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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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I2L8

Kirchen - Historie Nerrcs Testamentes.

Vorgang, davon die Reden, Schrifftm und Thaten,

der Päbste, und die aus ihren Oecreten gscunniletenRechte gnugsameS Zeugniß geben. Es beschreibet dißcm Scribenl dieftr Zelten r) gar artig, wenn er dieAntwort kalcbslis II. gegen den Küyftr Henriaum V.vorstellet, welche aus feinen Lateinischen Versen etwasolchergestalt Deutsch gegeben werden kan:

Ich gebe dir das Reich), als keni Unterthanen.

Denn unsrer Hoheit ist ein doppelt Recht crestellt:

So wohl der Geist als Lord stehn unter unsern.Fahnen;

Da unser Leid die Weit, der Geist den Him-mel hält.

Wir binden, lösen auf, wir offnen und ver-schlresten.

Denn an den Himmel reicht allein des pab-stes.LNacht.

Er giebt, cr nimmt, mach: frey, last nach Ge-fallen büsten;

wie alt - und neues Recht »hm solches zu-gedacht.

Indem nun der Pabst na b seinen eingebildeten Rech-ten so mächtig war, so muste das Ansehen des göktlichen Wortes freylich zurücke gefttzet werden , als wel-ches wieder solche angemaßete Macht gar zu offenbarsich zeugeke. Daher verboth I^blOL8biHV8 der!!!,ausdrücklich, die Heil. Schnftc in der Mutter-Sprache zu tracriren, unter dem gottlosen Vorivande, es Lürftcen die Geheiinniste des Glau-bens nicht einem jeden so klar gemacht werdenweil sie nicht alle verstehen tönten. Die vornehmst« Ursache aber war, damit das Geheimniß der Boßheit an den Päbsten und Pfaffen nicht einem jeden of-fenbar werden möchte. Dabey kam die liebe Heii.Schrifft in solche Verachtung, daß man in den Kir-chen und Schulen wenig daran gedachte, zumahl daman von dem Aberglauben des Pabstrhumö nichtsdarinnen finden konte. s)

In dieses 8eculum setzet man auch den Ursprung derLehre von der unbefleckten Empfängnis) derJungfrau Marien, welches die Lanonio zu Lyonzuerffin ihr tägliches OKcium 6. Virgin,; sctzeten, da-gegen aber der Heil. 6MbM^8.VV8 b) nicht we-nig eiferte.

Von der Vergebung der Sünden oder dc-m Ablaßlehreke man, daß dem Pabste alle Gewalt Hierzu ge-geben wäre, also. Laß er auch mehr.thun könte,§ls Lbristus silbstcn. Denn dieser könne nur dieGeduld ertasten, der pabst aber. nicht allein dieSchuld/ sondern auch die Strafte Ha, allein derpabst, als ein GLm, könne die Sunden verge-ben. *) Wer nun-in solchen Lästerungen den Anti-christ nicht fühlen und grelffen will, der muß tvohlal-le, will nicht sagen, christliche, sondern vcmünfftige.Sinne verishren Haben«

Die Irrlehren von ben Messen, Mönchs-Ver-

x) 60 VUOkkkSV 8 VHk.k 8 Lkd 18 L 8 in ckron. s,

Vlä. 8 VX^LLk^LV 8 LM. Lccl. sec.XII. k-s« 1578-

1») Lkrkvl. 174. ') Ibiäem ^1580.

diensten, Gnugthmrngen, Wallfahrten, der

-cLLl.i!,vssvLnviL7lon, und andern 2lberglauben, da-von die vorhergehenden 8ccu!ä bereits den Ursprunggewiesen, wurzelten nun je länger je tieffer ein, wirhin und wieder in der Historie zu bemercken»

Xll.

Wie ist die FcholuLsche Theologie auf-gekommen ?

Auf diese Frage desto gründlicher zu antworten, willich gantz kürzlich von dem unterschiedenen Gebrauch«des Wortes 5cbolallicus Nachricht geben. In denZeiten der ersten Römischen Käyser ward dieftr Nah-me den Rednern und Advocaten beygeleget, wie sonstschon angemerckct worden. Nachdem aber von denFränckischcn Königen, und sonderlich von c^xoro r§.viel geistliche Schulen hin und wieder aufgerichtetwurden, legte man ihn den keQoribu; und Lehrmei-stern derselben bey, welche an einigen.Orren auch8cKa-laltici, krüniceru und Hevlognles hieffen. Endlichgab man diesen Nahmen besonders denenjenigen,. wel-che in ihrer Lehr- Art die Theologie und Philosophiemit einander vermischten, wie in diesem Lcculo rechtangegangen, ohngeachket bereits in vorhergehenden 8s-cul,! durch Mki/Lbix'Lxi varaL8CMV8i, lottadk-dllLtzl 8cOIVX1. tz/LNkKtzNLVtzk, tz.b18Ig5tztzlV.V1LtzdHVtz.8I5d1LLtzl und andere darzu vorgespieletworden, c)

Das Verderben nun der IcbolsllifchenH^cologis be-stand darinnen, daß man die Bibel auf die Seite se-tzet?, hergcgen alles mit denkstr-lbu; bewikß, dieSchul-Philosophie, welche durch die Araber auö dem E-sran-rr allenthalben ausgebreitet worden, und sichauch zu den Christen cingeschlichen, mir der Theolo-gie vermenget?und die Sätze und Fragen des Chri-stenthums nicht mehr einfältig, sondern mit heidni-scher Kunst in besondern Wörtern, Einrhcilungen,und tauftnderlcy unnützen Grillen tractircke.

Zum Urheber wird insgemein 8LHIV8 tzOtz18Lk(-VV8 angegeben , dessen oben schon erwähnet worden,!und welcher seine Theologie nach dem Exempel i>^»-in einem SzAsmaw von IV. Büchern vortrug,die Lehr-Sätzc aber vornehmlich durch lemenciar ausden kstribur bewieß, daher man ihn tzlagiilruni lencea-ciarum tituliretc.

Wenn dieftr tzOtzl8tz8VV8 nun über einen guten?Lwem als zvLvrvinvia Lc. gekomineu, so hat er auchgute Sachen, wie einige Exempel in der VUl. Fragezu befinden; bey andern aber hat er Spreu gnug auf-gelesen, und durch die Methode die gottseeligeu Be-griffe der himmlischen Wahrheit bedaurenewürdigverrücket.

Indessen ward tzOtz!8tzkl)I Merck mit grossem Bey-fall aufgenommen, also, daß man solches nach undnach zum Grunde der gautzen Theologie fttzete, unddamit dir Augen vollends von Gottes Work abkehre«te, zumahl da so viel Glossen und Lammen»«, dar-über heraus kamen, welche die Theologie noch immermehr verdreheten. Der

c) vv LtzlWL in OliMr.LtzltzHk jugeaiens äe» Lxsvsos.