Klcchsr,-Historie Neues Testamentes
Den Weg auf den Stuhl bahutte er sich Durch man-cherley böse Räncke und Bubenstücke Er sinnmlckesich bey seinen Aemtern und Gesandschafften so vielGeld / daß er sich das Römische Volck mir seinen Be-schenckungen verbinden konte. Denen Päbsten v,cK>
»i il- !>rr.kttLno ix. mcorso n. und ^rexLirviio u. soller mit Gisste fort geholffen Haben., 6) damit er beydem Tode der erstem seine Intriguen Desto bester karten,nach dem Abgang -es letztem aber den Stuhl bestei-gen konte.
Sein Vorführer nun war kaum kalt worden, soließ er sich von seinem Anhange unter dem Bolcke zumPabste ausrüsten , ohngeachtet keine ordentliche Wahlvorhergegangen war, c) und die Cardinäle müssen esgut seyn lasten, weil sie wüsten, daß er siarcke kaötione, auf seiner Seiten hatte.
Der Käyser konte auf diese Wahl nicht anders alsübel zu sprechen seyn, und schickte daher den GrafenxvxiEki) dieselbe zu untersuchen. Mein der schlaueFucl>s gab vor, es wäre ihm diese Würde mit Gewaltund wieder seine» Willen aufgedrungen worden, des-wegen hätte er auch bis-atv die Oi-üiuKtion nicht an-nehmen wollen, um zuvor den Käyftrlichcn Loutenrdarüber zu erhalten. Durch diese Verstellung gewanner den Gesandten und vermittelst dessen den Käyser,dergestalt, daß sich dieser auch gegen den Rath seinerMinister das vorgegangene gefallen ließ. t)
Sobald sich Hi'.dcbrand, oder, wie er nunmehro'Hieß, 6 KLLOKI V5, <„rs pein Stuhle befestiget sahe,so nahm er sich vor, seine Hoheit über alle geist-rmdweltliche Stande zuerheben. Diß meynete er sonder-lich durch zwey Wege ins Wcrck zurichten, daß ernemlich allen weltlichen Regenten das bisher gehabteRecht der louc-Kuur geistlicher Personen entrisse, lin-den Loelibsr völlig bei) der Elcrisey cinführete. Da-mit auch diß alles desto leichter von statten gehen möch-te, so setzte er durch einen öffentlichen 8yno6zl-Schlußfeste, daß die Römische Rieche memahlen gcir-rer habe, noch irren werde, g)
Auf dem 8>noäo nun, welchen er Anno 1074. zuRom versammlctc, wurden die Vecrcra wieder die 8i-moniacos und dücolsiten abgefasset. Unter den erstemverstund er alleLäyen, so sich der InucKimr anmastc-teu, und unter den letztern die vcrchlichten Priester,wovon im III. Capitel die Nachricht folgen wird. DieÖecrers wurden , wie gewöhnlich, mit dem Banne be-gleitet, und sofort nach dem 8)noüc> Gesandten nachDeutschland geschickt, welche den Käyser mm«icvr>l iv.als einen 8imoniacum, wovor ihn auch -wrximvL« 11.erkannt hakte, zur Busse ermähnen musten.
Der Käyser ließ sichö in Erwägung der kräfftigcnWürckungen, so damahls der Bann zu haben pflegte,und weil er mit den Sachsen in Krieg verwickelt war,gefallen, den Gesandten alle 83rist3Üion zu leisten,welche ihn sodenn auch abloluireten. h)
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Allein so bald der Käyser mit den Sachsen zu Randewar, fragte er nicht mehr viel nach dem Pabste, undthat unterschiedene Dinge, welche jenem nicht gefallenkomm. Sonderlich hielt er es mit den Lxcomwuni- ;cireten, und erthcilete die inusllicuren nach wie vor.
Um des willen cicireke der Pabst den Käyser Anus1076. vor das Loncilium nach Rom: dieser aber ver-sammlet« einen 8yno^um nach Wsrms, darauf dieBifchöffc alle Ocerew und Unternehmungen 6KL6O-kll vor null und nichtig erklärten, und sich aller GL-meinschafft mit demselben entzogen. ,
i Hierauf that der Pabfi den Käyser in einer Ver-sammlung von no.Bifchöffen kolennitel-in den Bann, °erklärete ihn aller seiner Würden und Reiche verlustig,zählete Die Unterthanen von dem Eyd der Treue los,und schri.b an die Deutschen Vischöffe und Fürsten,daß sie einen neuen Käyser wählen sotten, wenn sichdieser nicht zum Gehorsam des Römischen Stuhls bc-'quemen würde. s
Die Suiten, welche im Leben dieses Käysere sollenbemcrcket werden, waren so gefährlich vor ihn , daßer sich üibmnnren, und nach Italien reisen muste, umbey dem Pabste die Kbtolmion zu holen.
Er fand denselben bey seiner d-winelle der Gräsin.Vr/HNIIML zu Lanvll'a in Apulien. Hier muste er sei-ne Leute ausserhalb des Schlosses zurücklassen, wardsodenn von seinen Käyserlichcn Kleidern entblößet, mit ^einem groben Sacke angeleget, und muste in der Käl-te, weil es Winter war, mit blossen Füssen, und ohnezu essen und zu trunken, auf öffentlichen Hofe um dieGuade GOttes und des Pabstes flehen. Aerger hättedie Käyserliche Hoheit wohl schwerlich unter die Füssegetreten werden können.
Wie sehr sich die stoltze Seele 6 KL 60 KH mit die-sem Spcctackel gekützelr haben müsse, kan man leichterachten. Daher er auch den Käyser drey Tage unddrey Nächte in solchem allcrclendesten Zustande schmach-ten ließ, welche Uubarmhertzigkeit man sich kaum aneinem andern als dem Pabste 6 KL 60 IU 0 wird ein-bilden können.
Endlich konte es unmöglich länger mehrj
ansehen und bewog ihren Galan, Den Käyser zu akiiol-vircn, welches er zwarrhat,aber dabey denselben schwe«»reu ließ, daß er ihm fters vollkommenen Gehor-sam leisten, und nicht eher seine Räfsserliche Ge^walk wreder brauchen wolre, bis er sich vor denStänden wegen aller Beschuldigungen veram--sworrer harre. K)
Schaam und Verdruß, so den Käyser bey dicserjBegebenheit eingenommen, konten ihn nicht andersals zur Rache solcher Veschimpffung anfeuern, davonsich die ausführlichen Umstände besser in das V. Ca-pitel schicken werden. Kurtz: der Käyser nahm zuletztRom ein, der Pabst aber eckappirele und muste gleichdarauff im Lxiliv sterben. I)
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