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Kirchen« Historie Neues Testamentes
Hertzen der Christen gewesen/bezeugen die häufigen Re-bellionen, deren das vorhergehende Capitel gedencket-Untre»/ Betrug und Meyneyd ward fast nicht vorSünde geachtet, ko^nvs Hatte demKäyftr
geschworen/ auf keine Weise nach der Cro-ne zu streben: *) daß er aber solchen Eyd leichtsinnigin den Wind geschlagen/ ist oben aus seiner Lebens-Be-fchreibung zu erkennen. Der Ertz - Bischofs lä^HOzu Mayntz harte dein Grafen Li-eeki-o von Barnberg/der einen nahen Anverwandten des KayserSkVDOVi-01 lV. ermordet, geschworen/ ihn unverletzt wieder aufsein Schloß zu bringen / wenn er mit ihm nach demKayserlichen Lager/ohnweit der Vestung reiten würde,nm sich daselbst mit dem Kayser auszusöhnen. DerGraf vertrauet sich ihm, als einer geistlichen Person,wird aber unterwegens hinterlistig von dein Bifchoffeerinnert: Es reue ihn, daß er kein Frühstück auf demSchlosse eingenommen. Worauf er von jenem wie-der umzukehren genöthiget, und wohl bewirthet wird.Nachdem solches geschehen, reiten sie ins Lager, akwoder Graf beym Kopffe genommen wird, und als er sichauf närronen beruffet, weiset ihn dieser mit der schö-nen Ausflucht ab: Er habe feinen Eyd durch seine er-ste Zurückkehrung mit dem Grafen erfüllet, i) Ausdiesen Exempeln ist leicht die Folge zuziehen, daß, dadie hohen und geistlichen Personen also mit den Eyd-schwüren gespickt, es die geringern und Läyen nichtbesser werden gemacht haben.
Doch, daß ichs kurtz mache, weil die Historie selbstgnngsame Exempel von diesen und andern Lasiern vorAugen stellet, so findet man Eltern-und Kinder-Mör-der, Kirchen-Räuber, Vcrräther,Gcitz-Hälse, Hurer,Ehebrecher, Blutschänder und andere Ubelthäter so zureden in allen Winckeln und Ecken des Christenthumsdieser Zeiten, K)daß man zweifeln möchte, ob es auchvor den Tagen der S ündfluth wohl ärger zugegangen.
Das VII. Capitel
Von den Neben-Sachen.
i.
Was wird in diesem Capitel vorkommen?
Viererley:
I. Der Zustand des IudembumS.
H. Der Zustand des Heydemhums.
III. Der Zustand der Muhammedaner.
IV. Die vermischten Neben-Gachen.
II.
Was hat man von dem Zustande des Ju-demhums zu mercken?
Aweyerley:
i. wie ihr äusserlicher Zustand beschaffen ge-
wesen.
2. wie es um ihre Religion ausgesehen.
UlL.
Wie war der Juden ausscrlicher Zustand be-schaffen ?
Im Gvieme fassen sie anfänglich in grosser Ruhe.Ihr Fürst der Gcfangenfchasst stund fast im Köuiglkchen Ansehen-1) In der eintzigen Stadt ?keruc5 8club.bar sollen 900OO0. Juden gewöhnet haben , m) worü-ber endlich um das Ende deö SecuU der Calife cLviirv,grosse Augen machte, und damit sie ihm nicht zu Kopf-fe wachsen möchten,die vornehmsten einzog, und ihreGüter conbkirete. n)
Im Occideme Hatten sie sonderlich ihr Wesen mSpanien, allwo sie das Ansehen ihrer Rabbinen, de-ren nicht eine geringe Anzahl daselbst zu befinden, in gu-tem Stande erhielt. 0/ In Deutschland waren ihnenSynagogen zu Mayntz, Trier und Cölln erlaubet. DieBöhmen bedienten sich ihres Beystandes gegen dieBarbarn sowohl, daß sie ihnen zur Danckbarkeit gleich-falls eine Schule zuließen. Sonst waren sie fast anallen Orten und Enden anzutreffen, und wurden diß5o-culum über gar wenig angefochten, p)
Das meiste Unglück machten sie sich selbst im Mor«gen-Lande, da die Aemter vielfältig mit untüchtigenPersonen besetzet wurden, weil man nicht so wohl aufihre Geschicklichkeit, als aufs Geld sahe, darüber end-lich ihre 8orsr»sche Schule gar eingieng. Zugeschwei-gen der Streitigkeiten, so sich zwischen ihren Lehrernerhoben, wobey sie einander gar umzubringen suchten,welches sie bey den Saracenen, darunter sie lebeten, inschlechten Credit setzete. g) Daß sie bey Gelegenheitihr bitteres Gemüth gegen Christen und Saracenenbezeiget, auch sich sonst untreu und betrügerisch auf-geführet, kan bey dem r) nachgesu-
chet werden.
IV.
Wie hat es um die Religion der Juden aus-gesehen?
Es sind dabey drey Stücke anzumerckenr
1. Der Zustand ihrer Gelehrsamkeit.
2. Ihre Schulen.
z. Ihr Rirchen-Regimem.
v.
Was ist von dem Zustande ihrer Gelehr-samkeit zu wissen?
Indem die Unwissenheit bey den Christen fast auf denHöchsten Grad gekommen, rühmen sich die Juden, daßsie fast niemahls gelehrtere Leute, als in diesem 8«culounter sich gehabt hätten. Sie legten sich aber sonder-lich nach dem Exempel der Saracenen aufdle klsciicia,Dispurir-Kunst, und Astrologie, welche letztere Wissen-schassk, ohngeachtet ihres bctrüglichen Grundes, in da-mahligen Zeiten gar Hoch geachtet ward.
Von gelehrten Juden ist unter den sogenannte»
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