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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kikchrn-Histsrie Nettes Testamentes

Marien-Dienfte, der nachmahls in der Römischen Kir-chen aufgekommen, vorgespielet worden.

XI.

Wer waren die Aerianer?

Ihr Haupt ^LKlV8 warAeltester des Bischoffs ev-5-r^Tttn zu Sebastia, und mochte vcy der Absetzung die-ses letzter» (Viche oben p. 806.) Gelegenheit genommenhaben, seinemBischoffezu widerspreche», u) und sodennseine besondere Lehr-Sätze zu behaupten-

Diese waren folgende: Die Bisthöste und Aelre-sten stünden in gleichem Range, Gewalt, Ehreund würden; die Gebethe vordie^Verstorbenenkomm ihnen nichts helffen; man durssre keine be-stimmte Lasten halten. Solchem füget man noch,wiewohl ohne Grund, die Arianische Ketzerey hinzu.

Ob nun wohl gedachte Lehren vor diese Zeit etwasungewöhnliches in der Kirchen waren, so würde man siedoch in dein Apostolischen 8ccul-> nicht eben mit so schee-lem Gesichte und so »«christlichen Straffen bemcrcket ha-den, als diesen Leuten wiederfahren. Denn sie wurdennicht nur aus der Kirchen gestoßen, sondern auch aus denStädten und Dörffern getrieben, daß sie in die Wälderfliehen, unter den Felsen und freyen Himmel übernachSrn, und Hunger leiden musten. x)

XII.

Wer waren die Meßalianer?

Sie haben den Nahmen von «bx , Bethen, daherdie Bethenden , wie denn der ihnen beygcleg.Se Griechische Nahmen eben so viel be-

deutet.

LkI?I4kb4IV8 7) macht einen Unterscheid zwischenden ältern und neuern Meßalianern, und erzehletvon jenen , welch« H yden gewesen , ziemlich dunckelZeug : Die neuern aber »enneten sich Christen , undfnd etwa um das Iahr;6z. in Mesopotamien entstanden, von bannen sie sich nach Antiochien begeben.

Die vornehmste von ihre» Anführern HießenDVK8, ^VLb?«iV8. daher sie auch

kbll^^'er gmennet werden, und 81^480bl.

Diese sonderten sich zwar von der Kirchen-GemeinschaffrNicht ab, gaben abervor, die göttliche Speise, so da-bey genommen würde, brächte weder Nutze» nochSchaden.

Sonst waren sie Fanllentzcr, und hielte« das Arbei-ten vor ein Laster, schlieffen die meiste Zeit, und Hieltenöhre Träume vor Offenbahrnngen. Sie gaben sich da-bey vor solche Leute aus, die durch den Heil-Geist getrie-ben würden, und daß sie die Heil. Dreifaltigkeit mirleiblichen Auge» s hen könten. Daher ihnen der Nah-me der Enthusiasten beygeleget worden. Ihr Gebethverrichteten sieofft bey Tag und beyNacht. Mann undWeib lagen im Sommer «uföffenklichen Straffe» un-ter einander; -eun ihr Handwerck war Hin und her zu'ziehen, und die Leute um Atlmoftn anzusprechen, vor-grb nde, sie hätten der Welt abgesaget, und akcS verlai-sen; b.y entstehendem Hunger aber hielten siesich nichtsvorübel, undverübekcn allerhand Muthwill n- Im

u) e»,m.r.snc. ^ri0ene.k.^i>.lztz,

i»,k,s.7§. 7) lärm knrel.jjS.

übrigen legten sie sich aufs Leugnen, wenn sie jemand umihr« Lehren befragte, und lästerten aufdiejenigen,welcheetwas davonauefchwatzeten- r)

Wieder diese Secte setzen sich unterschieden« Bischof«fe. l-rroivs zu Melitine verbrannte ihre Klöster;i-»iroa»iv5 trieb sieaus Lycaom'cn: aber ließ

sie durch eine Menge Mönche von LciellH nach Antio-chien holen, bat den obbenenuten ^Dkl.kl4lVdel freund-lich zu sich, und nachdem er ihn an seine Seite sitzen lastsen, fragte er: Auf was Weise sie denn glaubeten, daßder böse Geist weichen müsse, und dagegen der H. Geistüber den Menschen komme ? dieser Glimpffmachte muthig, daß er offenhertzig her-

aus brach: Die Tauffe hätte keinen Nutzen , das Ge-beth allein treibe den Teufel aus. Alsdenn erlangteman den Heil- Geist, welcher den Leib von bösen Be-gierden befreyetc, und das Gemüth zu göttlichen Din-gen erhübe, also daß man auch zukünffcige Dinge mer-cken, und, wie vorgebucht, die Heil. Dreyfaltigkcitmit leiblichen Augen sehen tönte- Zu allem die-sen aber wäre weder Fasten noch Predige« vönnö-then. s)

Ich kau nicht leugnen, daß man von diese« Ketzerngar viel Dinge mit gelinden und günstigen Erklärun-gen entschuldigen tönte: indem aber die Nachricht beyden Scribeutcn nicht anders zu finden, so sehe ich nichtwarum man Muthmaßungen mehr, als deren Zeugnis-se, gelten lassen will.

Man verdammte diese Secte aufeinen Zynoäo zu 8i-äa, *) worauf xr-li'ttn.oLttiv» , der bekannte Bischofs zuIronien, prseluiirete, wiewohl dem ohngeachtet die-se Ketzer noch im folgende» 8ccu!o anzutreffen wa-ren. **)

XIII.

Was sind vor 8cki5mat3 oder Trennungenin diesem 8 ecrüo vorgegangen?

Vornehmlich folgende viere:

r. Das Melerianische 8L»l8kl^.

2« Das Dsnaristijche 8<üttl8k4^.

z. Das 8LM8le4/e zu Antiochien.

4- Das Luciferiamsche 80418!^.

XIV.

Wie hat sich da- Meletianische 8c)ri6n2 er-eignet ?

klLl.LUVZ, Bischoffzul-ycopoli in EgYPten, warin der Diocletianischen Verfolgung gefallen, und des-wegen von i-erieo zu Alepandrien Anno ze>6. abgesetzetworden. Doch diel.k.HV8 , der einen grosse» An-hang harte, fragte wenig nach solcher Kirchen-Lenlue,sondern trennet« sich von derAlepandrinischen InstreÄian,und führetc seine eigene Gemeinen, deren Glieder Mcle»tiancr genennet wurden. ***)

Andere gedenckeu von kciuem Falle des

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