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Kirchen-Hiflorke Nettes TestamenkeS
etvige und unveränderliche Vorsil-ung desGchöpffers har also gewolr und sestgestellek, daßdie Heilige und unbefleckte Kirche von dem Ur-sprünge ihrer Gründung an auf solche weisere-grererwerden solle, daß sich darinnen nur ein ei-niger Hirte undLchrcr befinde, welchem alle Prä-laten der Rüchen ohne wiederfand rrntcrrvorf-fen wären / sich als Glieder an ihren, Haupredurch eine wunderbare Ernigkerr fest hielten, undniemahls gegen-dasselbe rcbellireren. Wie viel indiesen Hochtrabenden Pabst-Worteuwahr sey, kau manohne Bebcncken mit Nichts beanttvorre»,, indem keinBuchstabe des göttlichen Willens von einem sichtbarenHaupte der Kirchenkan ausgewiesen werden.
Eden solchen Grund hat das Vorgeben /GKX.^bl.Vkl lil. wenn er von seinem obersten Urtheile inGlaubens Sachen schreibet: I) Gleichwie die Rö-mische Rüche nach GGrreswillen aller RüchenMutter ist: also müssen auch wir, die wir dersel-ben vorstöhen, allen, H sich Raths bey uns erho-len, Antwort geben, und was zweifelhasfirg scherner , durch die Vorsicht unserer ApostolischenSorgfalt erklären.
Die Pabste behielten sich gewisse Csiux wor, welcheniemand als sie vergeben tonten. Dergleichen waren,wenn fich die Pfaffen unter einander Mmiffen, oderweltliche Personen sich a» LIcricix mit Schlägen vcr-griffen rc. Solche »mtsbru den Ablaß sechsten zu Romholen , wurden auch wohl nicht eher als iu.der Todes.Stunde -chidivirer. m)
Andere tyrannische Pabst. Verrichtungen kommenmit dcnenßn:gcn,so im vorigen Seculo angezeiget wor.den, übcrein, wovon sich hin und wieder Exempel antref.fcn lassen, und andere aufg schlagen werden können, n)Was vor Lyranney die PLbste im weltüchenRegln,«,te ausgeübet, kau aus der gairtzeu Historieersetzen werden. Der Käyser b.OI'bi^ki V8 »rmste
>1. bey seiner Crönung den Eyd der Treueund des Gehorsame ablegen, n) Eben dieser Pabstksure es bey. seiucr.Ankunfft zu.Lüttich zulassen , daßihm der Käyser zu Fusse entgegen eileke, sich demüthigals einen Stallknecht bey ihm aufführete,indem ermiteiner Hand den Zaum des Pferdes, und mit deranderndie Spieß-Ruthe ergriff, auch in solcher Positur nebendem reitenden Pabste herlieff, bis er abstieg, wobey erihm bett Steige-Bügel hielt, und sonst alle einem Käyfer gar unanständige 8> bmilsiol. bezeugeke. p)
Seinen Antichristischen Hochmutb bildete besagterPabst gleichfalls ab/wenn er die LrövungLil in» Lateravischen Paüaste abmahlen ließ , da manden Käyser auf den Knien vor des PabsteS Füssen lic«gen sahe mit der ttberschrlffkr
vonie s«c« tvrer, iur»«; pnurvrlTi; kanorer,
6r kapac» iuenil^uocisnee cor -nam. q)LV6 M lV8 ich. heran bete die baerikios und den Rath
zu Ro>n ihrer Freyheiten und Privilegien , wiewohlsich die Römer, welche von Br;xen mit
seiner Lehre,daß der Pabst keine Gewalt in weltlichenSachen habe-untcrstützeke, auf alle Weise wiedersehe«ten, also, daß derStreit darüber in die ;o.Iahr gebau-ter hat. r)
Der Trotz und Ubermuth ^OLl^bUlv. war sogroß, daß man sich selbigen kauin einbilden könke,wemrnicht die klaren Zeugnisse vor Augen lagm. Der My-ser kü!vi.üü.V8 Hatte ihmzu 8urtt nur den unrechtenSteige-Bügel, nemlich den lincken vor den rechten ge-halten , so ließ erihmschon feineUngnadespüren; ,)wie denn miulnehro die Päbstcauö dergleichen Diensten,»velche einige abergläubische Potentaten anfangs frey-willig gethan hatten, eine Schuldigkeit machten. Ergab dem Käyser einen Ausputzer, daß er seinen Nahmenin seinen Briefen dem Nahmen des Pabsteö vorsetzrte,r) Was dieserPabst noch weiter mit dem Käyservorge-habt, wird sousten an seinen Orten erzehlet.
Zu Venedig konte der Pabst nach-
dem er dasilbst viel Wohlthaten genossen, sein Groß-thun auch nicht lassen, und beschenokete den voj-e se«-».zrlLnv» r^n» Mit der Herrschafft des Adriatischen Mee-res, welches sich dieser von der Zeit jährlich durch ei-Ring, wie bekannt gnug ist, vermählet, mglcichen er-laubte er ihm den Gebrauch einer besonder» Mütze, nutzverliehe ihm noch ander dergleichen Zeug, das ihnnichts kostete.
Eben dieser Pabst bestätigte seine angemassete MachtKönigs-Crouen zu ertheilen, mit zwey Exempeln and.n Hertzogen in Böhmen und Lußranien oder Portu-gast, »velche ihn dabey vor ihre» krorcüorcm erkemum,und sich zu einem Tribute vtzx die Kirche zu Rom ver-stehen musten. u) Die Römischen Bürgermeister music»,ihn» auch zu seinen Füssen den Eyd der Treue leisten,wel-ches bisher noch nie geschehen »var.
Übrigens suchten sich die Päbste durch mancherleyGriffe zu bereichern. Sie nruneken die weltlichen Po-tentaten, »venn sie die Geistliche», mveilireren, 8imo-nisco;, sie aber waren selbst die rechten Gesellen Simo-nis, indem sie alles ums Geld verkanffreu , »vorübereiner x) folgere Worte gebrauchet: Freue dich,Rom,unsere Mutter; denn es fallen ganye Play Re-gen von Geld und Gütern aus dich. Maeye dtchnur überdre Sünden der Leute lustig ; e enn ih-re Nbelchatcn bringen dir Geld ein, und a so er-langest du, wornach dich so heffng gedürstet hat.Du bist nicht durch deine ReiHion , sonderndurch die Sünden des Voickes zu solcher Ho-heit gestiegen. ^
Was hat man bey den Aemtern und Ver-richtungen der andern Kuchen-Bedientenzu nrercken?
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