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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Historie Neues Testaments

-ern -auch mit. stachljchten Schkiffteu angriff. l<)(Siehe H48.)

Die ersten Verfolgungs-Patente wurden den 2z.kekniarii Anno ;o;. pubiwirek, und lauteten solcher-gestalt: daß alle Airchen der Christen bis aufdenGrund zerstöret, die heiligen Bücher verbrannt,die in Ehren Äenrrarn ziehende Christen abge-setzt, und vor int^m erkläret, die gemeinen aberihrer Freyheit verlustig, seyn sotten, i) DiesemLiiöle folgere sogleich ein anders, welches verordilkte,daß -alle Vorsteher der Pärchen ins Gefängniß!Heworffen undzuin Opfsern gezwungen werdensolren. Dergleichen noch zwey knrtz nach einanderzum Vorschein kamen, m)

Wie hefftigman hieraufdie Christen angefallen, kandie nachdrückliche-Rede des Käyscrs n)

Zeugniß geben. Die Erde, spricht er, hat dazu-mahl sonder Zweifel Thränen fliesten lassen : -derausgebreitete Himmel hat -gleichsam geseuffzer,daß seine Rlaryeir mir so entsetzlich vielen; Blu-te beflecket ward : ja, selbst das Licht des Tagesmuste aus Verabscheuung so greulicher DingeLunckeh werden. Zwar bedienet sich der Käyscrin diesen Worten allerdings einiger rednerischen Figu-!ren.: gleichwohl aber berichtet LV8L6lV8 , o) daßwürcklich auch solche Wunder augemercket worden.Den» bey dem schönsten Wetter spürete man mittenam Tage, daß dieSäulen der Umgänge in dcrStadtnebst den Märckten «ndGassen gantz naß wurden, daßman die Tropften Herab stressen sahe, worüber sich sogleich die gemeine Rede ausbreitete, daß die Erde überden ungeheuren Muthwillcn, welchen man au den Chri-sten ausubere, geweinct Hätte.

Was an allen Orten in dieser Verfolgnng geschehen,kan ohnmöglich erzehlet werde». Ein jeder ^r3ebäemübrte nach seinem Gefallen unendliche Grausamkeitenaus. Diejenigen, welche mordeten,brannten rc. hieltman noch vor die besten. Einige aber waren so boß-hasst, daß sie mit allerhand empfindlichen Marternwohl gantze Jahre anhielten, bis sie die Verleugnungauopresseten, daraus sie sich denn einen solchen Ruhmmachten, als ob sie gantze Provintzien erobert hätten.Diese hielten die Christen vordre aSerschlimste«. p)

Man verschonetc weder Stand, noch Alter, nochGeschlecht. Die Christen wurden auch nicht cintzeln,sondern hauffenweise Hingerichtet. Irr Bi'thynicn ver-brannte der wüthende?rge6cj«nr «ine gantze Gemeinein der Kirche«, g) Man band sie kuppelweise anMühlsteine, und stürtzte sie ins Meer. r) Die Häu-ser der Christen wurden geplündert, die Leute.zerrissenund auf den Gassen Herum geschleppek, und was der-gleichen unendliche Boßheiteu mehr waren, r)

Der vornehmsten Märtyrer in diesem Leculo zuge-dencken, so werden folgende gcmercket:

il) IbiciemIdiäem c»p. 8üb.r. 0.52

e. 2. l) LV8LKIV8 tt. k. lib. 8- ». 2.

») ,pu6 KV85.K1VK1 cie vic» cOdlLUdlp«i) LV8L8IV8 «je krise/tinis csj, 9

.. t t - - - - -

x) äwinir. inttUuk. lill.5. c. n. Ibi-

ä,w. r) l<icm äe marr. Ptr5«c.,' c»x. I s. r) Lä§H.iIV8 bo-«il. lA. pa LOl^vlVbl m«r.

?LckKV8, ein Bedienter am Käysirlichen Hofe. Ersolte den Götzen vpffern, allein er wcgerte sich stand»hasst. Hierauf wart) er nackend ausgezogen, und er-bärmlich gegeiffelt, daß das Fleisch von den Knochenherab sieh Man mischte joden» Eßig und Saltz un-tereinander, und begoß das rohe Fleisch damit. Alsauch die Schmertzen seine Beständigkeit nicht ermü-den konten, setzte man einen Rost über das Feuer, undfisMg ihn an gantz langsam zubwken. Allein der taps-fere Zeuge überwand durch die Liebe Lknki alle dies«Martern , und schickte seine treue Seele, als eine rei-ne Braut, nach dem Himmel.

kbhIX, Bischofs zu Tibur. Man forderte ihm dieheiligen Bücher ab: er antwortete aber behcrtzt: Ichgebe sie nicht heraus, ich will mich lieber ver-brennen lassen. Um dieser Ursachen willen, ward erenthauptet.

VId<LLb!HV 5 , Lrcliiäiacnnuz zu 82rgFolls in Spa-nien. Sein Bischofs V^I.ek,lV8 hatte eine gar »nbe-redte Zunge. Als nun beyde vor den praeliäcntcn i>L-ciäd-vxl gefordert, und befraget wurden; Warum sieden: Käyserlichen Befehle nicht gehorcheten ? so konttder Bischofs mit der Sprache nicht zurechke kommen:weswegen Vck>!Lk.I>HlV8 den Bischoftanredete:NieinVater, wenn .du es Pefiehlest, so will ich demRichter antworten. Wogegen VHÜLKIV8 sich al-so erklärete: mein lieber Sohn, ich habe dir schonlange die Sorge des göttlichen Wortes überlaßsen; jetzt aber trage ich dir auch die Antworthvegen des Glaubens auf, darum wir hier stehen.

ViblLLblHV8 bezeugen hierauf mit grossem Nach-druck, was er vor einen Glauben habe, und wie be-ständig sein Bckänntniß von Christo sey. Indem ernun diß alles mit wichtigen Worten vorbrachte , so er-zürnen sich der k^eies darüber, und befahl, den Bi-schofs ins exilium zu bringen, den OUconum aber, alseinen Rebellen, zu martern. In währender Martersagt« vaciLnv?: wie beuchter dich nun, VMLLdl-',H, wie stehcrs um deinen elenden Leib: dieser'antworten mir mumernAugen: Das ists, was ichallezeit gewünschet habe. Du hättest mir nichtsüngenehmers erweisen können, r)

Nun muste VldiLLbHlV8 auch die Feuer-Probeantreten; er stieg aber selbst gantz freywillig auf denglüenden Stuhl, .man peirschete ihn dabey, und machteWunde auf Wunde: allein der heilige Märtyrer warunbeweglich, richtete die Augen und Hände gen Him-mchundhethete hertzlich. Endlich ließ ihn oaciL^v;, aufein weiches Lager bringen, daß er sich rvieder erhole»und zu grösser» Märten: aufbehalten werden solte.Doch GOtt entzog ihn solchem Muthwiken, und for-derte seine getreue Seele zu sich. Mm warssihn fol-gends auf öffentlichen Platz, daß ihn die wilden Thie-re und Vogel angreiften solten; allein es satzke sich einRabe zu dem Cörper, und gleichwie er ihn selbst nichtverletzte, also hielt er alles, was ihn angreiften wolte,nicht ohne Bewunderung der Heyden ab. Weswe-gen vaciLuvz aus Neid, damit die Christen den Leich-nam

e) m,rt/rsl. KVMLKH