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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Historie Neues Testamentes

scherren würbe. Gleichwohl setzte man die abergläubi-sche Ceremonie fort, welches 1 tt80O08!Vkck bewog,dergleichen Weibes-Bildern die Kirche und das Sa-crament zu verbiethen, auch selbst den Bisehöffen, so esleiden würden, dieStrasse derAbsetzung anzudeuten,m) Anderer Gesetze gegen die Abgöttereyvorictzo zuge-schweigen.

Gegen das Ende seines Lebens empörete sich xvsL-i-lvg, welcher aus einem Schulmeister ein geheimerRathbey obgedachtcm Rebellen worden war. Die

Volck erregte grimmige Aufstände. Man brachte Kay-serliche Befehle aus, und zwar durch solche Leute, wel-che es an keiner Seite recht meynetcn, und gleichwohlalles am Hofe in Händen Hatten. Man sahe gautzeHaussen verwiesener Leute, welche yntcr freyem Himmelmit Hunger und Kälte, Wind und Wetter kämpffenmusten, und doch nicht sicher waren, r) Von andernelenden und grausamen Dingen werden die Verfolgun-gen bald mehr erzehlen.

Diesen Jammer machten sich die Christen auf Antrieb

Heyden machten sich grosse Hoffnung von ihm, wie crjdcs Höllischen Zanck-uud Mord-Geistes unter einanderdenn wederkalt noch warm war, und sowohl Christenjselbst. Und das war allerdings was traurigerö , als

wenn sich die Heyden mit ihrem Grimm an die mukhi-gen und in der Krafft GOttes und Einigkeit stehendenChristen gerieben hätten.

Allein dem Heydenthume wurden nunmehr nachgöttlicher Vorsehung die Hände immer mehr und m.hrgebunden, und sein Aberglaube gestürtzet- Es suchtezwar verschiedene mahl wieder in die Höhe zu kommen;sonderlich, da ivr.iauvz dem Chrisienkhume den Unter-gang bereits geschworen hatte: GOtt aber erstickte alleAnschläge in der eisten Regung, und ließ auch mittenunter den sich ausbreitenden Aergernissen das Wortvon Christo triumphiren, und die heydmschcn Greuel zaGrunde gehen.

Sonst stund das Römische Reich in ziemlichen Kräff-ten,und ob gleich die einheimischen Kriege demselben zu-weilen etwas zu schassen machten, so konten sie es dochnicht überwältigen. Von auswärtigen Feinden fehle-re es an Einfällen nicht, wie denn die Persianer gegenMorgen, die Deutschen, Gsrhen und Sarmater vonMitternacht Her die Römischen Grentzen in stetigemAlarm Hielten: sie fanden aber allemahl so viel Wieder«stand, daß sie nicmahleii beständig einnisteln konten.

Von Pest-Seuchen ward nichts sonderliches in die-sem Sscmo gehöret, ausser was sich zu näxitEi Zeiten

„ ,. „_,. , , zur Straffe wegen der greulichen Verfolgung ereignete,

IxiHvs hielt ihm bey seiner Bcysetzung eine christlicheida die Kranckheit gantze Häuser und Familien hinraffte,

. .. — . ^ ^ ^ und sonderlichauch derri-aelläencen und voruehmenLeu-

te nicht verschonete, also daß Märckte, Gassen undHäuser mitKlagen, Jammern und Todten - kckuiic er-füllet wurden.

Die Christen erwiesen dabey den Heyden gantz sonder-barer Weise ihren mitleidigen Fleiß und sorgfältigeVeyhülffe,dergestalt,daß sie fast gantz allein derKran-cken pflegcten, und die Sterbenden beschickten.

Bey dieser Pest fand sich eine entsetzliche Hungers-L^torh, darinn ein unzähliches Volck verschmachtenmufte. Die Zinß - Tafeln waren wegen des Abgangsder Leute fast gantz ausgesirichen. Die Reichcstcn ver-armettn darüber, indem sie alle ihre Kostbarkeiten, Gü-ter und Vermögen vor Brod dahin gaben, daß man auchvornehme Weider, nicht ohne ihren äussersten Schaam,empor Hob / fieverfolgete und drängete. EinPrieskerlvor den Thüren betteln sahe. Viele käuetenHeu undkam gegen den andern in Harnisch , und das gemeine Gras, bis ihnen die Seele auSfuhr, andere giengen als

.-----.Gerippe und Schatten herum , bis sie auf den Gassen

w)co<i. rke»iios. 'i'.vi. I.6a. n) und nichts mehr als Brod vor ihren Huu-

Iib.2 c. 2.8020kikdiv8 22.kvxxid)V8 üb. 2.c. gxx zu fordern mächtig waren- Man fand die entscele-zz M. -,:8QLO^x^V8U!-.7. c.22. p) k^V??H8!V5 ^ ° '

lib. 2. c.ZZ. öe t-lonorü z.consulrku. g)§0-

Ub.5-e.26.

als Heyden zu heucheln wüste, n)

Bevor HckLO0O8IV8 den Zeldzug wieder rvseulvxvsrnahm, ließ erden Mönch lonaiEn in EgYpten,derwegen feiner Prophetischen Gabe berühmtwar,um denAusgang desselben fragen, welcher zur Antwort gab:Er würde zwar den Feind überwinden, aberbald hernach sterben, o)

Damit 1ML0O08IV8 nicht über die Alpe« kom-men möchte, hatte man viel Bildnisse loullaufdieGe-bürge gcsetzet, welche die dnrchmarcUirende Armee mitDonner und Blitz zerschmettern sollen. Allein es wol-te kein Zeichen geschehen, und 1^L0O08iV8 kam ev-Lruio gantz unvermuthet aufden Hals. Zwar anfäng-lich wchrete sich gantz desperat, daß IbjLO-

O08II Völcker bereits Versengeld gaben. Allein derKäyser siel auf seine Knie, und ruffte göttlichen Bey-stand gar sehnlich an. Plötzlich entstunden grausa-mer Sturm-Wind, welcher alle Pfeile der Feinde zu-rück trieb. Also ward die Schlacht gewonnen,cvücxivsgefangen und Hingerichtet, p)

Nach der Victorie erwieß sich l'MOk 08IV8 gargnädig gegen die Überwundenen , gieng daranff imTriumph nach Rom, allwo ev den sonst angezeigtenStreit zwischen xirncio und ri-Lvi^o beylegte. Balddarauf starker zuMayland iin;o Jahr seines Alters.

Leich-Rede. Sein Cörper aber ward eine geraume Zeithernach nach Coustanrinopel gebracht, g)

!V.

Wie hat eö diese Zeit im Römischen Reichezugestanden?

Es hätte der Zustand dieser Zeiten , sonderlich vordie Christen, nach den gccndigkcn grossen Verfolgungenund Bekehrung der Käyser zur christlichen Religion,zuweilen recht glücklich seyn können, wenn nicht die unendlichen Streitigkeiten und Spaltungen der Kirchen Gottes so kläglich und schädlich gewesen wären.

Die Uneinigkeit in der Lehre gab Gelegenheit, daßdie Käyser bald zu dieser, bald zu jener Parthey gezogenwurden, daher immer eine gegen die andere den Kopff

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