Xl. 5 eculum. Vl. Von dem inncrl. Zustand der Kirchen.
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Das VI. Capitel
Von dem innerlichen Zustande derKirchen.
I.
Was wird ln diesem Capitel vorkommen?
Zweyerley:
i. Der rechtschaffene Zustand des Christenthums,r. Der Verfall des Christenthums.
le darnach hungerte/ ja/ ihr gantzeS Wesiyi darnachverlangte, r)
Durch die Liebe gegen den Nächsten wurden siein der Hede GOtteS jemehr und mehr befestiget. Den«wer den Nächsten / der doch viel anstößiges Wesen ansich Hatte/lieben konte/ der liebere vielmehr GOtt, beywelchem lauter Wohlthaten anzutreffen waren. 3)
Die Ganffrinurh und Barmherzigkeit stellete«sich in einem schönen Exempel an dem KönigeIGO in Ungarn vor, als er die Hunnen/ so bisher inSiebenbürgen und Ungarn übel gehauset hatten, von
Mas bemerktet man bey dem rechtschaffc-.^^.^'"'" ^die Flucht gekchrä sahe, wenn er fthnen Zustande des Christenthums - stiuk-, »KLuk'g "L
Die Büste war beyden rechtschaffenen Christen eine nehmet die Fluchtigen gefangen, damit man tNe.Veränderung desGcmütheszu einer bestem Meynung '""-nid-',,- ... .^7..^
worinnen ihnen GOtt das göttliche Leben schencketeUtid sie heiligte, l) In solcher Busse stiegen sie zuvor-derst durch gewisse Stussen zu einer wahren Demuthund Zerknirschung. Die erste Stuffewar die Erkännt-niß ihrer selbst; die andere der Schmertzen,den sie überihre Sünden verspüreten; und zum dritten die frchmü-thige Bckäirntniß. m) Sie ergrieffen aber auch denTrost, damit fle der Satan nicht in Verzweifelung stur-tzxn möchte, n) und sodenn ehretcn sie auch GOtt durchein neues Leben, das ist, sie legten den alten Menschenab, und zogen den neuen an, der nach GOtt geschaf-fen ist.o)
Der Glaube war bey ihnen ein Wesen derSachen,welche noch nicht sind, p) und gründete sich auf dieSchrifft. g) Er streckte sich aus zu GOtt, und verei-nigte sich mit ihm. Also bekamen sie ein feuriges Hertz,voll grosser Gewißheit, r) Der Glaube an Christumwar in ihnen ein heiliges und vollkommenes Werck, undheiligte alle diejenigen, so ihn hatten. Erführet«: sie flüs-sig zuallen guten Wercken, und durch solche gute Wür.ckungen ward derselbe erhalten. 5)
Sie waren dessen gewiß, daß sie nach dem Zwecke ih-rer Schöpffung GOtt als das höchste Grtth über alleDinge lieben soffen, welches sie auch thaten, nicht umetwas andern, sondern um sein selbst willen, c) Sie er.kennccen,daß fie sich gantz der Liebe GGtres schuldigwären, und betheten, daß sich GOtt ihnen durch die Liebezu schmecken geben wolle, und sie gantz in seine Liebe zie-hen möchte, u) Durch diese Liebe hielten sie seine Ge-böthe, x) Die «Hoffnung ;u GGtt, welche er ihnennicht aus Verdienst , sondern ausGnaden geschenckethatte, befestigte ihre Hcrtzen in den Anfechtungen,daß sienicht verzagten, y) Ihre Freudigkeit ward durch diegöttliche Verleihung vollkommen, indem ihr Gemüthedieselbe betrachtete, ihr Mund davon redete, ihre See
legenheir habe, das Volck GOnes zu vermehren,wenn etwa einige darunter seyn möchten, welcheden rechten Glauben ergrciffen wollen, b)
Die Demuth suchten sie nicht in den Kleidern, oderin den Worten, sondern im Hertzcn, allwo sie sich be-mühetcn den Hochmuth auszuwurtstln , sodenn gäbe-sich mir den Worten und äußerlichen Gcberden vonsich sechsten, c)
Sie lieberen die Versöhnlichkeit, 6 ) und befliessensich barmhcrtzig und liebreich gegen den Nächsten zuseyn, indem sie ihm gerne vergaben, was er ihnen zuwi-der gehandelt hatte, e)
Die Mildgedigkeir gegen die Armen findet manauch in gar vielen Exempeln. Heinrich der i V. Hattegantze Haussen der Armen um sich, welche ihm sowohlzu Hause als auch bey den Feld-Zügen nachlieffen. Ersorgete fleißig vor sie, und so ossr einer mit todte ab«gimg, nahm er einen andern an die Stelle, befahl auchsonst auf allen seinen Gütern^ daß man den Armen reich-lich Allmosen mittheilen solle, f) Von einer Schott-ländischcn Königin erzehlet man, daß sie bis zvo. Ar-men unterhalten habe.
Daß noch manche der Obrigkeit die geschworne Treuegehalten, wird von denen zu Würtzburg,Worms,Metz,Saltzburg rc. gemeldet, als welche ihre Bischösse aus-sagten, da diese die Parthey der Sachsen gegcnden Kay-ser annahinen. b)
III.
Was ist von dein Verfall des Christen-thums in diesem Feculo zu mercken ?
Überhaupt, schreibet einer, i) habe der christlicheGlaube in diesem 8aculo dergestalt angefangen ab-zunehmen , daß in einigen christlichen Landernweder 8->ciame»w noch Barchen-Gebrauche wä-ren beobachtet worden , sondern man habe sichauf das Zaubern und wahrsagen geleget , wel-Llllllls ches
1 ) UlkiOkttvI rV8 in crp. r. Ion. 6c »n csp. 10 . Io-
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