Band 
I.
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Hesp erus

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! »Gärtller das Verdeck über den Blumenflor gegen

! "Regen und Sonne zieht — gegen die Glut unse-»rer Freuden, gegen den Guß unsers Wehs....»Ruhe du auch, Hvrion!"...

— Seine Wehmuth bei diesen Worten aus demalten Traume war so übermannend, daß er ausihr — zur Entschuldigung oder zur Erholung —in eine fast wahnsinnige Laune übertrat.

»Inzwischen ist der sämmtliche Spaß halb gegen--meinen Geschmack, den ich am Hofe ausbilden»wollte. Das Leben verlohnets gar nicht, daß man»seinetwegen den guten Tod auszankt oder beräu-»chert und erhebt. Die Furcht zu sterben ausge-»nvmmen, gibts nichts jämmerlicheres als die»Furcht zu leben. Leute von wahren Talenten»sollten sich betrinken, um das Leben aus dem rech-»ten Lichte zu sehen und es unS nachher zu melden.» — Am allerelendest en (aber so daß das mensch-»l i ch e Leben dagegen noch paffabel ausfällt) ist»das b ü rg erliche, auf das ich Jahre lang los-»ziehcn könnte, blos weil es nichts hat als lange»Tröge für den Magen, aus denen die Kelten für»die Phantasie herabhängen — weils den Men-»schen zum Kleinstädter umsetzt — weils unser»fliehendes Dasein aus einem Fruchtacker zur Säe-»maschine macht— weils einen fatalen Dunst aus-»dampst, der sich dick vor das Grab und über den»Himmel ansetzt, uno in dem sich der arme Eppe-»dizivnrath von Mensch schwitzend, käuend, feist,»beschmieret, ohne einen warmen Sonnenstral für»sein Herz, ohne ein Streiflicht für fein Auge her-»umtreibt, bis ihn der Fall-Bock des Pflasterers *»auf den morastigen Drehplatz einrammt. — Den»einzigen Nutzen hat so ein armer Marmorstein,»aus dem ein Pflaster statt einer Statue»gemacht wird, daß er das ganze Menschenleben»für etwas recht Erhebliches ansieht, das er nicht»genug preisen könne. — Inzwischen könnte doch»auch uns guten Narren das Aeußere nicht so klein»vorkommen, wenn nicht etwas ewiges Großes in»uns wäre, womit wirs zusammenhalten — wenn»nicht ein Sonnenlicht i» uns wäre, das in die-»ses Opertheater so hineinfallt, wie das Taglicht»zuweilen, wenn eine Thüre aufgeht, in die nächt-»licheSchaubühne —wenn wir nicht wie Menschen»in alten Auferstehgemäldon, halb in der Erde»steckten, halb außer ihr — und wenn dieses Eis-»leben keine ^ignüin percöc: ** wäre und keine»Oeffnnng in ein ewiges Blau hinaus hätte.. . .»Amen!"

»Ich hab', aber der leidtragenden Versammlung»noch zu melden, Laß ichsie —inden ersten April»geschickt; denn der Todte, dessen Leichenrede ich»balle, bin ich wirklich selber.". . .

Aber hier umarmten ihn alle seine Freunde,um seinem geistvollen Wahnsinns Schranken zu

* Er nennt den Tod und den Staat einen Pflasterer,obwohl in verschiedenem Sinn.

" So nennt man eine hohe Fclscnpyramidc neben demMontblanc, in der ein Loch ist, wodurch man den Him-mel steht. Für mich ists eine sanfte Phantasie, mir ne-ben dem höchsten Berg, der so viel Himmel als Erde nimmt,einen kleinern vorzustellen, der sich in eine kleine Aussichtaufthut, die unserem Auge eine blaue Perspektive reicht,aus welcher unsere Hoffnung die Wölbung des Him-mels bauet.

setzen — und um ein so heftiges ächt-brittischesHerz an ihres zu drücken. Die Umarmung er-wärmte alle seine kalten Wunden sanft, und erwar geheilt, obwohl erschöpft; das fremde Lebenwuchs in seines hinein, und die Liebe über-wand den Tod. Die Engländer, in denn Augendie Thränen einer doppelten Trunkenheitwaren, konnten sich kaum abreißen vom humo-ristischen Liebling. —

Klotilde, die mit ihren Freundinnen der Leichen-rede im Nebenzimmer zuhörte, hielt sie anfangsbittend ab, dieses aufzumachen. Aber als Viktorsagte: »kalte Gestalt, richte dich auf und zeige den»Menschen die Thränen, die aus einem weichen»Herzen fließen, das vor Liebe bricht" — so nahmste eilend von ihnen gute Nacht, weil sie über eineihr ganzes Wesen hebende Rührung nicht Meisterwerden konnte. Da man ihm die Zeit ihrer Ent-fernung berichtet hatte: so wurde er, der setz» schonso müde, weich und zärtlich war, es in einem un-aussprechlichen Grade — alle durch die Anstren-gung erhöhten Lichter auf seinem Angesicht schie-nen in Liebe wie Mondschimmer in Thautropfenzu zerfließen — er wartete nicht, bis sein Zimmerteer wurde,sondernzeigredas, wasKlotiide indemihrigen verbergen wollte — er konnte sogar dieunverschleierte Wachsstatue mit sanftem Geiste an-schauen und sagte lächelnd: »ich glaube, ich habe»mich darum ganz in Wachs wiederholen lassen,»warum es der Katholik mit einzelnen Glieoern»thut, um sie an eine Heilige zu hängen und da-»durch um Genesung zu danken oder zu bitten;»oder wie die römischen Kaiser, deren Wachssiatue»die Aerzte nach dem Tode des Originals besuch-»ten." Die Gesellschaft ging ab und er war end-lich allein. Der Mond, der um 11 Uhr L7 Mi-nuten aufgegangen war, warf sein noch vertieftesabnehmendes Licht erst oben a» die Fenster vonKlotildens Wohnzimmer. Viktor löschte dasNachtlicht aus und setzte sich, um mit seinem nochwogenden träumenden Herzen nicht in die Träumedes Schlafes zu treten, aus Fenster, beinahe anden gewöhnlichen Standort seiner Wachskvpie und

in ähnlicher Stellung-als das Schicksal es

fügte, daß er, der heute die Wachsmumie fürseine Person ausgegeben hatte, jetzt umgekehrt

für das Bild angesehen werden sollte-

— von Klotilden! Sie stand in einiger Entfer-nung von ihrem Fenster, an welches kein Licht alsdas vom Himmel fiel; Viktor war, da das letztenoch nicht zu ihm hineinkonnte, ganz im Schattenund ihr mit fünfviertel seines Profils zugekehrt.Kaum sah' er, Laß sie einen unverwandten fassen-den, gleichsam einschlagenden Blick auf ihn hefte:so errieth er, daß ste ihn mit dem wächserne»Menschen vermenge; auch bemerkte er aus demAugenwinkel, daß etwas Weißes um sie flattere,d. h. daß sie sich die Augen oft trockne. Aber wiewär' es seinem seinen Gefühle möglich gewesen,ihr durch die geringste Bewegung ihren Irrthumzu nehmen und sie für ihr unschuldiges Anblicke»verlegen unb roth zu machen? — Ein anderer,z. B. der verkannte Matz, hätte sich in einem sol-chen Vorfalle gelassen in die Hohe gerichtet undgleichgültig zum Fenster hinausgesehen; aber erverknöcherte sich gleichsam in seiner Stellung der