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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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X. 8seu!um. I. Von der lehre.

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derspruch bey seiner Clerifty und Gemeine, welche vonalten Zeiten per einer andern Lehre davon gewöhnetwaren. Indem er sich nun aus der Schrifft keinenBcweiß darüber zu führen getrauete, und die Cleriftygleichwohl Grund verlängere, so ließ er es nach derGewohnheit der abergläubischen Zeit auf ein Wunderankommen. Er bethete demnach betrüglicher Weisezu Gott, und brach eine Hostie entzwey, da ihm denndas Blut durch die Finger floß, welches viel einfältige beredete, daß sie seiner Meynnng beyficlen ; an-dere aber glaubeten, er Habe vielmehr mit Blut gc>füllete Schwämme nach Art der Taschen-Spieler zwi-schen den Fingern gehabt, und solche ausgedrücket, b)

Sonst bestrikten diesen letztem Irrthum noch ^Vl.ktt>tV8, Bischofsju 8a1i;bur/, ^Ll.kKlOV8, uNdblKKI63KV8, davon andere aufzuschlagen, c)

XI.

Wie hat sich das Christenthum in diesem8ecu1o ausgebreitet?

Man mercket

1. Die Bekehrung der LTlsrmLnner.

2 . Die Bekehrung der pslacken.

?. Die Bekehrung der Rügen.

4. Die Bekehrung oer M irrernächtischen Völcker.

5. Die Bekehrung der Ungarn.

XU.

Wie sind dieNormanner bekehret worden?

Diese breiteten sich in Franckreich unter ihren Für-sten KOl.I.OdlL und 63Kl.Od§K in diesem 8eculo nochweiter aus, also, daß sie auch Kauen und andere da-Herum gelegene Oertcr cinbekainen- Die Bischöffevon Kouen und Keim; funden hierbcy Gelegenheit viel-fältig mit K0H08K umzugehen, und ihn endlich znmChrisienthulne zu bereden, nachdem ihm cLkoi-v; ;,L».ri.Lx nicht nur seine Tochter zur Gemahlin

gab, sondern auch Neustrien, welches folgends denNahmen der Normandie bekommen, zum Eigenthumüberlassen Hatte.

Die Taufse K0l.l.0dll8 gtschach Anno 9!2. vondem Ertz-Blschoffe zu Keim; und das gan-

tze Volck der Normänner folgere dem Exempel ihresFürsten; wie es denn nebst der Religion sich auch inder Sprache und den Sitten den Frantzoftn beyge-ftllete.

Man wird bey dieser, wie auch den andern Bekeh-rungcu dieser Zeiten anmercken, daß das zeitliche Inkeresse mehrentheils das meiste zu deren Beförderungbeygetragen.

Xl!l.

Wie sind die Polacken bekehret worden ?

Es waren zwar bishero schon verschiedene polendurch die Nachbarschafft der Böhmen und Mährenzum Christenthum gelanget: der Fürst aber und dasgesammte Volck wandten sich erst in diesem 8cculo zudemselben.

Die Gelegenheit war eine Vermählung mlt oau.vkovvieä, des Hcrtzogs in BHmen Tochter, welch«?zu Liebe Fürst bELI8l.ä.V8 in Polen An«» 965. dasHeydenthum verließ.

Es wurden hierauf prächtige Kirchen und Bißthü-mer in Polen und Schlesien angeleget. Die Art desGüttes-Dienstes aber ward mc^r nach der Griechischenals Lateinischen Weise eingeführet, weil die Apostelder Böhmen und Mähren Griechen gewesen. DerPolen Apostel wird insgemein VOIHtt oder äOäh-3LKIV8 genennct. e)

XlV.

Wie sind die Russen bekehret worden ?

Diese hatten unter vz;il.lo dem Mace-omer schoneinen Anfang zum CHristenthume gemacht, k) warenaber, wie es mehrentheils in diesen Zeiten bey den Be-kehrungen zugieng, bald wieder abgesprungen.

Anno S4N ließ sich die Rußische Regentin OI.K,oder Ol>6^, welche bey den Russen eben einen solche«Nahmen hat, als 8emimmir bey den Babylonicrn, z«Constantinopel tauffcn, und den Nahmenbeylegen, wornächst sie das abgekommene Christen-thum in ihren Landen wieder einführet?. Sie wirdbey den Russen als eine Heilige verehret, und ihr Ge-dächtniß jährlich den 7. Iunii gefeyrek. g)

Vl.OvlK1lKV8 aber, welcher den Nahmen brstlia«in der Tauffe angenommen, ward durch die ehelicheVerbindung mit änna von Constantinopel nach obi-gem Bericht zum Christenthum angeführet, und be-fahl allen seinen Unterthanen dasselbe anzunehmen, b)

Es wardieftr Vl.0vik;jIKV8 anfangs seiner Regie-rung vom christlichen Glanben zum Hcydenthume ab-gewichen, und hatte den Götzen. Dienst im gantzrnLande wieder hergestellet, hielt auch nebst seinen sechsWeibern noch 800. Coiicubinen. Mein ein griechi-scher Ibeologur, Nahmens crae;, welchen der Käy-ftr »L;ü.lv; zu ihm geschickt, wüste ihm einstens dieQuaal der Hollen so nachdrücklich fürzubilden, daßer sogleich alle seine Weiber und Concubinen von sichließ, und sich zu obbemeldeter Heyrakh retoluirete.

Als er feine Gemahlin von Constantinopel abhole«te, nahm er viel griechische Priester und Mönche mitsich, das Christenthum einzuführen. Hierauf ließ erdie Götzen öffentlich verbrennen. Der keacvxo, oderGötze des Donners, vor welchem sich die Russen sehrfürchteten, ward einem Pferde an den Schwantz ge-bunden , durch die gantze Stadt Naugard geschleiffet,und endlich zu grossem Jammer des Volckcs in denFluß gestürtzet. Sonderlich soll auch der erste Metro«polite zu Kiovv, I.K0 genannt, da« Volck zu häuffi«qer Bekehrung durch ein Wunder-Werck bewogen Ha«Bbbb bbb r ben;

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Staat von Rußland k. s. p»z. 92. k-g. i,)

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