Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

IV. 8-cuIum. V. Op. Von dem äusser!. Zustande der Kirchen.

S75

Land, Maccdonieu und einen Theil von Africa. Erwar ein tapffercr Herr, und brachte Anno Z42. dieFraneben untern Fuß, führete auch das folgende JahrKrieg in Britannien, n) Er stund vor die rechtgläu-bige Parthey gegen die Ariaucr, und schrieb feinemBruder deswegen nachdrückliche Brie-

fe, war auch fönst bemühet, dasDonatistifche 8cl>i5main Africa zu heben. Indem ihn aber auf die letzteWollust, Hochmuth und Grausamkeit übermeistertcn,so warf steh fein General raasriLruivs, gegen ihn zumKäyftr auf, und da hatte das Unglück, daß

er auf der Flucht zu Lln» an den PyrcnäischemGebüvge im zc>. Jahr seines Alters ermordet ward- 0)

4;. IVUläNVS.

Käyftr z6r. bis;6z.

Er war des obgedachten Bruder, und wärebey einem Haar in feiner Jugend bey dem Antritt derRegierung welcher damahls viele von sei-

ner Freuudfchafft Hinrichtete, ->) auch umgebracht wor-den , wenn ihn seine zarten und unschuldigeu Jahrenicht noch geschähet Hätten. K)

Man führete ihn nebst seinem Bruder auf einemLand-Gute in Cappadocien zu allen Künsten und Wif«

senschafften an. Im folgenden ward l.VlckAKV8 Lv-seeio, dem Vischoffe zu Nicomedien, untergeben, wel«

w^8-r^^IIV8 hatte in der Theilung den Orient, Her ihn fleißig '«der Heil. Schrifft unterrichtete und- - - - ^ gar zum Leser rn der Kirchen bestellete-c)

nehmlich Thracien, Asien und Egypken bekommenMan rühmet ihn wegen seiner schönen Leibes-Gestaltund guten Aufführung, inqleichen, daß er der Philo-sophie, Gerechtigkeit, Wahrheit nnd Mäßigkeit erge-ben gewesen; p) wiewohl ihn andere im Gegentheilals einen kurtzen, leichtgläubigen, chrbegicrigen, unge-rechten , unbeständigen und unmäßigen Herrn ab-bilden. g)

Als er sich, den Persianern Wiederstand zu thun,jnAntiochl'en aufhielt, wurden erstlich feine Leute, undsodeu» nach und nach die Käyferin und der Käyftrselbst von den Ariauifchen Irrthümern angestecket. r>Wie fthr er folgendes auf deren Parthey gestanden, istoben zur Gnüge erinnert worden.'

Bey allem diesen war er doch ein Ertz-Heuchlcr, undhakte Heimlich seine grösseste Lust au heydnifcher Lehreund Gottes-Dienst, wie man ihm denn deswegen denUmgang mit dem Redner verbieten muste, des-

sen Owtiolie; er doch Heimlich desto fleißiger laß. Gleich-wohl wolte er den Schein eines christlichen Eifers ha-ben, und nahm sich nebst feinem Bruder vor, über darBegrabniß des Märtyrers raaräLb eine schöne Kircheaufzuführen. Es gefchach aber wunderbarer Weise,daß diejenige Seite, an welcher IVIck/zr8iV8 bauete,immer wieder einfiel ; dahingegen 6ilHV8 feine Helff-te glücklich zustande brachte, welches denn mancherleyUrtheile unter den Leuten erweckete. 6)

Absonderlich brachte ihm der ?b>ioiopbu8

Gegen die Pcrstaner führete er den Krieg nicht gar zujpollendS den Haß gegen das Christenthum bey, wie-

glücklich, weswegen er steh endlich geuötbiget befandseines Vatern Bruders Sohn 6/cbl.VKI unter demNahmen (üorck^mn zum Laetsre zumachen, um demRebellen vea-xininionl in Jllyrien und in

Gallien zu begegnen. Den erstem demüthigte er garbald, vergönnet? ibm aber bey seinem hohen Alter seinkurtzcs Leben in Bithymen zuzubringen e Den andernbrachte er nach drey Jahren fs m§ Gedränge, daß erßch entlcibete. «)

Anno ;54- tri.b er die Deutschen zu paaren, r)nnd ließ bald hernach wegen seiner in Orient

verübten Tyrauncy umbringen, u) Sonst triumphi-rete er Anno z;7> zu Rom, x) züchtigte das folgen-de Jahr die Quaden, und machte Frieden mit ihnen, 7)muste sich endlich wieder gegen Persicn wenden, bisihn die Rebellion nöthigte, nach Occiäenr zu-

rück zugehen, auf welcher Reift er aber erkranckte,undzu k-iopulejiia in Cilicien, nachdem er von demAriani-scheu Bischoffe rvroio gctaufft worden, im 4;.Jahreseines Alters starb, und dabey, wie man vorzieht, iv-vlLnvxi zu seinem Nachfolger crncnneke. r)

n) l-V 1 KO?IV 8 lib. 10. IH). 27. c.g.

IVLHV8 in 5-kis. 0) aitt-edt-e§iv8 Ipc-lvß. sä co>e-vicuon. r» epir. 80c?k^ l'l!8 iw. 2. <-üp. 2;.1'NeONONL NV8 lib. 2. c. IS. A.1tt^>e^8IV8 sä lolic.x) 'rNLk>tI8HV8 orst. 4. q ) »1. lid.

l;. c«p.r. r) 80ck/c4?k.8 Ub.2. c.2. s) ViciOK i,i«pit. 208Id1V8 lib. 2. c.44. t) >1/ckddId,'V8 I'b. 14.e. re>. v) Ibiäem c. n. x ) läem Iii>. c. 10. ^ ) läem

'>^.17. c. lr. r) KI^K(^1.I.U8V§ Ich.,!. r.I<.

wohl sich IV!AA!8!V8 desselben zu Dato nicht merckc«lassen durffte.

Nach dem Untergänge seines Bruders aarri kam erabermahl in Lebms-Gefahr, ward aber von der Kay-serin vvsevia noch erhalten, und nach Athen auf dieUniversität gcschicket. e)

Anno;;5. erklärcte ihn sein Vetter conrvanvlvszuin Lsetäre, und gab ihm seine Schwesterzur Gemahlin. Bald darauf erhob sich IVl.IAI>!V§nach der ihm angewiesenen Provintz Gallien, woftlbssihm di^ Volck wegen der Aehnligkcit seiner Sitten Mltihrn derinassen gewogen ward, daß sie ihm nicht nurallen Gehorsam nnd Treu bezeugeten, sondern auch dieüberreichenden Geschencke mit Gewalt aufdrungen. f)Er erhielt verschiedene Siege, g) und trieb sonder-lich die Deutschen Zu Rande, lch daß sie endlich An-no ^;o. um Friede bitten mustern i)

Diese Vortheile iVi^i^dU machtenneidisch, daß er verschiedene Völckcr, unter dem Bor-wände, daß er deren in Persicn benöthiger wäre, vonibm abzog, welches so wohl bey lVI-lttkIO, als derihm gewogenen Armee, Argwohn, verursachte, zumahlS ss SS 2 d«.

-) 708IdtV8 !i>>. 2 . c.p. 40 . et4'tt^dk/c8lV8 -ä Llir.k) 80L0dtkdtV8 db.s. c. 2 . c) 2O81L4V8 t,t». 5 . e.r.8020dtLdeV8 lil).;. c.2. ä) lbiä-m. c) ZOckttl'LSlib. z. c. i. Ub. 15 . c. 2 . k) lbiä. csp. 9 .

IVI I^dtV 8 m dtisopnxone. ß) 208IKIVL lib. z. c»p.dtakccLI.I.td!V 8 lib. iL. c. 2 . d) Ibiäe«c.l 0 . i) täe»W>. 17 . c. 8 . LO 8 MV 8 bb.z. c. 6 .