IIl.8eculLM. IV.Lap. Von Ketzereye!« und Trennungen.
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Ob er wohl Owiüum vor einen blossen MenschenHielt/ so nennete er ihn doch vielmahls GOtt, und?akn, gleiches IVesen» mir dein Vater,welches er so verstand, daß Llnnlius durch seine Tu-genden wäre vergöttert worden: k) weswegen dieBä-ter des Loncibi zu Antiochicn das Wort garnicht zulassen wollen/-weil es nemlich auf gantz ande-re Weise verstanden ward/ als nachmahls auf demeoncilio zu dlicaea geschehen» Er mißbrauchte beydieser Lehre der Sprüche lo.k^ 12, siXXXIl» 6.Lxoö. VlI, i. und anderer.
Weil dir Tauffe der Gamosarem'aner oder Vai^lianisten, wie man sie auch nennete, nicht im Nah-men Christi als wahrhafften Gottes geschahe, wel-ches zum Wesen derselben unumgänglich nöthig ist, somuffen sie,wenn sie sich wiedtr zur rechtgläubigen Kirchetvandteu, nochmahlen geraufft werden, t)
Man giebt vor, daß sich ?^VI.VL durch seine falscheLehren bey der berühmten Palmyrenischen Königin rrzu m/inMren gesucht habe, als welche dem Ju>denthtmi ergeben war , m) und ist nicht ohne, daß erden Juden keinen bessern Gefallen thun konte, als wenner das Ansehen Christi nach und nach, wie er ansieng,schmälerte, bis endlich selbiges gantz darnieder gelegenHatte. Daß er aber auch gar dieBeschneidnng gcleh-ret habe, wie ?n,l.a;r>clv5 schreibet, will wegen widri-ger Umstände bey den Gelehrten keinen Beyfall fin.den. n)
Das ist gewiß, Saß er bey obgedachter Königin ingrossen Gnaden stand, welche ihn auch beständig ge-schähet; daher er nicht eher aus der posieLlion getrie-ben werden konte , bis diese sonst kluge und tapffereDame von dem Kayser xvEiano überwunden, ge-fangen, und im Triumph nach Rom geführetworden.
Wo e/rVI.V8 endlich nach seiner Absetzung geblie-den, und was er weiter vorgeben, ist von niemandenaufgezeichnet worden. ^
Wer waren die Manichaer ?
Ihr Haupt hieß Xl^dlL8, ein Persianer, welchersonst cvökicv8 geheißen. Das Wort Xianeü sollim Perfianischcn soviel als die Lehre heissen, o) wel-chen Rahmen er sonder Zweifel darum angenommen,weil er sich als einen grossen Lehrer aufzuführen vor-hatte. Endlich nennete er sich auchwie er denn seinen Brieff an mit diesen
Worten ansänget: X1.gdttLkck^LV8 ein Apostel leibebeiüi, und alle HSiliHen und Jungfrauen, so beymir sind, seinem geliedtesten Sohne,
Er war erstlich ein Sclave, erbeke aber durch einenZufall den Reichthum und die Bücher eines gewissenSaracenen 5crr»i>>'i, woraus er feine Ketzer-Lehrenschöpffeke. FolzcndS brachte er in Persien 12. Iün-
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ger an sich, von welchen er drey, nemlich luc-ia^s.nLkneän und aor>ä^ nach Jerusalem abschickte, daßsie daselbst die Bücher der H. Schrifft umö Geld ein«kauffen solten. Unterdesse:, stellete er verschiedene öf-fentliche vissuksklone; an, wormnen er aber ordent-lich gar unglücklich war»
Mitlerweile vernahm er, daß der Sohn des Köni-ges in Persien gefährlich kranck darnieder läge, welches^Hldlk8vor eine Gelegenheit erachtete, sich einen gros-sen Nahmen zu machen. Er begab sich also an denKöniglichen Hoff und versprach seine Hülsse; alleinebenfalls auch unglücklich, indem ihm der Printz un-ter den Handen starb.
Man gab ihn nicht unbillig schuld, daß er den Prin-tzen verwahrloset hätte; Daher er ins Gefängniß mu-ffe, bis ihn das rächende Urtheil des Königes zu einergrausamen TsdeS-Straffe verdammen würde. Wäh-render ftiner Gefangenschasst langete» seine Discipelvon Jerusalem wieder zurück an, und hatten die hei-ligen Bücher mit sich,welche !vl^dlL 3 fleißig durchging,aber zugleich» dieselben verfälschte, und seine gottloseMeynungen beymischte-
Endlich eröffnete er sich örrrch Geld und gute Wor-te bey dem Kerckcrmeister dir Thüren des Gefängnis-ses , daß er sein Heil auf der Flucht suchen und in dasRömische Gebiethe entweichen ksnte. Hierauf gab ersich vor den verheißenen Tröster aus und schrieb vondem Schlosse ärsbione einen Brief au den vornehmenMann LlLrecei.i.via zu Lslcbsra, welchen er auf seineSeite zuziehen gedachte. Dieser iumrüste ihn zuder Disputation mit dem Beschösse azc:»Li.ao, davonoben bey dem Leben der Lehrer Nachricht gegeben worden.
Nachdem ds/cdIL8 mit seinem Disputiern nicht zu-rechk kommen konte, nahm er die Flucht wieder nachdem Sckstoffe Arabion, ward aber bald durch die Kö-niglichen Persischen Soldaten gefangen und nach Per-sien gebracht, woselbst ihn der König lebendig schindenließ. Die mit ispre» ausgestopffte Haut ist laugeZeit aufgehoben worden- Die McinicHäer pflegte»zu solchem Andenrken nicht nur Rohr unter ihre Bet-ten zu streuen, sondern auch den Tag seines Endes,welchen sienenneken, mie besondern Ceremonienzu feyern. p)
Die Schrifften, dadurch ftmen Irrthum
auszubreiten und zu bestätigen gesucht, sind theils desabgedachten scrrui^xi gewesen, welche er unter seinemNahmen Heraus gegeben, theils aber Hat er selbst ei-nige verfertiget. Man nennet
1. Das Buch vom Glauben, davon beym Lpipk-nio grosseStücken anzutreffen.
2. dlB-ri», welche er in 22. Theile nach dem Perflanitsitzen Alphabet eingetheilet.
9. '1 kctiur s lkiLi«r H annsr.
4. I)e , davon ein wtitläufftiges kl'»gweni beym
kg'ipksmio vorhanden.
5. Der Brieff an >l,rc«I!um, welcher nebst der AntwortkelsrceM gantz beym xplxtzsrüo zu sinden.
6. Roch andere Schrifften, davon kchplesnii» ercerxr» gicebet, die Titel derselben aber niel)t benennet.
Eer ee. ; Seine
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