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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Hisisrie Nettes Testamentes

gottftklige und reiche Römerin ?^VI^ eim berühmteHerberge aufgerichtet, x) Anderer mehr zugeschweigen.

Bey solcher Gast-Freyheit war auch das Fuß-Wa-schen noch gebräuchlich, 'Also vermahnet8IV8 y) eine Jungfrau/ sie solle bey Ankunft einesH. Mannes demselben die Füsse waschen. 8?IlxII)!Odlpflegte bey solcher Gelegenheit seiner Tochter zuzuruf-

konten keinem Juden oder Heyden gesagt werden, alswelche kaum ihre besten Freunde recht lieb Hatten, einChrist aber muste unumgänglich auch seine Feindelieben, l)

Daher erwähleten sie nach den Worten des Heylcm-des an statt des Zornes die Liebe, und Hasteten, wassonst in der Welt vor Lust gehalten wird. Die ihnen

fen: wohlan, wasche den; Gast die Füsse, und dieses raubckn , liebeten sie desto mehr, als solche, diegieb ihm etwas zu essen l ?) Ja, man liefet von ihnen bchülffiich waren, den Zweck desto eher zu erlan«dem Heil. daß er den Gasten gegen cckcsjgen. Sie stießen die Frommen nicht zurück, klagten

Wcgem und Wehren die Füsse gewaschen, s) >aber auch nicht über du: Bösen, indem sie alle vor

xxn Werckienae der «örtlichen Rcaieruna dielten : und

Wie verhielten sie sich in der brüderlichenErmahnung ?

Weil ein Christ nicht an sich selbst gnug haben, sonDern-auch andere in Lehr und Leben erbauen soll : b)so forgeten sie vor den Bruder nicht nur, ehe er sichsondern auch wenn er etwa gefallen war, öaß sie ihnals vorsichtige Aertzte wieder zmecht bringen möchten, c)

Zwar, wenn sie jemanden auf dem Wege der Gottsecligkeit etwas langsam sahen, so fiengen sie nicht alshalb an zu schelten, sondern thaten vielmehr, als wüfien sienichkS, sprachen ihm unterdessen fleißig zu,undreihten ihn durch Exempel zum Gebeth und ändert,Übungen- ü) Denn wenn es dem Bruder nicht so-gleich bcfehlsweise vorgetragen ward, so war er eher de-rnürhig gegen den, so ihn erinnerte, und ein gutWorterlangte, was man mit grossem Ansehen nicht habenkonte. e)

Doch wolten sie such lieber den Bruocr bey seinenbrharrlichm Sünden etwas ernstlich anlassen, alsLurch Gelindigkeit hegen, k) und ihn lieber öffentlicherinnern , als Heimlich tadeln und richten, g) undsich der Sünde theilhaffng machen. I,)

Wie nun ein kluger Patient gern mit sich handelnlässet: also war es rechtschaffenen Brudern angenehm,wenn man sie durch Erinnerungen vomIrrthume bc-freyete. i) Man pflegte wohl! darum zu bitten, daßman lieber einen öffentlich erinnern, als heimlich has-sen möchte, ic)

XXIII.

Worinnen zeigte sich die gemeine Liebe?

Sonderlich in den vier folgenden PflichtenIn der Liebe gegen die Feinde.

In dem Gehorsam gegen die Obrigkeit.

In der Merechrrgkeir.

In der Friedfertigkeit.

XXIV.

Wie zeigte sich die Liebe gegen die Feinde?

Die Worte Christi von der Liebe gegen die Feinde

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Merckzenge der göttlichen Regierung hielten ; undhatten also ein gut Hertz gegen jedermann, m) liebe-ren nicht allein ihre Wohlthäter, sondern auch ihreLästerer und Verfolger- u )

Doch vermengeten sie auch ihre Sanfftmnch undLiebe gegen die Feinde mit einer christlichen Ernsthaff-rigkeit, damit alles von ihnen weißlich und mäßigiichzuc Besserung der Feinde geschehen möchte, o )

Sie ennahneken einander,!vor die Wiedersacher eif-rigst z» bethen, als die da wüsten, daß solches Ge-beth ein Merck der Gnade sey, daraus ihnen selbst »mirden Feinden viel Gutes erfolgete. g)

Damit die Unschuld an ihuen vollkommen sey , sorächet«» sie sich nicht an ihren Verfolger», r) Undobgleich diejenigen, so sich nicht rächen wolten, vonder Welt als uncdelc und träge Leute verachtet wur-den, so war ihnen doch lieber, bey dem Gehorsam desgöttlichen Gebothes die Verachtung über sich zu neh-men , als die Pflicht der Frommen zu unterlaßftn. s) Es war bey ihnen nicht nur eine grosse Gna-de GOttes, daö Unrecht zu ertragen, sondern auchdie Feinde sanfftmüthig, holdftelig und gelinde zutractiren. r)

Diesemnach konten sie die Heyden mit der Erfah-rung überzeugen, daß diejenigen Völcker, so zu Chri-sto bekehret waren, dadurch gantz zahm, sanfftmüthigund bescheiden worden. Die Knechte liessen sich vonihren HErrn willig peinigen, die Kinder von ihremErbe stoßen, und so weiter, u) Niemand betrübtesich über angethane Schmach, sondern man verachte-te sie. x) Ja, die Geduld und Sanffkmuth gegendie Feinde ward ihnen endlich so was leichtes, daß ih-nen vielmehr unmöglich schien, Zorn und Fcindschasstzu hegen, nachdem sie von dem sanfftmükhigen JEsnin seiner Liebe und Erbarmung ergriffen waren. 7)XXV.

Wie zeigte sich der Gehorsam gegen dieObrigkeit?

Da sie bisher der heydnischen Obrigkeit alle schuldi-ge Pflicht geleistet, so kan man leicht erachten, daß sieum soviel mehr der christlichen alle Ehrfurcht werden

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