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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchsts.Hlstsrke Neues Testaments

KLa,

nöthiget, selbigen zu verlassen,und sich nach seinemVaterlande in Armenien zu l-etiriren. Endlich hatte erAnno ;(,c>. das Glück, dem nLcvElo auf dem Smh>le zu Cochtantinopcl zu folgen, ß) Bey-Einweihungder Sophien-Kirchen predigte er unter andern also:Der Daeer ist gorr'oß, der Sohn aber fromm.Als nun das Volck darüber inurrete, sprach er: Habtnur eine kleine (Seduld, biß ich ausgeredr habe.Der V»mr ist gsttloß, wer! er niemanden ver-ehr r: der Sohn aber ist fromm, denn er ehretden Daeer. Hierdurch ward das Volck zum Lachenbewogen, und man kan aus diesem Exempel leicht er-kennen, was er vor tröstliche Sachen muß haben pfle-gen vorzubringen, h ) Er war übrigens ein wollüsti-ger, und furchtsamer Mann; daher er alles that, wasder Käyscr haben wölke, und so gar xeriv», dessenIrrthümern er doch zugethan war, vom Amte brin-gen halss. i)

Gl ichwie aber diese und viel andere, welche alle zubenennen gegen meinen Zweck ist, gantz offenbar desAKIl boßhafften Lehr-Sätzen beypflichteten: also fan-den sich deren nicht wenig, welche man mit dem Nah-men der halben Arianer bemerckte. Unter diesenwaren viel Rechtgläubige, welche sich nur etwa andas Wort , gleiches Wesens, stressen, unddavor lieber ähnlichen Westns, fttzeten,

es aber so erkläret«, daß es mit jenem völlig übercinkam ; wiewohl diß letztereWort ohne beygehende Er-klärung die Sache freylich nicht so gut, als das erste-re, ausdrücket, k)

Zu dieser Zahl rechnet man AO^OIVIck» weichetsollst als das Haupt der 86X11. ^kl^er, welche vonihm tXO-zOI^dksr hiessen, angegeben wird ; K^ZIbl-Vtvt ?e!<!6M.^d-!VXl, dem das Wort zuwiederwar, weil es die Vater auf dem Lnncillo zuAnkiochrenAnno 270. iricht hakten leiden können; XI^KOVXIA66I1äV8IVXI, kAVbrNV.Vl 'kMlVxl, 6608.61-VX-l 6^0l)l66dlVX1, und viel andere, welche zumTheil auch darum den halben Arianer» zugeschlagenwürden, weil sie dem x-r»äxzxic>, von dem sie vielleichtnicht gehörige Nachricht hatten, zuwieder waren.

Ob nun wohl solchergestalt viel Rechtgläubige un-ter dem Nahmen der Arianer leiden musten, und esmanchmahl freylich auf einen Wort-Streit hinausliess: so hat ein rechtschaffener KnechtCHrrsti doch garkeine Ursache dem A8IO selbst und seinen getreuen An-Hängern das Wort zu reden; indem es allerdings ausder Historie offenbar, man wolle denn alle NachrichtnnvernünsstlgcrWeise in Zweifel ziehen, daß der Teu-fc! durch diese Leute nichts anders in Willens gehabt,als Christum, so zu reden, von dem Throne seiner gött-lichen Hoheit zn stürtzeu.

Man muß cö dahero recht bedanren, wenn mau sichden verwirreten Zustand der Kirchen in damahligenZeiten vorstellet, in welchem er doch jetzt nach den ge-endigten heidnischen Verfolgungen der glückseligste

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hätte seyn sollen. Diß Elend war um soviel grösser,weil die Macht der weltlichen Odrigk it miiuncbro mlkins Spiel kam, welche zum Verderben der Kirchenunchristlich genung geinißbrauchet ward.

Die schmeichlende» und verschmitzten Arianer wü-sten sich sonderlich am Hofe zu münuiren: daher sieGelegenheit funden, ihr Vorhabe» vielfältig mit Ge-walt auszuführen. Man kan hierbey an die Histo-rien 6 V 8 äH 61 Ik ^' 1 i 061 i 6 ! 8 il uns

anderer zurück gedencken. In folgenden Capitel wirdsich Gelegenheit ereignen, von einem und anderm nochetwas mehrers anzubringen.

!U.

Wer waren die Photimaner?

? 6101 'H 8 IV 8 , auö Oallo- Or^ccia gebürtig, war <l'ttDiscipel n»kcer,l.i zu Ancyra, und eine Zeitlang dessenDiaconus, l) Man rühmet feinen guten Verstandund natürliche Beredsamkeit, wie auch seine fertige Er-känntnißder Griechischen und Lateinischen Sprache, m)Diese Gefchickligkeiten erhoben ihn auf den bifchöff-liche» Stuhl zn Ln-mium in Pannonren, (nicht zuäm^etia, wie bey dem I 57 O 0 KO anzutreffen,) welchener auch einige Zeit ohne jemandes Anstoß bekleidete, iBald aber im folgenden ward man höchstschädlicheIrrthümer an ihm gewahr, worzu ihm sein ?racceplorzu Ancyra ohnezweifel Gelegenheit gegeben-Denn als dieser einst mit dem Arianer äc-rir-ero in ei-nen Dlffnkat verfiel, gerierh er auf die Spuren 5Ei.-cn und ?8VI.I , n) worüber er Anno ;? 4 .

auf dem 6onciIio zu Jerusalem z«r Rede gesetzt, undbeschämet ward, daß er sein Buch zu verbrennen ver-sprach : bey schleuniger Aufhebung des 8zmoüi abersein Work in keine Erfüllung sttzcre. «)

Diesemirach muste das folgende Jahr

aus dem 8^-iollo zu Conficmtinopel erscheinen, undward, weil er seinem Versprechen nicht nachgekommenwar, noch nachkommen wolte, feines Vißthums ent-setzet. p)

Hierauf machte er sich an , und den

Römisttxn Btschoss iveivivi, schrieb auch eine Apolo-gie vor sich, und ward deswegen auf dem 8ynoeio zu8Ärchca wieder ahholuiret, und in sein Bißthum ein-gesetzet. g)

Doch er konte seinen Schalck nicht lange bergen, ssgaben sich seine gottlosen Irrthümer von neue,» zu er-kennen, also, daß ihn nicht nur der Heil. k-rrivivs ver-dämmere , r) sondern auch keine fernere

Gemeinschafft mit ihm haben wölke. 5)

Aus diesem erscheinet der Geist des Betrugs an die-sem x,ELl.vo zur Gnüge, weswegen man selbigem kei»Unrecht thut, wenn man ihn gegen die oben ^8-812.

, leg. angeführten Ursachen zum Haupte der Ketzer, welcheman von ihm die Marccliianer nennere, setzet, r)

Wie

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