts, für ei-nen Festtag, zn welchem alle andre Jahrhnndertenur als Wochentage führen. Er kennt nur zweigvldne Zeitalter, das am Anfang der Erde, dasam Ente derselben, worunter er nur seines denkt;die Geschichte findet er den großen Wäldern ähn-lich, in deren Mitte Schweigen, Nacht - und Raub-vogel sind, und deren Rand blos Licht und Gesangerfüllen. — Allerdings dienet 'mir alles: aber ichdiene auch allem. Da es für die Natur, die beiihrer Ewigkeit keinen Zeitverlust. bei ihrer Uner-schöpflichkeit keinen Kraftverlust kennt, kein anderesGesetz der Sparsamkeit gibt, als das der Ver-schwendung — da sie mit Eiern und Samen-körner n eben so gut der Ernähr u n g als derFortpflanzung dient, und mit einer unent-wickelten Keimwelt eine halbe entwickelte erhält —da ihr Weg über keine glatte Kegelbahn, sondernüber Alpen und Meere geht: so muß unser kleinesHerz sie mißverstehen, es mag hoffen oder fürchten;es muß in der Aufklärung Morgen - undAbendröthe gegenseitig verwechseln; es mußim Vergnügen bald den Nachsommer für denFrühling, bald den Nachwinter für denHerbst ansehen. Die morlisähen Revoluzio-nen machen uns mehr irre, als die physischen,weil jene ihrer Natur nach einen großer» Spiel-und Zeitraum einnehmen, als diese — und Lochsind die finstern Jahrhunderte nichts als eine Ein-tauchung in den Schatten des Saturns, odereine Sonnenfinsterniß ohne Verweilen. EinMensch, der sechstausend Jahre alt wäre, würde zuden sechs Schöpfungtagen der Weltgeschichte sagen:sie sind gut.
Man sollte aber niemals moralische undphysische Nevoluzivnen und Entwickelungen zunahe an einander stellen. Die ganze Natur batkeine andere Bewegungen als vorige, der Zir-kel ist ibre Bahn, sie hat keine andere Jahre alsplatonische — aber der Mensch allein ist verän-
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derlich, und die gerade Linie oder der Zickzackführen ihn. Eine Sonne hat so gut wie der Mondihre Finsternisse, so gut wie eine Blume, ihre Blüteund Abblüte, aber auch ihre Palingenesie und Er-neuerung. Allein im Menschengeschlecht liegt dieNothwendigkeit einer ewigen Veränderung; jedochhier gibts nur auf- und niedersteigende Zei-chen, keine Kulminaziou; jene ziehen nicht einan-der nothwendig nach sich, wie in der Physik, undhaben keine äußerste Stufe. Kein Volk, kein Zeit-alter kommt wieder; in der Physik muß alleswiederkommen. Es ist nur zufällig, nicht noth-wendig, daß Völker in einem gewissen Stufenalter,auf einer gewissen mürben Sprosse wieder herun-terstürzen — mau verwechselt nur die letzteStufe, von welcher Völker fallen, mit der höch-ste»; die Römer bei denen keine Sprosse, son-dern die ganze Leiter brach, mußten nicht noth-wendig durch eine Kultur sinken *, die nichteinmal an unsere reicht. Völker haben kein Alter,oder oft geht das Greisenalter vor dem Jüngling-alter. Schon bei dem Einzelwesen ist der Krebs-gang des Geistes im Alter nur zufällig; nochweniger hat die Tugend darin eine Sommer-Sonnenwende. — Die Menschheit hat also zu ei-ner ewigen Verbesserung Fähigkeit; aber auchHoffnung? j
Das gestörte Gleichgewicht der eignen Kräftemacht den einzelnen Menschen elend, die Un-gleichheit der Bürger, die Ungleichheit derVölker, macht die Erde elend: so wie alle Blitzeaus der Nachbarschaft der Ebbe und Flut desBethers entstehe» und alle Stürme aus ungleichenLuftvertheilungen. Aber zum Glück liegts in derNatur der Berge, die Thäler zu füllen.
Nicht die Ungleichheit der Güter am meisten —denn dem Reichen hält die Stimmen - und Fäuste-Mehrheit der Armen die Wage — sondern dieUngleichheit der Kultur macht und vertheilt diepolitischen Druckwerke und Druckpumpen. Dielex »grai'iu j„ Feldern der Wissenschaften gehtzuletzt auch auf die physischen Felder über. Seit-dem der Baum des Erkenntnisses seine Aeste ausden philosophischen Schulfenstern und prie-sterlichen Kirchenfenstern hinausdrängt in denallgemeinen Garten: so werden alle Völker ge-stärkt. — Die ungleiche Ausbildung kettet Wesi-indien an den Fuß Eurvpens, Heloten au Spar-ter, und der eiserne Hohlkopf ** mit dem Drückerauf der Negerzunge setzt einen Hohlkopf andererArt voraus.
» Auch nicht durch den Luxus, dessen Größe man —indem man ihre Ausgabe mit unserer Einnahme ver-gleicht — übertreibt, und der ihnen nur dadurch schadete,daß sie die Völker gleichsam wie ostindische Vettern beerb-ten. Es war der eines Schusters, der das große Loosgewonnen; es war die Verschwendung eines Soldatennach der Plünderung. Daher hatten sie Luxus ohne Ver-feinerung. Es konnte sich ihre Größe nur durch Ver-größerung erhalten. Hätte man ihnen Amerika mitseinen Goldstangen vorgeworfen, sie hätten bei größer,»Luxus noch einige Jahrhunderte länger an dieser Krückegehen können.
Bekanntlich wird der Kopf des armen Negers ineinen hohlen von Eisen gesperrt, der seine Zunge nie-derdrückt.