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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Klrchrn-Hlffsrle Neues Testamentes

zu erforschen, und darinnen auch andere zu unterwei-sen, brächte das Rechet des geistlicher» Priesterkhumemir sich , u. s. w. n )

Die Tyranney, so er bey dieser Bewegung an denPfaffen gewahr ward, machte ihn folgendS noch vielfreudiger und kühner, daß er das Geheimniß der Boß-Heit im göttlichen Lichte immer mehr und mehr «nr-deckte, und die gefährlichen Irrthümer nebst dem ver-Lammlichen Aberglauben vor jedermann bekanntmach,te, daher er einen grossen Zulaufs nicht nur von ge-ringen, sondern auch von vornehmen Leuten, uud sogarvon fernem her bekam, o)

In die Länge aber konten die Prälaten solchen Eintrag in ihr Amt, oder vielmehr das Zeugniß derWahr-

wohl aus ihren eigenen Lonkersioncn, Lsteckclikus undandern Schriffken, als auch ihrer Widersacher Nach-richten erhellet, ,) dem Pabstthume freylich durchauszuwider war, so fehlere es nicht, die Verfolgungengegen fie zu erwecken, zu fchärffenund zu rechtfertigen,an gräulichen Lästeruugen und Verleumdungen, da-mit der Teufel sich nach feiner alten Gewohnheit audiesen WahrheitS-Zeugen zu rächen suchte.

Also beschuldigte man sie, sie verwürfen das al-te Testament, die Kinder-Tauffe, die Blm-Ge-richte der Obrigkeit, das 5 ymk»lum Hpoitolicum,alle Gebethe, ausser dem Vater Unser, die Aufer-stehung der Todten, und andere mehr , hergegenbetheten sie dieBärthe an, erlaubten ohn Un-

heil gegen ihre Lehre und Leben nicht leiden ; daher rerfcheid alle fleischliche Vermischungen, zu zau-musie sich nebstseinem Anhange nach etrva been, die Priester umzubringen, und sonst dergiei

5. oder 6.IahrcnauS derStadt packen, undderPabstthat sie auf dem III. Loncilio im Lateranin Bann, welchem denn seine Nachfolger auf demPabst'Stuhle durch 8ynoclc,5 und Oecrew bkyfiein.p). Indessen verbreiteten sich die vertriebenen waiden-str nicht ohne grossen Scegen an allen Orten im.Oc-cidente, verantworteten sich bey den kxsminibur kapf-fermüthig, und liessen sich weder Bannstrahlen, nochandere Verfolgungen von ihrem guten Lehr-Grundeabstürtzen, g) von welchem Lehr-Grunde ich nun auchkürzlich gedencken will.

Sie glauberen also, die Heil. Schrisst enthalteallein alles, was zur Stetigkeit nöthig ist; es seynur cinMirler, und man. müsse daher kernen Hei-ligen anrüsten; man habe nach dem Tode Him-mel oder Hölle, aber lein Legfeuer zu gewarren;Christus habe nur zwey Sacramema, nemlichdie Tauffe und das Heil. Abendmahl eingesirzer;es sey >nir allen Messen, und sonderlich) mir de-nen vor die Todren ein gottloses und Verwerfli-ches Wesen; die menschlichen Traditionen rau-geren nichts, und aus diesem Grunde waren dieOllicia, oder vorgeschriebenen Gebethe, besirm-mere Fasten, unnütze Fest-Tage, der Unterscheidder Speisen, die Priester und Mönchs-Orden,die weyhungen, Wallfahrten und andere erfun-dene Ceremonien ein Graue!; der pabst fty nichtdas Haupt der Kirchen, habe auch den weiclr-chen Renenten nichts zu befehlen ; das Abend-mahl müsse unter beyderley Gestalt genommenwerden ; die Römische Kirche Babylon; derEhestand der Priester sey rechtmäßig, und anderedergleichen mit der Schlifft übereinkommende Sätzemehr, davon andere mögen nachgeschlagen werden.r)'Indem nun Sie Lehre der waldenser, welche so-

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chen Gottlosigkeiten mehr, welche aus den verleum-derischen Hertzen Hcrßiessen konten. l)

Im übrigen legte man ihnen, sie desto mehr vrrhas«set zrr machen, noch allerhand ketzerische und secti'rischeNahmen bey. Diesem nach hiessen sie, ausser dem

Nahmen der waldensir, auch Albigenser , von ei-nem Orte in der Gegend louloutc» wo sich diejenigenenthalten hakten, so man im vorigen 8eculo als Ma-nichLer tractireke, welchen Titel man ordentlich auchden waldensern beylegte. Man nennet sie fernerdie Armen von Lyon, indem man sie durch dasLxilium des Ihrigen beraubet hatte. Arnoldistenheißen sie von Arnold Hot, bObb/zkl)I8^en, vor»bObb^KVO, Joscphistcn von Joseph, welche ihreLehrer und Anführer waren, 8IKKill, gleichsam Spitz-buben, weil sie einander Brüter

ncnueten, oder weil sie viel

leiden muffen, I88EK1ttl, oderLll, weil sie so viel auf den Sonntag hielten, k/zs.8^6LdN, weil sie immer wandern inusten, 1'VLbV-?ld!l, gleichsam Nachbarn der wölste in denWäldern, u) und was der Teufel etwa sonst noch mehrvor Nahme» ausbringen konte, davon ich in folgen-den Secuiii weiter zu gedencken Gelegeuheik findenwerde»

XVI.

Wie hat sich das Christenthum in diesemSeculo ausgebreitet?

Hierbey mercker man

1. Einige Bekehrungen.

2. Die Creutz-Züge-

XVII.

Was vor Völcker sind in diesem 8scu!o be-kehret worden?

Die Pommern Anno 1124. welche knrtz zuvor umter die Gewalt der Polen gebracht wurden ; wobeyder Bischofs OHO von Vamberg auf Erfordern desPolnischen Königs «orerrLi, weil in gantz Polen kei-ne tüch-

5> 1 i»i 6 em 8 ?^IYttk^IV 8 tt. 8 .r«c.l 2 . P.1598. c)li>i-u) 8LOV1V8 äe impicrsce Sc t,crile§ii»Llb>geirLuiv'LLdtLvicrV8 m dik. VVstä. Sr ^U>itz«a 5 .