XI. 8ecu!um. V. e,p. Von dem äusser!.Zustand der Kirchen überhaupt. ! l -5
ben muste. b) Sein Nachfolger war Anno 1044. An-dreas/ dessen Groß-Vater des Heil. Bru-
der gewesen. Dieser muste den Käyser HLd>lKlOV^i
III. vor seinen Lehnö-Herrn erkennen/auch sich zu einem
jährlichen Tribute verstehen , und kam im Kriege mitseinem Herrschsüchten Bruder Anno 1061.ums
Leben, c) Zu MI.LK Zeiten suchten die UngarischenHeyden, deren noch sehr viel waren/ die christliche Reli-gion zu dämpffen/ und zogen verschiedene wiederum zuihrem Götzen-Dieuste. aber verfolgte die Ab-
trünnigen mit Feuer und Schwerdt, worüber ihnenendlich der Appetit zum Heydenthume vergehen muste.Nachdem Anno ic-6;. ein einfallendes Lust-
Hauß erschlagen hakte / gelangcte 8^l.OdäOdl , einSohn auf den Thron, welcher bis 1074. re-
gieret?, da ihn seine Vettern «Lizz und i.ävi8l.Lvs, sx.
Söhne, verjagten, ll) 6Ll8^ regierere bis 1078-Sein ihm folgender Bruder l^VI8l^V8erlangte denNahmen des Heiligen / war sehr glücklich gegen dieTartarn und Polen / solte auch gegen
IV. Käyser werden / schlug aber diese Päbstlichc 05tcreeauö, und starb Anno 1095. im 10z. Jahre sei-nes Alters. e)
In Böhmen mcrcket man den Hertzog 6^8118L^Vkck, v^ici Sohn / welcher 1037- zur Regierunggelanqete. Dieser enrführete eine Nonne aus dem Klo-ster Svinbrod bey Rcgcnspurg, und nahm sie zur Ge-mahlin. Diß war eine solche Sünde, daß der Käyserschwur, er wolte nicht eher ruhen, bis er seinen Stuhlmitten in Böhmen aufgeschlagen hätte. Doch LKL-1 H^V 8 schwur auch, in Deutschland so zu sengenund brennen, daß eö dem Käyser in seiner Residentz indie Augen leuchten solte. Beyde Schwüre aber wa-ren vergebens; indem sich die Böhmische Gemahlinzum Käyser begab, und selbigen durch Vorzeigung ih-rer zarten LeibeS-Frucht zum Frieden bewog. Doch dieübereilcten Schwüre zu erfüllen, ward dem Käyser einThron zur alten Buntzel aufgerichtet, und der Hertzogkausste in einem deutschen Dorffe etliche Vauren-Hür-ten, so er ansteckte. Im folgenden bekriegte ML 5 I 8I.ÜV 8 die Polen, und kam mit reichcrBcuke wieder zu-rück , worunter der Cörpcr des Heil. Lv,ei. 8 eieri nachdem eingerissenen Aberglauben das beste Stück war.Diese Reliquie schien dem Käyser ein gar zu fetter Bis-sen vor dieBöhmen zu seyn, daher es zum Kriege undBlutvergießen kam. Doch endlich ward der Streikmit Gelde gehoben, und den Pabst, welcher es als ei-nen Kirchen-Raub auslegte, zu befriedigen , baueteMkH 8 l^V 8 eine Kirche zum Buntzel auf. 5 )
VRKH8l^V8 II. mit dem Zunahmen der Gerech-te, ein Bruder seines Vorfahren in Böhmen 8?Hk-6d!M II. kam Anno 1061. zuin Regimente, und stunddem Käyser llUKKILO IV. treulich bey,wüste sich da-neben auch bey dein Pabsie ^IRX^dMKO II. durchseinen ReligionS-Eifer dermaßen zu mlmmrcn , daß
b) öONl-'INlVS bik. ttunß. c) Icl. l^L.t4LL. s.c. 5.6.
LONklNIVS K1K. ttung. e) iq-m LVcttttOI.2. Inö.ckronol. k) lib. z. c. I. segg. ttä6LKIV8
blk. Loksm.p. lZö.
rhm dieser erlaubte, eine Bifchoffs-Mütze zu tragen.Endlich, nachdem er dem Käyser auch gegen XVVOI^-? 51 VXl den Schwaben geholfen hatte, bekam er vondemselben Anno 1036. eine goldene Crsne, nebst demKöniglichen Titul, doch nur vor seinePerson. Im übri-gen soll die Stadt Brcßlau in Schlesien van ihm denUrsprung und Nahmen Haben, g)
VII.
Wie hat es sonst in diesen Zeiten zuge-standen ?
Man wird aus den bisherigen Erzeblungeu leichtabnehmen können, daß der Teufel in seinem Antichristsscheu Regimente gleichsam los gewesen. Das Thier zuRom steckte nun alle Hörner auf, den gantzcn Zustandder göttlichen Ordnungen umzukehren. Die Obrigkeitsolte nicht mchr GOtteS, sondern des PabsteS Diene-nn seyn. Christi Kirche muste sich den HochmükhigeuSatzungen des Römischen Stuhles unterwerfen last«st"). vorgegebene Haupt der Kirchen verwüstetedieselbe durch das erschrecklichste Blutvergießen, wel-ches niemand, der die Regeln und Lehren des ReichesChristi gelernet hat, glauben würde, wenn nicht die kla-ren Exempel am Tage wären. Christus sprach vorPi-lato: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; sei«aufgeworffencr Skadthalker aber wolte nicht nur dieSchlüssel des Himmels, sondern auch die Scepter derErden in Händen haben.
Wiewohl man müste lange klagen , wenn es gütigseyn solte. Gnug, daß die gantze Geschichte zeiget,daßder Schlüssel aller Begebenheiten in diesen Zeiten beyder Ankichristischen Bosheit zu suchen ist. So vielBlut, das vergossen worden, so viel Seelen, die ohneErkänntniß GOttcs, Christi und seines Wortes durchverkehrte Satzungen, Aberglauben, und freygelasscnerrZügel der bösen Begierden dem Satan zu Theil gewor-den, werden dereinstcn über die Antichristischen Päbsteund Pfaffen um unendliche Rache bey GOtt zu schreyengnugsame Ursach haben. Denn daßfastalleRegentenund Gemeinen nicht besser gewesen, und die Welt inUnbesonnenheit und Blindheit gantz unmenschlicher,will nicht sagen, »»christlicher Weise durch einandergegangen, ist freylich, leider! den obgrnennteu Vorste-hern der Kirchen zuzuschreiben.
GOtt gab auch seinen Zorn gegen die Bosheitendieser Zei-ten vielfältig zu erkennen, wenn man sich sol-chen Ernst nur Hütte zur Busse leiten lassen wollen.Von den erweckten Rriegen in allen Landen,deren dieGeschichte selbst erwähnet, nichts zugedencken, so wü-thete um das Jahr 1006. eine solche Pest fast überall,daß man glaubte, es wären mehr gestorben, als übriggeblieben, k) Dergleichen war auch Anno 1009. und1020. da die verstorbenen Cörper voller Schlangenwurden , wie auch zu den Zeiten kILIMlL! IV. unterMenschen undViehe zu spüren, i)
Amio 1022. verursachte die ungemeine Dürre einegrosse Hungers-Norl), daß Menschen und Vieh da-hin
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