Band 
I.
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S6S

Hesp

Messiade (wovon uns eine gute Travestirung an-zuwünschen wäre) eine blumauerische Parodie,worüber wir die vorige Epvpee leicht vergessenkönnen.

W.

Weiber. Ihr holden weichen Frühlingblumenund Engelabsenker neben uns harte» Winterkohl-strünken, ich habe ja schon im vorigen Buchstabeneurer gedacht und eurer Weisheit im Gegensatzder deutschen Strengflüssigkeit! Was sollich weiter sagen, als daß ihr, sobald ihr gut seid,es im höchsten Grad seid, und daß ihr und' das englische Zinn einerlei Stempel habt — Näm-lich die Figur eines Engels? —

L siehe I KS — D siehe I — Z siehe T S.Tz.

Spitz. Der arme Spitz will sv gut in Dorre-,den unter Eptra - Schößlings wie sein Herr undkömmt gerade recht mit dem 2 <jsten Kapitel. Ichkann siundenlang mit Spitzbunten reden wie Uo-rick mit Eseln. Ich will jetzt den Götterbotenauf die Hinterfüße stellen und an den »ordern

halten, damit er mir ausgerichtet zuhöret.-

— --Steh, leichte Bestie! — Ich rede nur mit dir„über etwas, damit ich dich in die dritte Vorrede„setzen kann. Es verdient, Spitz, bemerkt zu wer-„den, daß du ein Schelm bist wie Menschen und„gleich ihnen nicht gerade, sondern gekrümmt„und niedergebückt verbleiben willst, blos umi „recht zu fressen; du und sie wollen wie Pharo-! „karten durch Beugen und K r ü m m e » gewin-„ncn, wie die gemeinen Engländer ihre schlechten! „Silbermünzen kr ümmen, damit sie nicht für„weniger ausgegeben werken, nämlich zwei für„eine. — Du hast falsche Augen, aber du handelst„doch gut. — Die Rezensenten, ungeduldiges Vieh,„sagen, wenn sie an deiner Stelle wäre», sie wür-den das biographische Bauzeug fleißiger zutra-fen, damit die Lebensbeschreibung aus wäre, eh'„es schneiet — Setze ihnen nicht entgegen, daß„ichs wie Baron in s machen könnte, der seine„Annalen ohne Bart angefangen und mit einem„grauen ausgemacht — Das können ihm nur Re-censenten (ich aber nicht) nachthnn, die Zeit haben„zu feilen und die ein Werk unbärtig anfangen„können am Rasiertage, und erst drei Tage dar-

„auf vollenden, wenn sie eingeseift sind.-

„Fall' nur nieder, und friß; du bist wenigstens„nicht ohne allen Verstand und gibst doch mehr„auf das Haranguieren Acht, als ein Dauphin -„FökuS, und wedelst Loch, aber der Fötus nicht —„Ich habe nun mit ganz andern Leuten zu spre-„chen, und die wenigsten wedeln, Spitz!"

2ean Paul.

erus.

29. Hundposttag.

Lekchrung — Mietdou« der Uhr — Florhnt.

Des Morgens ging Klotilde nach ihrer Pappel-insel ab, und Mittags Viktor nach seinem pvnti-nischen Sumpf — beide mit einer Entfernungzufrieden, die sie würdig machte, eine Vereinigungzu genießen.

DaS erste was der Hofmedikus in Flachsenfin-ge» vornahm, war — daß er nachsann oder vielmehrnachempfand. Der Mensch ist der Dvppelspathder Zeit, der alle Szenen zweimal neben einanderzeigt. Die Erinnerung fing in ihrem Spiegelnoch einmal den Mondschein der letzten Nachtund die Engel auf, die darin schwebten, undkehrte den Spiegel mit diesem Schimmer, mitdieser Perspektive meinem Viktor zu. Er über-dachte Klotildens bisheriges Betragen, auS demer — und ich hoffe, mein Leser — die Züge derreinsten Liebe, die nur mit einem Auge aus demSchleier blickt, neben den Zügen einer entschiede-nen Herrschaft der weiblichen Gefühle über dieweiblichen Wünsche entdeckte. Sie kömmt denersten Mai aus Maienthal mit einem weinendenHerzen, daß von einer Todten abgerissen offennoch sortblutet. — Der Schüler Emanuels begeg-net ihr und sie eilet wieder zum Grab zurück,um dort mit den Thränen der Trauer ihre ersteLiebe auszulöschen. — Aber Emanuel theilte die-ser Liebe sein heiliges Feuer mit durch die (einige,durch sein Lob des Geliebten, durch den offne» Briefvoll keimender Liebe, den dieser am Geburtfeste deSNie» MaicS an ihn geschrieben. — Sie kehrt nn-geheilek gegen die Zeit seiner nahen Abreise zu-rück. Aber ihr guter Emanuel drückt freund-schaftlich grausam das Bild, das ihr das Herz zuenge macht, tiefer in die Wunden desselben hinein,indem er ihr Viktors Leben in Maienthal unddessen Geständniß berichtet. Laß er sie liebe. —,Viktor schweigt vor ihr, aber sie glaubt, er thu'es, weil er von seinem Vater keine Erlaubnißhabe, mit ihr über Flamins Verwandtschaft zureden. — Er geht an den Hof und scheint sie zuvergessen, ja er legt ihr die Ketten deS HofamtSum, die doch, wie er weiß, ihre Seele blutig drü-cken. — Ihre Eltern nöthigen ihr, um sie auszu-forschen oder um ihrem geheimen WerberMatthieu mit ihrer weiblichen Verschleierung zuschmeicheln, durch eine tyrannische Frage Las un-glückliche Nein ab, das ihren Bruder täuscht undihren Freund entfernt — Viktor weicht an ihremFestabende aus dem Garten, ohne sie anzureden,besucht darauf ihre Eltern wieder und ist ganzerkaltet. — Nun hört sie nichts mehr von ihm,als höchstens Berichte seiner höfischen Freuden

und seiner Besuche bei Joachimen--Ja,

du Gute, so mußten ja im Kampfe mit Wünschenund mit Sorgen, im kranken Lechzen nach dergeliebten Seele, alle deine Freuden einschlafen,und' deine Hoffnungen aussterben, und keine un-schuldigen Wangen erblassen.-Da nun Vik-