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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen - Historie Neues Testamentes

Bischofs nebst einer grossen Menge geistlicher Perso-nen auf zubrochene Schiffe setzte, und über See nachItalien schickte, allwo sie auch über alles Vermuthenglücklich anlandeten.

Das ist der cchVOl) VVb1° OKV8, an welchen zv-evd-rinv; das Duch von den Reyereyen auf seinBegehren geschrieben.

M6LNIV8

Dischoff Aauo 480. stirbt 495.

Der bischöfflichc Stuhl derL-nbolicornm hatte überLv. Jahr durch die Tyranncy der Arianer leer gestanden. Endlich ließ sich der Wandalische König Hunnerich durch den Vorspruch des Käysers be

wegen / daß er diesen rechtgläubigen LV<8bdIlVIck zuerwählen erlaubete.

Er wird als ein demüthigev, liebreicher, und rechtfrommer Mann gerühniet, welcher von allem Gelde,war er eingenommen, nur soviel behielt, als er selbegen Tages zu seiner Höchsten Nothdurfft brauchte, dasübrige khcilete er alles unter die Armen, x)

Dieser seiner Gottseeligkeit wegen beneideten undverfolgeten ihn die Arianischen Vischöffe, sonderlichwelcher seinen Verleumdungen bey dem Kö-nige desto bessern Glauben zu machen, einen Kerlenmit dargebothenem Gelde beredete, daß er sich blindstellen, und wenn er ihm vor dem Könige die Handwürde aufgeleget haben, bekennen solte, er habe hier-mit sein Gesicht durch ein Wunder wiederbekommen.Allein als die Comödie gespielek ward, vergicng dembestochenen Betrüger aus göttlichen! Gerichte wahrhafftig das Gesicht', wodurch er bewogen ward, da«gantze Bubenstück auezubcichken, und sich forthin zuLVLklKIO zu halten, welcher ihn durchGOtteS Gna-e nicht nur bekchrcte, sondern auch wieder sehendmachte, y)

Gleichwohl ward er Anno 484. von Htrnnerich ins«xilium getrieben, rvoriiMn er doch seine SchaafemitBriefen weidete, und den König durch verschiedeneSchrifften wegen des Unwesens der Arianer zu unter-richten suchte. Er starb endlich im exil,» in Gallien,Und hat ein Glaubens-Bekänntni'ß hinterlassen , r)welches damahlcn dein Könige Hunnerich überreichetworden, die andern Schussten sino verlohren gegangen,in. An andern Orten.

Geb. Anno Z54. Bischoff zu Hipp» Z95. stirbt 4Z2.

Sein völliger Nähme war ^V8WIV8 ^V6V8H.r§V8, die GeburtS-Stadt Ilauassa in Numidien, derVater nicht eben von geringem Stande, NahmensI-Luricws, und die Mutter raonicä. Bcydersiks El.r-.ktt bekannten sich zu Christo , wiewohl die Mutterwehr Eifer der Gottseeligkeit hatte, als der Vater,welchem einige die Schuld der Übeln AnferziehungAV6V8DNI beymessen. 3)

Seine Mutter unterrichtete ihn von Kind auf nach

«) VkL'I Ote Vll kd!8l8 Nittve. pclsec. V'snä»!. Ii8. I.laem lib.s. y) codei kt. in c8i°.

»ica. ccktL60kt!V8 TVIt.Od.'Kdr8s8 kiÜor. 118 . 2 . -sp.z.vrc-ro^ VM. lil>. z. ») §»c. 5. L. s.

Möglichkeit im Christenthume, in der Schule studl-rete er die 6ran,maricam, und liebete sonderlich die La-teinische Sprache, welche er doch mehr aus denk Um-igange, als von seinen kraeceptoribus lernete. b)

Bey zunehmenden Jahren schickte ihn der Vater nachlvlallaurum, wo er die kurngmora und sonderlich dieOrakorie hörcke, endlich gieng er nach Carthago, d«er anfieug die Beredsamkeit zuüocirrn, und einen Ad-vocaten abzugeben, c)

Weil er nun solchergestalt bey seinen stullii'z meistheyduische Bücher in Händen hatte, so ward ihm dieSchufst nicht nur verächtlich, sondern er ließ auchnoch gar zeitig seinen bösen Begierden den Zügel schießsen, und was das schlimmste, so ward er durch diePralcrey der Manichäer angelocket, sich zu diesen Ke-tzern zu bekennen, unter der Einbildung, als würde ergrosse Dinge von ihnen lernen können, zumahl, da erbey Lesung des ttnrrensti Liceroniz eine grosse Lust zurPhilosophie bekommen Hatte, auch die MathematischenDisciplinen vor sich ersHirekc. ü)

Er blieb bey der angenommene« Keßcrey von feinem19, bis ins 28. Jahr, und presset? seiner gottseeligenMutter über solchem seinen unseeligen Zustande un-zählicke Thränen aas. Einsten kraumcte ihr, daß sieauf einem Höltzernen Richtscheit stünde, und über dieMassen weinete, als eben ein heklgläntzender Jünglingzu ihr trat, und um die Ursache solcher Eekümmernißfragte; dem sie denn antwortete, wiesle das Verder-ben ihres Sohnes zu solchem Jammer nöthigte.Der Jüngling sprach darauf, sie solte nur acht gebenaus das, was vsrgienge, und da sahe sie ihren Sohnauf eben dem Richtscheid neben sich stehe«.

Diß Gesichte, welches soviel andenken wolte, daß iider Sohn auf eben die Glaubens - Regel, darauf die 1Mutter stund, gesellet werden würde, munterte die ' lMutter desto mehr auf, dem Sohne nachzugehen, und keinen Bischoff zu bitten, mit ihm zu chipuuren/ uud libn auf den rechten Weg zu weisen. Allein der Bi- !scboff antwortete: Es würde beydem jungen hitzi-gen Menschen mirDispUtnen nichts ausgerichteteyn, sie solte nur fleißig vor ihn bethen, die Le-sung des göttlichen Wortes würde ihn selbst ü-berzeugen, noch dicsss endlich beyfügende: EinSohn so vieler Thränen könne unmöglich ver-rohren gehen, e)

Indessen üc-cn-eke er in seinem Vaterlande zu llsßs-ll-, bis ins Jahr, gieng hierauf wieder nach Car«cßago, und üocircte. Anno zsz. kam der Manichäi-sehe Bischoff nach Carthago, auf welchen dieManichäer ^V6V8H.x Vb4 immer vertröstet hatten,daß er ihm alle noch habende Scrupcl bey ihrer Reli-gion benehmen würde. Doch als dieser mit nrri-ivioin der Disputation nickt fortkommen konre, fienz ti V-6V8chIdlV8 an zu zweifeln , daß ihm bey den Mani-chäern das Licht der Wahrheit scheinen würde, k)

End-

8) ^VOV84'Id1V8 conkerlivnuM U8. l, c. II. ir. cle <>rä.>8. 1 . e. rr> Iz. c) Iclem'cvnf, l!8. 2. c, z. l>8« z. c. 2 .Z«6) l8iäcM Lc. 4. 4. 1i8. 4. c. it. e) ibiäem !>8. z. c»x. 12.k) Ibisem Ilb.z, r.z.6.7.