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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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X. Seculum. III. e«p. Vom Kirche». Regkmenke.

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Schwange gegangm. Man härte lhnen ihre

Leichrferrigkeir an dem Gange, an der Rleidung,an den Waffen, die sie als Henckers- ^»uben undLand-Streicher getragen, anmercken können. DieArmen, Waysen und Witwen wären von ihnengeplündert worden,,ohne daß sich,einand dersel-den angenommen Härte. Sie härten Liebes- Lie-der gesüngen, und andere unzählicheBoßheit mehr ge-trieben.

Weiteres anzuführen ist nicht nöthig, weilbie Histo-rie selbst allenthalben gnugsam Zeugniß giebet, undhieraus übcrflüßig zu schliessen ,, wie sie die Pflichtenihres Amtes zum erbärmlichen Verderbender Gemei-ne Christi gantz entsetzlicher Weise aus den Augen ge-setzt. g-

VIII.

Wie war die Kirchen - Zucht beschaffen?

Man mcrckek hierbey

1. Die Zucht mir den Sündern.

2 . Einige andere Gebräuche und Anstalten,x.

Wie gimg man mit den Sündern um?

Man verfuhr mit dem Banne gegensie, wie in denvorhergehenden SeculiL. Wenn nun der Sünder zumCrcutze kroch, und um Verzeihung anhielt, so muste ersich vor der Kirche stellen, allwo sich der Bischofs riebstzwölss ?re;bycen5 eiufand, und den Ernst seiner Bussecrforschete. Hatte hierauf der Verbrecher auf denschösse waren eher auf der Jagd, bey den Fischen , im Knien seine Schuld bekennet, um Gnade gebethen, und

ErtzJgnorantewäre, und nicht einmahl (mit Ehre::vor einen Patriarchen zu melden!) feinen Nahmen zuschreiben wüste. Solcher Mama zrr begegnen »röchleer doch auf ein gegenwärtiges wnßes Papier seinenNahmen schreiben, damit durch dessen Vorzeigung demVolcke ein anders beygebracht werden könte. Nach-dem sich aber der einfältige -rkvimsn zu diesem Ansinnenbequemer hatte, so schrieb man aufdie L^rs bianc., seinellsrrgnarion, krasst deren er zu

weichen sich erklärcte. Das war gewiß von der geistli-chen Arglistigkeit ein artiges Probe-Srückgeu.6)

Doch solche Heiligen kanten freylich keine andereWunder thun, und man stehet schon aus dergleichen Er-zehiung.m/waS vor sinke, und wie sie zum Amte gekom-men- Die reichen Bißthümer waren eine Lock - Speiseder grossen Herren : daher diese allen Fleisses suchten,dieselbe ihren Söhnen und Verwandten zuzuschantzen,welche solchergestalt standesmäßig zu leben hatten, undnicht ihren Familien, deren Güter wegen der Ver-schwendung an die GeistliMeitgac s-Hrgeschwachet wor-den , beschwerlich seyn durffren. Die Cln iscy war esauch mehrenrheils gar wohl zufrieden, dergl ichen zuzu-lassen, weil ihr Geitz dabey durch reichliche Bescheuckun-gen am besten vergnüget werden konre.

Wie man nun um des Zeitlichen willen nach dem Bi-schoffs-Amte stunde: also that man nach Erlangungdesselben nichts anders, als beyden schönen Gütern undEinküuffteN' s.in irrdisches^>ertz vergnügen. Die Bi-

Pferdestalle,bey den Conculinen, und andern Ergötzlichkeilen, als in der Kirche, anzutreffen. Zu dem Ende bathen sie sich in Deutschland dieser Zeiten viel Freyheiten,die sie zuvor nickt gehabt harten, bey den Käyscrn aus.Heinrich der Elfte, wie auch OHO M. gaben ihnenErlaubniß zu jag» und zu fischen , und weil sie dabeymit schönen Schlössen undLaud-Gürern von den Käy.fern und andern Gross» beschencket wurden, so machten: sie sich daratff unchristiicher Weise lustig , e) welchesi denn die Wohlthäter, wenn man sie m diesem Fall also! nennen darff, freylich mirzu verantworten Hatten.

Die andere Clerisev fslgctc dicsemEpempel,und mach-te es in ihren Lüsten so bund und krauß , als es werden! wolle, welches ein Scnbcnk t ) in folgenden Umständenbeschreibet. Die Lüsterder sslcrisey in Deutschlandhätten sonder lies) zu Ludewigs des Rindes Zeitenüberstand genommen. Denn weil man auch vonden päbsten nichts Gutes zu sagen gewust.so hät-ten sich die Geistlichen gleichfalls ihren BauchSausten, Müßiggang, Hu

Besserung versprochen, so nahm ihn der Bischofs beyder Hand, und führet« ihn wiederi» die Gemeine. Fol-gender legte er ihm SmrtäHione; auf, und machte seineWiederaufnehmung in der gantzen viocce; durchSchreiben bekannt, b)

Zuweilen kamen die Sünder mit blossen Füssen,elen-den Kleibern und Ruthen in den Händen in die Ver-sammlungen der Bischösse, warffen sich vor denselbenauf die Erde, und erlangten Vergebung, wie sich der-gleichen Epempcl von einem blutschänderischen Grafenin Engelland findet. >)

Die Erzehlung der Sünden ward vor nöthig gehal-ten. k) Es beichteten auch diejenigen, so in der gros-sen Fasten zum Abendmahl giengen, wobey sie das Va-ter Unser, und den Glauben musten Hcrbcthen können,sonst wurden sie nicht zugelassen, i)

Zur Buß-Straffe bauete oder besserte man Kirchenund Klöster, fastete, peitschete seinen Leib, und thät an-dere Dinge, deren im vorigen Lecul» gedacht worden.Diese wurden entweder von den Priestern aufgeleget,o-

zum Gott gesitzor , ,,

reu und Fressen wären ihre Arbeit gewesen', die der von einigen Büßenden telblsser.,,^,geistlich-und wcltilche Gelestrsimkeu aber starten! ^»moen »etvst erwählet, m)

sie ganrz aus die Seite gescher. Ulan härte dieNonnen gemißbraucher. Nichts wäre gemeinersgewesen , als der Ehebruch. Aufgeblasenheit,

Hossarr, Überfluß, Geil!) ir und Geicz, als die ge-meinen Laster der Priester , waren überall im

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Was hat man vor andere Gebräuche undAnstalten in diesem 8ecuIozumcrcken?

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