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Xll. 8ec«lum. Il.Crp. Vom dem Gotteö-Dienste^
V.
Was ist bey der Tauffe zu bemerckcn?
Diß Sacramenr ward nicht mehr, wie sonsten, et.wa nur zu gewissen Zeiten/ sondern allemahl / wennTäuflinge vorhanden waren / cslckriret. 7 ) Dochnahm man noch gern die Ostern und Pfingsten / wenn«ö steh sonsten wolte thun lassen / in acht. r)
Der Pabst ?>bKX^bH)Lst III. a) befahl, daß wom§n nicht gewiß von eines Menschen Tauffe versichertwäre/ so solte man ihn mit folgenden Worten tauffen:Ich rausse dich nicht wieder , wenn du schon gc-tauffec bist, bist du aber noch nicht gctuussc / sotauffe ich dich im Nahmen rc. Von mehrern istbey diesem Sacrakment nicht zu gedencken.
VI.
Was ist bey dem HeM Abendmahl zubemerckcn?
Man thciletc alle Tage den Leib und das Blut desHTrrn aus. l>) CbLX-ILt 88 III. geboth ausdrücklichnichts anders als ungesäuertes Brode, und fVeinmir Wasser vermischt zu gebrauchen, c) Sonstsolte das Brodt GOtt den Vater/ der Wein GOttden Sohn, und das Wasser GOtt den Heil. Geistbedeuten, ä)
Gegen die übele Gewohnheit das Brodt in denKelch zu tuncken und sodenn zu reichen eifert IcklbvL-LLR.I'VL, Bischofs zu tcksn; in seinen Briefen.
Die Ordnung der Messe mag man bey dem KV-chVIULdM, c) und andern nachschlagen,weil doch wenig dran gelegen, ob man solche weiß odernicht- Soviel kan angemerckek werden, daß sie nachangeführtem Scribenren nüt sachter Stimme gelesenworden.
Der meiste Gottes-Dienst kam auf die Messen an/und je mehr jemand derselben des Tages höret?/ je siehe-rcr meynete er vor allem Übel zu seyn; wie denn vomKäyser rornLkio gerühmet wird/ daß er täglich dreyMessen gehöret habe. f) Mas vor wahren Trost undErbauung aber die Leute aus solchen Ceremonien/dieder gemeine Mann gar nicht/ die Priester aber seltenverstunden / Haben nehmen können- ist leichtlich an denFingern abzuzählen.
VI l.
Was sind vor überstüßige Kirchen-Gebrau-che und Ceremonien zu bemerckcn ?
Man fieng an das Sacramenr anznbethen, weilman nemlich dasselbe nach geschehener LoMeci-srionvor den würcklichen Leib Christi und also vor GOttden HErrn und Scböpffer selbst hielte. ?)
7) KV?xk 1 'V 8 1 -VH. -I- -iiuin. oikciir üb. 4. r) Vid.sppend. rclAKIAdsl 8cQ1l. VU8PL,86Liq8l8. 8^X0tlik. v,n. III). 14. 8V?kU^V8 1 VI 1 -. i« la.Iit> 2. csp. I. s ) IZecrer. üb. z. kir. 40. cip. 2. b) KKKdeld^ 80 V 8 ferm. de coen, Dom. c) L^Ü^KV?. d) UII-!1L0r kOI8 üb. 2. Vif 6. «) üb. !. «le diuin. oKc. r-sp. 28-
feqc;. k) dbron. dslünens. üb. 4. c. 25. x) OOO Lpllc.k^rif. in donginik. 87nod»I. de 8»crsm. ^Ilsr» 0.6« sp-I-^LLLVdl ia LvlleLi. Loncii. Um. X-
Die Canonii^tione; wurden sehpgemein, wie dennLl)VHKI)V8 König in Engell-nd, C/VdlVrV8, Königin Dannemarck/ li8kdUd^k.l)V8 von Oairvaux, undnoch verschiedene andere in den Orden der Heiligen ver-setzetwurden. b) Der Pabst ^bLX/ZXVLU III. mach-te auch ein Vecrec, vermöge dessen die Macht zuCanonUiren allein dem pabste, und ohne, daß ereinen 8ynoäum darüber berussen dürffte, zuste-hen solte. i)
Von neu erfundenen Reliquien einiger zu geden-cken, so brachte man emen Theil des Blutes OnilUaus dem Orient. Im Kloster Argemevit ward dieRappe oder der Oberrsck Cknlli, welchen ihm sei-ne Mutter gewürcket/ gefunden. Der beygelegte Zet-tul war Beweises gnug, daß eö mit der Sache seineRichtigkeit hätte. Sonst wurde« auch in diesem 8e-culo die^noch gantz unverwefeten Leiber der Heil.drep Ronige von Meyland nach Cölln gebracht. An-dere Reliquien, damit man die Altäre derKirchenvollpfroffeke , sind fast lächerlich anzuführen, dergleichendie Steine, damit der Heil. 8cepbanus gesteinigek lvor-den, die Haare der Jungfer Marien, Stücke von deinRoste, darauf bsui-ennu; gebraten worden, das Tuch,damit man dem Apostel?aulo bey der Enthauptungdie Augen verbunden, und mehr ander dergleichen läp-pisch Zeug, das beym in diesem 8ecul«
niit Haussen anzutreffen.
Das III. Capitel
Vom Kirchen - Regimente.
i.
Was wird irr diesem Capitel vorkommen?
Zweycrley:
r. Die Rirchen-Acmrer.
2. Die Rirchen-Zucht.
z. Die Versammlungen dev Geistlichen.
4 . Die Gewalt der Obrigkeit in Riechen-Sa-chen.
II.
Was ist von den Kirchen- Aemtern zu erin-nern ?
Hierbey siehet man
1. Aufdie Anrichristische Herrfchaffr und Tyran-
nei des pabstes.
2. Auf die Aemter und Verrichtungen der andern
Riechen - Bedienten.
III.
Was ist von derAntichristischen Herrschajftund Tyranney des Pabstes anzu-mercken?
Der P.ibst ^VKl^blV8 schreibet le) an die Cano-eiicos zu Lolopna von feiner Hoheit und Macht in derKirchen mit stoltzen Worte« folgender gestalt: DieOoos 000 z ewige
Ii) Vid. 8 ^ 80 KIV 8 . i) Id-m uci. 4 . ( 7 . n6l. xoi.r.VO8V8 VüUcüüIVZ üb. 6. c. 9. k ) Vid. fc-tzmsnkum epi-Ual« Lpud Lonturiiic. blrxdeburx. cenr. 12« c, 7.
psß. 460.