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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Historie Neues Testamentes

Von der 1»n,1ubürmü2uon und, andern Irrthü-mern wird sonsten Gelegenheit zu gedrncken vorfallen.

X.

Wie haben die Zeugen der Wahrheit gegendasPabstthum gestritten?

Daß die Päbsiliche Tyranuey vielfältig erkannt,«nd derselben widersprochen worden, bezeuget unter«ndern der 8yne>äu; zukeim; Anno991. woraufOLKLukkV8, damahls Ertz-Bischoff zu keim-, und fol-gende unter dem Nahmen 8VUVL8IKI U. RömischerPabst, daökraeftclium geführek.

Die Gelegenheit darzu gab , ein natür-

licher Sohn, des Königs boibarii, welchen läVOOOperus, nach dessen theuren ihm geleisteten Eyde, aufden Stuhl zu Keim, gefttzet hatte. Doch der unge-treue Lkeuvt-kuvs verrieth kurtz hernach seine Stadt anLLEVLl, Hertzogen von Lothringen, wobey es nichtohne Blur-Vergiessen, Brand, Kirchen-Raub, undandere boßhaffre Thaten zugegangen war.

Man erhoffte sich dißfalls Raths zu Rom, derPabst aber wolte sich der Sachen nichts annehmen.Indessen kamen nkuvurui verrätherische Streiche her-aus,»^ da währete es nicht lange, so ward er zuI.20N gefangen, zu Keim, auf einem 8ynoäo verhöret,überzeuget und abgesetzet, 0KKKUKIV8 aber, als derwürdigste, auf den Stuhl erhoben, p)

Indessen weil dieses ohne des Pabstes Vorwissen«nd Genehnihaltung geschehen war, so that er den8yno6um in den Bann, und nahm sich des meyneydi-gen iue^vu?»i an, was er nur wüste und konte. Hierzukam der Streit mir ,k6vino, Bischoffcn zu 8cn;, welchernicht nur der Wahl 6LKLLK1I widersprochen hakte,sondern auch als krims, von Frankreich und Legat desRömischen Stuhles, nach der Verleihung ivnEi,vm. oder ix. die Oberstelle über den Ertz - Bischoff zuKcimr prseienelirete.

Indem sich nun der Pabst bey diesen Umstanden ge-wohnter müssen sehr intvlcnr anfführetr, so erwießoben gedachter 8ynoclu,, laut dessen Acten , g) daß«der pabst stet) keiner s!>iolmen HerrsiHaffr in der,Rüchen anzumaßen hätte, und daß er, wie an->dere Bisei öfte, unter dem Urtheile der Kirchenstünde ^ ja, man niahlete ihn gar als den Antichristnach der Anweisung des Apostels Pauli ab. r)

Es schreibet OUKKUK.IV8 an den Bischoff zu Aug-fpurg wii.vkxovvia von der Römischen Kirche: du,o Christe, bist allein das Heil des Menschen. Esist zwar Rom bishcro vor die Mutter aller Lär-chen gehalten worden, allein sie mißbrauchet srchihrer Gewalt, indem sie denen Frommen fluchet,die bös n aber stegnet, und die vor das Geseydes Herrn eisern verdammet; da es doch) bey dir,o Christe, nicht auf den Ausspruch des Priestersankommet, sondern auf das Leben derSchuldi-aen, und kein Mensch) den Gottlosen gerechtsprechen, und den Gerechten verdammen kan.

' Ein andermahl setzet er die Kirche über den Pabst,

p) 8I6LLLK1V8. kLVUV8.äLKHUlV8. 9) »xuä öä-KOdllV^l »ä c. 992 . ») Viä. täem Liclrw.

wenn er an resvinvia von 8en, schreibet: wenn derRömische Bischoff selbst gegen seinen Brudersündigen würde, und, nachdem er öffters vonder Riechen ermähnet worden, dieselben nichthörere, so ist eben dieser Bischoff nach dem Wor-te Gorres vor einen Heyden und Zöllner zu halten.

Dem Pabstlichen Gesetze don dem LOLUikü^ derGeistlichen wicdersprach man noch aller Orten. InEngelland wurden Anno 975. von LcruLvo in rciaso gar die Aebre und Mönche aus den Klöstern geja-get, und verehlichte Geistlichen hinein gesetzer.;) Manhielt auch verschiedene 8ynoclo, über die Sache , rauf welchen vielfältig dagegen dispukirct ward ; wie.wohl die arglistigen Mönche durch ihre falsche Wun«der-Wercke gemeiniglich die Oberhand behielten, da-von in vvrlnE Leben ein Exempel anzutreffen. Esist auch ausgemacht, daß in Deutschland, Italien undFranckrcich die Geistlichen, ohngeachtct der dawi derheraus gekommenen Ononum, noch in rechtmäßigerEhe gekcbet, u) bis ihnen im folgenden 8ecuIo solcheFreyheit gäntzlich abgeschnitten worden. Die Grie-chen waren diesem Lehr-Satze so gar entgegen, daß sieauch ihre Priester nöthigten, sich zu verheurathcn. x)

Dem Fegfeuer war nicht nur die gantze GriechischeKirche zuwieder, sondern man kan auch aus dem 8^n-oäo zu Irorleium, einem Dorffe bey 8nillc>n,, Anno909. ersehen, y) daß nicht alle im Occident was dar-aus gemacht haben. Denn obgleich auf selbigem al»len und jeden, was sie glauben und thun sollen, ziem-lich ausführlich vorgehalten wird, so gedenckct mandoch nicht das geringste weder des Fegftuers, noch derMessen, noch andern Pabstlichen Sauerteigs; wel-ches sonst nothwendig würde geschehen seyn, wenn mandergleichen Dinge vor heilsame Glaubcns-Artickel an-gesehen Hätte.

Gegen die Privar-Messe findet man ein Gesetz desKöniges LV6LKI in Engeüand, woraus abzunehmen,daß sich viele gegen diese unbesonnene Gewohnheitmüssen gesetzt haben, r)

Unter andern rechnet man auch unter die Zeugender Wahrheit, welche von uralten Zeiten, und son-derlich auch nach der Lehre OUüVOII 1 'nVK 1 blLbI>I 8 ,den Pabstlichen Mißbräuchen wiedersprochen, und sicheines einfältigen Gottes-Dienstes nach ApostolischerArt beflissen, die Einwohner der Piemontcsischen Thä-ler, so nachmahls unter dem Nahmen der wallenoderwaldenstr bekanntworden, s) davon künffti-ger Zeir ausführlichere Nachricht zu geben.

Insonderheit hat man sich vielfältig gegen die ne«angehende Lehre von der 'kran^ibblisniisrion gefttzet.Der Bischoff <100 zu Cantelberg war ein eifriger Ver-theidiger dieses Irrthums, fand aber nicht wenigWie-

der-

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>) Viä. tt/)KVVIdlV8 LvlIeLl. Concil. 1'om. 6. p.zoz.se^») Sk^bittk^IVS loc- cir. P. 1471. ,) 14. ibi<i. 1472