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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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7-r

Kirchen «Historie Neues Testamentes

mand meynete, er würde durch dieAilmoscnarmwer-den. Denn sie glaubcten , was Christo zu Liebe ange-wendet würde, könne nicht aufhören.' Vielmehr wür-den solche Zaghaffrige endlich an Heil und Leben Mangelerfahren, r)

Demnach durfftcn die Annen und Unvermögendenzu dieser Zeit noch nicht klagen, daß sie verlassen wär-den. Die Beschösse liessen sich dieselben, als den bestenSchatz der Kirchen garzu angelegen seyn« cv?ki^nvkkau diese Serge in seiner Abwesenheit den Aeltesten undDiaconi; zu Carthago nicht gnugsam recommenciireu.Er schreibet ihnen, sie möchten ja die Armen und Beken-ncr nach allemVenuögcn undaufalle Weise, sowohlmit Nahrung als Kleidung versorgen, u «des an nichtsfehlen lassen, indem die Sunnnen zu solchem Ende un-ter viel Kirchen-Diener vertheilet worden,damit dieAll-mostn desto behender nüd richtiger an ihren Mann kom-men möchten- k) Von dem Römischen Vischoffe co-r-wird gemeldet,daß exzu seiner Aeikizoo. Arme,Wittwen , Waysen , Krancke und GebrechlicheLurch die Mildgeblgkeitder Gemeine unterhalten habe.!)

Absonderlich erwiest sich der Christen Mitleiden, sie--e und Müdigkeit an den Märtyrern« Sie besuchtenund ergnickken dieselbe, dastsie alles Elendes bey solchemTrost vergaßen, m) Also besuchten die Bruder den Bssfchoff rkvcrvmvn, und waren nicht sowohl betrübt alssich sich mit ihm, weil sie wüsten , er gehe nun zu einerso grossen Herrlichkeit. Sie bothen ihm auch allerhandErguicknngen an» r>) ein reicher und vorneh

mer Mann theilett den Märtyrern überflüstigmir,waejhnen nöthig war. o) Und so erwiesen sie ihnen allemögliche UebeS-Pflichken, als die da in solchen gefange-nen und leidenden Brudern ihren Hcyland selbst betrach-teten. k)

XXI.

Wie bezeigten sie sich in der Gast-Freyheit?

Es mag vor dißmahl g»ug seyn, dieselbe nur durchein paar Exempel zu berveisen;indcm sonst ausLVINI^LiO q) und andern zu sehen, daß auch die gemeinen Bey.steuern zur Versorguugdcr Fremden verordnet gewesen.

Als einstens zwey Märtyrer und 5Lnvuv,

uvs zu ihrer Marter au einen andern Ort gebracht wur-

grosscs Land-Gut in Campanien, und nahm alle Chri-fteu mit, welche solchergestalt der Verfolgung zu ent-weichen Lust Hatten, s)

XXII.

Wie verhielten sie sich irr der brüderlichenErmahnung?

Sie liessen nicht ab, diejenigen , so von der rechtenMeynung abwiechen, auf bessere Gcdancken zubringen,und gantz allein zum Dienste des grossen Schöpffcrs an-zuführen, damit fiealleS also thun möchten, wie sie der-mahleinst von ihrem Leben und Wandel RcchenschaMgeben solten. r)^ Bey solcher herzlichen Ermahnung a-ber enthielten sie sich aller Anzüglichkeiten , oder össcnt«lichen Ausbreitung der Fehler ihres Nä6)stcn, und re-deten auch in Abwesenheit nichts Böses oder Gottlosesvon dem Strauchlendm. u) Wodurch er denn, wenner merckte,daß man ihm eben nicht blamiren wölke,destoeher sich schämcte und besserte«

Dergleichen Ermahnungen hielten sie vor ein gar nö-thiges Stücke ihrer Christen-Pflicht , sonst hätte ihrGewissen leicht mit fremden Sünden befleckt werdenkönnen, wenn sie Hazn stille geschwiegen, und also aufgewisse Weise ihren Beyfall bezeuget hätten, x)

Der Geist der Lebendigmachung und Gnaden triebsonderlich, die Heiligen und herrlichen Zeugen GOttes,daß sie cö nicht genug seyn liessen, wenn sie ihr köstlichesBlut bey der Marter vergossen, sondern sie suchten auchandere durch die Eingebung ihres Glaubens zu Mär-tyrern zu machen. Ihre Liebe war so groß, daß ob sieschon stillschweigend durch die Exempel ihrer gvttseeti-gen und standhaffken Tugend Hatten erbauen können;so flösseten sie doch auch andern den Thau heilsamer Er-mahnungen ein, und gaben ihnen Rath, wie sie bis ausEnde beständig verharren möchten. 7)

XXIIl.

Worinmn zeigte sich die gemeine Liebe?

Sonderlich in den vier folgenden Pflichten :

1. In der Liebe gegen die Feinde.

2. In dem Gehorsam gegen die Obrigkeit,z. In der Gerechtigkeit.

4. In der Friedfertigkeit.

ragt« sich di."L W-.'die Ach.de r

wenn sie selbige mir ihrem Gefolge beherbergen tonten. 1)<nrE.Ev;. ein vornehmer Mann zu Rom, nahmalle neue Christen zusich in sein Haust, und versorge«sie, als unter -vicrarr-ri^no ein Befehl ergangen , daßniemand sufdem Marckte Speise kauffen tonte, wenner nicht vorher einigen daselbst aufgesetzten Götzen ge,opfferk Hätte. Ja, als seines Christen

thums halbe» gleichsam in Verdacht gerietst,^begab ersich nach ausgewürckkcrKäyserlicheuErlaubnißarrfsen,

i) lärm äe »per, L eteemossnk x>. Z05. eäir. prrisi. G4;.jr) -pik. ;. 6. !) KV8L8IVL tt. ki. !ib. 6.csp. 4;.

conkekt. LsridsA. sp. sä a. d. 2Ä2. n. 7 - H<

U»iä«m r>. 6j. 0) läsm ,ä a. 298-n. ir. p) L?-PXttrdlVS «pik. 62. g) exitt. z6. r) La^OdllVS sä a.c. 262.N.Z8.

Sie nahmen sich in acht, daß sie dieselbe auf keineWeife reitzcten und erbitterten. Zu solcher Behutsam-keit ermähnet (Nkkkl/idlV8 seine Aeltesten und Oiscn-no;, wenn er also an sie schreibet: Acyd in allen Stü-cken sansitmüthiZ und demmklg, wie es denKnechten GOrres geziemet. Man mrrß sich indie Zeiten schicken, siiUe seyn, und damit der Ge-meine zu starren kommen. Er erinnert, sie möch-ten nicht hauffen-weise die Märtyrer besuchen,sondern wech-els-weise hingehen, damit Vermeidder Feinde nicht erwecket werde, x- Um

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