Band 
I.
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H esp erus.

> „kaum mit bleiernen Schuhen aufkann, so brächt'

> „ichs barfuß nicht zu einem einzigen Pas." Die§ Seele ist der Tanzmeister, der Körper der Schuh.

Wir fassen keine Einwirkung weder von Kör-pern auf Körper, noch von Monaden auf Mona-den ; mithin eine von Organen auf das Ich nochminder. Dieses wissen wir, daß die Kohäsion undGütergemeinschaft zwischen Leib und Seele im-mer einerlei oder höchstens in den Zeilen größerist, wo sie andere kleiner vermuthen; denn dergrößte Tiefsinn, die heiligsten Empfindungen, derhöchste Aufschwung der Phantasie bedürfen geradeLas wächserne Flugwerk des Körpers am meisten,wie auch seine darauf kommende Ermattung esverbürgt; je »»körperlicher der Gegenstand derIdeen ist, desto mehr körperliche Hand- undSpanndienste sind zu dessen Fesihaltung vvnnö-then, und höchstens in die Zeiten der dummen! Sinnlichkeit, der geistigen Abspannung, des dun-! kein Blödsinns müßte man die Zeiten der Los-kettn,>g vom Körper fallen lassen. Sogar diemoralische Kraft, womit wir aufschießende üppigeTriebe LeS Leibes niedertreten, arbeitet mit kör-perlichem Brech- und Handwerkzeug; und die^ Seele bietet hier blos das Gehirn gegen den Ma-i gen auf. — Dazu kömmt, daß die Gränzen undj die Hindernisse einer solchen LoSfeffelung undAnkettung eben so wenig anzugeben wären als dieUrsachen derselben. Noch weniger können, wieeinige meinen, im Traume die Bande der Seeleschlaffer und länger werden. Der Schlaf ist dieRuhe der Nerven, nicht des ganzen Körpers.Die unwillkürlichen Muskeln, der Magen, dasHerz arbeiten darin fort, nicht viel weniger alsim wachenden Liegen. Nur die Nerven unddas Gehirn, d. h. das Denken und Empfindenstocken. Daher erquickt der Schlummer reitendeund fahrende Menschen, die also mit nichts als denNerven ruhen. Daher werden Nervenschwache, diejede Ruhe abmattet, »om traumlosen Schlaf er-frischt. Beiläufig ohne die Theorie derDesorganisa-zion, die negative und positive Nerven - Elektrizitätannimmt, sind die Meteore des Schlafs unerklärlich— z. B. unerklärlich ist dann, warum geradeOpium, Wein, Manipulieren, Thierheit, Kind-heit, Plethora, nahrhafte Kost, Gerüche auf der ei-nen Seite Schlaf befördern; und doch Tortur,1 Ermattung, Alter, Mäßigkeit, Gehirndruck, Win-ter, Blutverlust, Furcht, Gram, Phlegma, Fett,geistige Abspannung ihn auf der andern auch er-regen. -Höchstens im tiefen Schlafe, wo der

! Nervenkörper ruht, könnte man die Seele vom; Irdischen losgekettet denken; im Traum hingegen^ eher enger angeschlossen, weil der Traum so gutwie das tiefe Denken, das wie er die fünf Sin-Nenpfvrten abschließt, ja kein Schlafen ist. Daherl zehren Träume die Nerven aus, zu deren innern' Aeberspannungen jene noch äußere Eindrücke ge-sellen. Daher verleiht der Morgen dem Gehirnund dem Traum gleiche Belebung. Daher gehtdem schlafenden Thiere — ausgenommen demweichliche» zahmen Hund—das gesunde Träumenab. Daher gibt schon Aristoteles ungewöhnlicheTräume für Vorläufer des Krankenwärters aus.Daher hab' ich jetzt geträumt genug und der Le-ser geschlafen genug.

37. Hundposttag.

Äcr Lnioroso am Hofe — Prüliminarrezrssc derHochzeit — Rettung des höflichen Krümmens.

Am Morgen nach jener großen Nacht nahmViktor von dieser geweihten Graberde seinerschönsten Tage mit unverhüllten Thränen Abschied.

Er sah sich oft um nach diesen Ruinen seines Pal-myra, bis nichts davon übrig stand als der Berg-rücken als Brandmauer. "Wenn du nach vier„Wochen wieder hieher gehest, dachte er, so ists„nur, um dem Todesengel zuzusehen, wie er Lei-mten Emanuel auf den Altar und unter das Opfer-„meffer legt." Er sagte sichs, wie theuer er diesesLaudhüttenfest durch den Tod eines Freundes be-zahle: und wie dieser ohne einen solchen Ersatzeinen eben so großen Verlust erleide. Denn erfühlte, daß das fürchterliche Wort --Schurke" alseine ewige Felsenwand zwischen ihre auseinandergetheilten Seelen nun getreten sei. — Er stellte §sich zwar vor und recht gern, was den vergangnen >Freund lossprach, besonders die Verhetzung durch !Matthieu, und Flamins Zuhorchen als er Klotil-den ewige Liebe zuschwor; ja er verfiel sogar dar- !auf, daß der Evangelist den armen Flamin viel- jleicht besondere (die vom Apotheker vorgeschlagnen) >Beweggründe einer Liebe, Lurch deren Gegenstand ,die Gunst des Fürsten festzumachen war, weit im iHintergründe sehen lassen — aber sein Gefühlsagte ihm unaufhörlich: „er hätte doch nicht glau-ben sollen! — Ach hättest du mich doch (sagte ergerührt bei der Erblickung der Stadt) mit Kugelnoder mit andern Schmähungen durchbohrt, damit >ich dir hätte leicht vergeben können! — Aber ge- lrade mit diesem fvrlfreffenden Giftlaute!" — Erhat Recht; die Beleidigung der Ehre wird darumnicht kleiner, weil sie der andere aus voller Ueber-zeugung des Rechts begeht. Denn die Ueberzeu-gung ist eben die Beleidigung; und die Ehreeines Freundes ist etwas so Großes, daß die Zwei-fel an ihr fast nur durch eigenes Gestänkniß ent-stehen dürfen. Aber so werden aus kleinen Ver-,hehlungen leicht Trennungen, wie aus Nebelnim März Gewitter im Julius. Nur eine voll-endete edle Seele vermag es, den geprüften Freundnicht mehr zu prüfen — zu glauben, wenn dieFeinde des Freundes leugnen - zu erröthen wie jüber einen unreinen Gedanken, wenn ein stummer !verfliegender Argwohn das holde Bild beschmutzt— und wenn endlich dieZweifel nicht mehr zu be-zwingen sind, diese noch lange aus den Handlun-gen fortzuweisen, um lieber in eine kameralistischeUnvorsichtigkeit zu fallen, als in die schwereSünde gegen den heiligen Geist im Menschen. Die-ses feste Vertrauen ist leichter zu verdienen, als zuhaben.

Im lärmenden Hammer - und Mühlenwerk derStadt war ihm wie einer öden Waldung. An zarteSeelen verwöhnt kamen ihm die städtischen alle sostachlicht und ungeschliffen vor; denn die Liebe! halte wie die Tragödie seine Leidenschaften gerei-