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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen. Historie Neues Testamentes.

die r>) und Oboniten, o) Andere musien mir

Gewalt bey dem Christenthmne zu bleiben gezwungenwerden / wie die Ungarn/ p) und Polacken.

Man beschwerte sich hierbcy meisieutheils über dieKostbarkeit des Christenthums, da so viel vecimse undandere Opsser gegeben werden inusten , **) worauscrh^llet, wie sehr die gcitzige und Pracht liebende Cle-risey das CHristenthum gehindert. Zugeschweigen, daßman aufkeineHertzenö-Aenderung und rechtschaffenesWesen bey demselben gedrungen, daher die Heydennach der Bekehrung zum christlichen Nahmen eben die.jenigen blieben, so sie zuvor gewesen, nur, daß sie an.dere äußerliche Ceremonien mitmachten.

IX.

Was hat man von dem Zustande der Mu-hammcdaner zu mercken?

Die Macht der Saracenen nahm in diesem 8ecuIomercklich ab , hergegen fiengen die Turcren an thr'Haupt empor zu heben. . !

Diese hatten etwa um die Mitten des vorigen 8ccuiiunter ihrem Fürsten O^O/el)0 den Muhaminedam»sehen Glauben angenommen, nachdem sie zu solchemdurch den vielen Umgang mit den Saracenen, wel-chen sie bishero vor den Sold im Kriege gedienet hattcn , waren angeführet worden.

Um das Ende des gedachten8eculi ruffte sie derKo.nig in Persien N urhainmed gegen die Califen zuBabylon um Hülste. Indem sie aber dieser nach voll-führtet» Kriege nicht wieder zu Hause gehen lassenwolte,wandten sie sich gegen die Persianer, undbe«mächeigten sich in kurtzcm ihres ganyen Reiches. DerÄusubrer der Türcken wird genennet,

und die Sache hat sich ohngefthr unter der Regierungdes Griechische» Käyscrs kor-Lm zuge-

Magen. ^ .. . .

Indem nun das Saracenische Reich m einer grossenZertrennnng stund, wie schon'im vorhergehenden 8e.culo beniercket worden , so kam dist den Türcken zuPaffe, daß sie gar bald auch Babylouien, Arabien,

" Syrien und andere Orientalische Länder unter sichbrachten, wobey sie die Califen oder NachkommenMuhammeds der weltlichen Gewalt entsatzten, undsie hinführo nur zum Hohen - Pricsterthume besinn,meten. . . ^ .. , . ^ ^

Sie kaufen, endlich auch m Natolien soweit, dapum das Jahr 1080. ihr Sultan OVH.VH1V8, oder80b!Xl/tt"^V8 sine Residcntz zu bl>c,es in Bithy.nicn aufschlagen kontc, wiewohl nicht lange hernachdie Türcken durch dieCreutz-Fahrcr nicht nur aus die.ftr Residcntz, sondern auch aus vielen eroberten Pro-vinzen gejaget wurden, wie ich bereits im ersten Ca-pjrel bey den Creutz-Fahrken bemerckct habe. g)

Wie die Egyptischen Califen aus kutteikma gttvie-ftn worden, ist ebenes daselbst erinnert. In Spa-nien litten die Saracenen auch gewaltigen Abbruch,

n) ttk1.k10I.VV8 c. Iv. v) Iciem c.22. 24. p) dlaV'CI.KKV8 8-ncr.z6. *) L/11.V181V8 i<?22. ") Ici-

ttbU-m. g)Look. 6b.iccL8. 6VIUK1.d1. pT-KIVk. 2018--1.;KL8. diaVLLLK. 10- LLV!>'LL/tV. in Psnä-L, tnü/l urc.

wie aus den Geschichten von Spanien oben erhellet,und obgleich die Afrikanischen Saracenen einen Ein-fall auf Italien thaten, so wurden sie doch von demKäyser NEM0 n. wie auch folgende! von dem Her-tzoge leo»e«rc> 6VI8LE0 tapffermüthig wieder hinausgetrieben.

«sonst florireten noch allerhand 8culli- unter denSaracenen. Sie legten sich auf die Kunst schöne zuschreiben, die Poesie und Medicin, wie sonst angezei-ger worden. Hierzu kam die?kilokipbie, kluloloz-ie,.vrsßie und Scholastische Art ihre Glaubens-Lehren zutractiren , welche letztere, leider! auch die christlicheTheologie in Grund verderbet hat, nachdem man die-sen unseeiigen Fußstapffen der Araber nachgegangen.

Von gelehrten Leuten haben k^218 und /rVIObdi-in der Medicin und Philosophie einen grossenNahmen erlanget. I8kläLb ^8Vdl^8KV8. ein Tür-cke schrieb das berühmte Arabische bexicon ^lraracb,oder das aufrichtige, genannt. Über den ^lcorsn com-memirete /13Vb.X^8LX-r, und dlVkl^dl-

IvILV ^6VI-lb08LIbI war ein berühmrer8cholaliicu5. r)

X.

Welches sind die vermischten Nebensachen?

Erstlich die 1)0!^ ION der Gräfin XlAHUl..i)I8, welche eine Besitzerin von Thuscien und dcrLom-bardey war, und solche ihre Lander dem Pabsie ane-«oLio vii. als ein ?2ii imomum des Römischen Stuhlshaben soll, wobey aber sehr bedencklich fället, daß dasOrißinsl von dieser Oonation verlohren worden. 8)

Zum andern die OObl/il'lOd»! der Grastschastr«Holland von dem Käyser »exiuco IV. ü» ben Bischoffzu Utrecht, c)

Zum dritten einige Fabeln und Mönchs-Ge-dichte.

1. Man war im Zweifel, ob der Cörper vLnevicriim Kloster XlonccLsitn, oder, wie andere wölken , inFranckreich läge. Doch, diesen Streit zu Heben, stiegein überaus annehmlicherDampff aus einem Begräb-nisse zu kiorucssim: ja, es zeigte sich der Heil. LLULVI-dvg gar sechsten in Lebens-Grösse, und gab einemBesessenen, den die Mönche bey sich Hatten, eine Maul-schelle, wodurch er sogleich befreyet ward. u- Und al-so war die Sache klar gnug erwiesen, wenn es nurjemand sonsten glauben wolte.

2. Alk der Cörper des Heil. L/mi;i.Li in Ungarnnach seinem Bcgräbniß geführci wurde, so spaimerendie Guksiber untcrwegens aus, und liessen die Pferdeauf der Wcyde gehen; indessen sie sich nebst den darzubestellcten Wächtern ein wenig zur Ruhe begaben.Allein der Wagen liess mitlerweile so geschwind nachWaradein zu, daß ihn niemand einholen noch aufhal-ten kvnte. Folgcnds, als er begraben ward, ließ sicheiner vernehmen, daß der Leichnam schon stinckc. Al-sobald ward ihm das Maul so verdrehet, daß es aufdem Rücken stund. Doch da der arme Schelme riess:

r) v-ä. ttOH1N6LKV8 tt. L. tec.n. s-Ä. 2. x. 459.teq-;. r ) 8?ad1ttkIt1IV8 kec. r I. c. IZ. p. i;6z. r)

-u) Lltron. Orlln. üb. 2. c,x. 48.