Kirchen «Historie Neues Testamentes
chien mit ihren zwey schönen Töchtern that, als sie mitihnen ins Wasser sprang. Diß Verfahren aber ist kei-mesweges zu billigen / weil kein Mensch Macht übersein Leben hat, und kein Befehl zu solche!» «selbst-Morde vorhanden, wie ^V6V8HdlV8 e) gar.rechterweiset.
Sonst zeigten sich ausser den bisher gemeldeten, nochViel andere Wunder bey den Märtyrern» Wenn dieScheiter-Haussen sollen angezündet werden, so erhobsich zuweilen ein solches Werter, daß kein Feuer.Haff-ten konte. l) Manche redeten , wenn ihnen schon dieZunge aus dem Halse geschnitten war, g) und dergleichen mehr.
Endlich wurden die Richter desMordenö selbst über.drüßi-g, und liessen den Christen nur das rechte Augeansreissen, und den kincken Schenckel brandmqhlen,Worauf sie in die Metall-Gruben geschickt wurden. l>)
Als 6^.6k,kKIV8^ welcher nach Abse-
tzung die Verfolgungen aufs unbarmhertzigste fortge-setzet hatte, Anno Z09. in eine entsetzliche Kranckheitverfiel, also, daß er bey lebendigem Leibe verfaulet?,und die Würmer aus seinem Leibe krochen , danebcnstein solcher Gesianck von ihm gieng, daß man densel-den nicht nur durch den Pallast, sondern durch diegan-che Stadt spüren tonte, welche abscheuliche Kranck-heit über ein Jahr anhielt, so erinnerte er sich endlichdes Unrechts, damit er GOrt und die Christen belei-.digst hatte, und rieff öffrerö: Jet) .will GGrr seineKirchen wiedergeben, und vor meine Bosheitgenung thun! Diesemnach Mete er ein Edict, wo-durch dir Christen gantz unverhoffte Freyheit und Ru-che bekamen, i)
Man kan sich leicht einbilden, was nach so greuli-chen Geschichten vor eine Freude bey den Christen ent-standen seyn muß, da die kraeliä-nten überall gleichalle Gefängnisse öffneten, und die zu den Metallen der-dämmte wiederum nach Hausse entließen, ingleichenselbigen die uncingeschränckte Freyheit ihres Gottesdien-stes verstatteten- Man sahe die armen Lxulsntm mitHaussen aufden Strassen einher kommen, und hörete so-ivohl auf denselben, als auf den Märckten Lob- lindDanck-Lieder erklingen. Die Heyden aber wurden we-gen dieser plötzlichen Veränderung gantz bcstürtzk, undrufften aus: Der Gd)rr der Christen müsse Meinder einige und wahre GOtt seyn. t<)
Allein der so südliche Sonnenschein währete nursechs Monate, so erreget« bltLXirckldiVL durch seineEdictc gegen die Christen wiederum neue Ungewitter,worinnen noch viel Märtyrer gecrönet worden, bisendlich und bIMIV8 durch gnä-
dige Patente den zehenjähngen Trübsalen der Kir-chen ein gewünschtes Ende machten.
X.
Was hak die Heyden zu liefen Verfolgun-gen angetrieben ?
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d/iun. 14. z) Idiäem« k) LV8LKIV8 lt. 8. lil». g. c. 12.mskk. c> 8- lo- >) mork, ver-
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Die meisten Ursachen sind bey den Verfolgungenselbst bemcrck'ct worden , soviel zumahl die Käyjer ins-besondere angehen. Die allgemeinen Ursachen bey denHeyden waren auch in diesen Zeiten, wie sonsien dieErdbeben und andere Unfälle. I)
Die christlichen Scribenten schreiben sie vielfältigden göttlichen Gerichten über den Verfall des Christen-thums zu, von welchem letztem in dem folgenden Ca-pitel ein mehrere gedacht werden wird. m)
Bey der Verfolgung OlocbLUAbtt gab der rebel-lisch« äe»kl.r.ev8 in Egypten besondern Anlaß. Den»ward darüber erbittert, daß er nacherhaltener Oberhand nicht nur äaknt.l.xvn den Bestienvorwerffen ließ; sondern es gieng auch über allerleyArt Leute dafelbsten gar erbärmlich her.
Vornehmlich suchte er den Egyptiem dreyerleyTManzuthun: daß er ncmlich alle Bücher berEhristenund Heyden beyihn?n aufsuchen und verbrennen ließ,in der Meynung, man würde steh sodenn eher zu demHeydnifch-Römifchen Gottesdienste bequemen. Fer-ner verboth er ihnen die Vcrwandckmgs-Kunst derMetallen, damit sie nicht so reich werben, und Mittelzum Aufstande haben möchten. Endlich befahl er ih-nen auch die Römische Zeitrechnung anzunehmen, n)Das letztere erhielt OlOLllLH^biV8 solchergestalt,daß man in Egypten und andern Orten eine neueZeit-rechnung, sonderlich bey den Christen einführete, wel-che man unterschiedlich aersm Oioclecisnsm, oder Se-cam mscrz'rurn , und aeram perl'ccukicmiz , die Zeit^rechnung, so stet) von V!Oei,LH^blO, oder vonden Märtyrern und deren Verfolgung anhebet.Die in Aethiopien berikeln sie Zeitrechnung der Gna--den, die Mnhammedaner aber die Zeitrechnung dorCopriren. Sie fängt sich an mit dem 29. Lugutti,da der neue Mond eintrat, im ersten Jahr der Re-giernng VIQCl.Ll'i^d!!, nemlich Anno 284. wiewohlbey den (chrouolsgis dißfaüs noch verschiedene Streuligkeiten auszumachen. c> )
Noch eine besonder« Gelegenheit zu den letzte» Ver-folgungen gab folgende Begebenheit. Als sich OI0-im Orient aufhielt, war er als ein furcht-samer Tyrann begierig, durch Heydnischc Opffcr zu er-fahren, was es mit seinem Vornehmen vor einen Aus-gang gewinnen würde. Indem aber in der Käyserli-chen Hofsstadt unterschiedene christliche Bedienten vor-handen waren, schlugen dieselben bey den abergläubi-schen Handlungen das Crcutz vor sich, wodurch disbösen Geister verjagt, und das gantze Opffer mchiretward, also, daß man keine gewöhnliche Zeichen beydenThieren finden konte, die heydnischen Pfaffen mochtenes auch anfangen, wie sie wollen. Endlich merckkees der Ober-Pfaffe und sagte, 'es wüsten unhei-lige Leute, wie sie die Christen nennetcn, zugegen seyn,daß nichts von statten gehen wolte. Darüber erzür«nete sich OIOLllLIl^diVr» dergestalt, daß er gleich
befahl.
i) Okri6k.^L8 rr,Ä. 28. lm dlscrkseum. m) 8V8K-LIV8 4- msrc. ?s!sek. 12 . L. Iü>. 8- c»p. I.,
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