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Kirchen -Hlsterie Neues Testamentes
einen vj-conum nicht zurechtcr Zeit und am rechten Or-te, sondern im Pfcrde-Stalle orcliniret hätte, ß)Ordentlich geschahen die Orclinalione; nach den Kir.chen-Satzungen an, Sonntage: Doch findet man beydem Bischoffe zu Metz xvAQürrrrmx ein wiedrigeö Ex-empel am Tag: der unschuldigen Kinder, b)
Die Ceremonien bey der Ominarion waren etwasvermehrter als in vorigen Zeiten. Es wurden die Bi>schösse nach geschehener Handauflegung noch auf demHaupte gesalbct, an den Händen geweyhet, und derDaumen mit dem Lbritmare bestrichen, i) welche und«ndere Ceremonien aus dem Iudenlhum genommenworden.
Die ?re8bykew8 orciinirete man durch Handaufic.gen des Bischoffs als der besehenden prech^ccroeum,«nd Überreichung der 8coIae; denen Oisconis aber leg-te der Bischofs allein dieHand auf/ und gab ihnen dieStolam. k) Anderer Ceremonien ist in vorhergehenden8ecu!,s schon Erwähnung geschehen.
VI.
Wie haben sich die Lehrer in ihren Pflich-ten wo.-k verhalten?
Es sind zwar wenig Exempel oder Zeugnisse davonvorhanden, doch kan ich nicht mit klaffen einige anzu-führen, aus welchen zuerkennen / daß doch noch etliche
ihre gebührende Pflicht einiger Massen vor Augen gehabt.
Solche nun bemüheten sich in dasHeil.Amt ein rei«es Hertz mit sich zu bringen, und auch in solcher Rei-«igkeit bis an ihr Ende zu beharren. I) Sie waren inihrem Amte nicht zornig, sondern geduldig, m) IhreLehre bestand nickt nur in Worten, sondern auch im Ex-empel , weil man mehr Lust bekommt gutes zu thun,wenn man eS an andern flehet, als wenn man es nurvon ihnen höret- n) Sie strafferen die Bösen, loderenrieGüten, und ermahnekcn sie im Guten zu wachsen, o)Den Gottlosen fuhren sie nicht mit Hochmuth, Zorn«nd Bitterkeit aufden Hals, sondern brauchten denErnst mit vermischter Liebe, und gaben ihnen zu erken.«en, daß sie auch wohl bereit war n vor sie zu sterben,ob sw fiegleick vorjetzo zu ihremB sten hart anlassen, undgleichsam zum Tode führen müssen, p)
Hiernechst waren sie fleißig im Gebeth und Lesen, cz)»nd fnchten in der Höhe durch das Lickt der Bewach-tung zu lerucn, was sie unten auf Erden dem Volckedurch den Schal! der Predigt wiederbeybrachten- r)Gleichwie sie sich dem Bösen ohne Furcht widersetz-ten: r) akfo konttn sie auch nicht anders, als die Wahr-heit gegen dü Ketzereyen vertheidigen , wie man vonr»LXk» findet , daß er den Anthrvpomorphiren wieder-sprachen, e) welcher vor andern, wie man in seinem Lebendemerckek hat, ein anftichtiger Bekenner der Wahr-Hcit geivefen. _
x t.VI 1 ^p!^XDV 8 . k>) dlek-ngum. i) IbI6. Ve.tu, K >t>VI.ktN'8 lib. in l.euir. o. z. k) Vekur
k) K^I)VI.?kIV8 li^. 4. i>> csp. Z. m) Ibiö.
üb. 6. css>. k. o o»i>. 4. o) ikit, Ii!>. i. c. r. p) Ib.
8b. t- c,s^ 6 <s> I.b. 6. c^>. ,, Ibi6. c,p. 2.
») Ib'ck. lli». rx. c»x. r. k) LILLLLLIVL. «io serixk.
127.
Im übrigen nahmen sie sich der Armen und Kranckenan, und verschafften ihnen Unterhalt und Wartung inden Hospitälern, giengen auch selbst sie zu besuchen undihnen zu dienen; welches sonderlich von invEio, Ertz-Bischoffen zu Hamburg gerühmer wird. u)
VII.
Wie zeigte sich der Verfall in den Pflichtender Lehrer ?
Es war meist alle Zucht und Erbarkeit dcr Cleriseyverschwunden, x) Daher schämeten sich die Bischöffenicht, nach dem Exempel der Römischen Päbste einan-der von, Stuhle zu siossen, dergleichen zu Ke-Ms vorge-gangen, y) und sonstcn von einem Vißthume zum an-dem zu wandern,wie an von k.>uenag, r-i.-e-
von ^rles. und andern beinerckct wird-r)
Nicht nur zu Rom kamen sehr junge Leute und fastKinder auf den Stuhl, sondern auch anderer Orten.Zu Keim-, brachte es der Hcrtzog in Aquitanicn «rxi-nrvz durch Gesch nckc und Bedrohungen bey den O-i-dahin, daß sie seinen Sohn, ein Kind von fütiffJahren zum Ertz-Bischoffe wähleten, welchen derPabst auch cankrmwete. a) Man kan leicht erachten,was das vor ein Hirte müsse gewesen seyn, und wie gutdie Le»>on..l ihrer Kirchen dadurch gerathen haben-Zu Constantinopcl ward mLvimvi.kL'rv;, des Käy-fers u, jüngster Sohn im i6. Jahr fei-
nes Alters auf den Pakriarchen-Sruhl erhoben. In-dem er aber mehr Lust an Pferden, Hunden,Jagen unddergleichen Eitelkeiten hatte, so geschah es, daß er ein-sten am grünen Donnerstage das Amthiclt, ihm wäh-renden dessen berichtet wurde, daß ihm eine von seinenbesten Stutkm mi Füllen gebracht hätte: so gleichbrach er ab, und gieng hin zuvorderst das Füllen zubesehen, kam sodenn wieder, und vollführte feine Ce-remonie. !>)
Es soll dieser Pferde Patron derselben beyrovo.aufder Streu gehalten , und sie mit Pistacie», Mandeln,'Datteln und dergleichen kostbaren Früchten gefütterthaben: wiewohl ihn eines von diesen geliebten Thierenzum Tode beförderte, als er mit selbigem eine Paradedurch die Stadt machte, uud cs demiassen tummelte,daß es endlich anfieng zu kollern, und den Patriarcha-lischen Ritter an eine Wand schleuderte, daß er dasReite» fernerhin bleiben lassen mustc. c)
Als besagter Mk.O?ttVI^ciV8 wegen seinerIu-gend das Patriarchen - Regiment noch nicht würcklich.führen konte, besiellete man indessen den Mönch
zu dessen Verwaltung. Da aberdieserfolgendöglicht Luji hatte abzutreten , wüste ihn der Bischofru,L 0 i>umL 8 von Cäsarien, demzu Dienste, gar artig zu berücken, indem er ihn beredete,das Volck sey deswegen gar nicht mit ihm zufrieden,weil es durchgehende glaubte, daß er, der rxrkuon ein
Ertz-
u) LktLdH2IV8 in mecrop. lib. 8 . c,p. 42 . X) 5160-MV 8 . x) VicI. Conti». KL6Id!OdI18. x) bslciculu-remp.») kCOVO^KVVS lib. 4 csp. 19 . b) LOdtäk^ia LON-8 ^dtHdiO Lli» I-KOdttS. 10 . cVkOkS.l.g' 7 LL.c)IkmLvoL ösroalUL rä k. rewx.