Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

xm. SeeuluM. Oott dem Gottes. Dienste.

IL7Z

Also disputireten die Mönche/ daß weder die Engelnoch verklareren Menschen GO» in stinemwejeusehen könren ; daß der Heil. Geilt / in sofern er' die Liebe, und Verbindung wäre, nicht von! dem Sohne, sondern von dem Varer ausgehe;

: die Seelen und Leiber der Seeligen würden nicht> in dem Feuer-Himmel bey den Engeln , sondernim Wasser- und Crystalleu-Himmel gleich überdem Firmamente wohnen: daß ein Engel zu-gleich an unterschiedenen Orten seyn könne, undwas solcher theils lappischen, theils gründ-verderbli-chen Irrthümer, welche damahlen auch die PansischeUniversität verdammete, mehr angetroffen werden, c)Das II. Capitel

Von dem Gottes-Dienste.

i.

Was wird in diesem Capitel vorkommen?

Viererlei):

i. Die Zeit des Gottes-Drenstes.

2» Der Ort des GOrees-Dienstes.

3. Die Handlungen des Gortes-Dünstes

4, Die übrigen Ceremonien.

II.

Was ist bey der Zeit des Gottes-Dienstesin diesem 8ecu1o zu bcmerckcn?

Die Erfindung neuer Lest-Tage hatte noch keinEnde. Pabst vkväuvs iv. brachte Anno 1264. dasFronleichnams-Fest auf, worzu die Lehre von derVerwandelung imHeil.Abcndmahle Anlaß gegeben. Esward dasselbe, wie gewöhnlich, dem einfältigen Vol-cke durch falsche Träume recornmeiuliret/wie denn eineJungfer zu Lüttich, Nahmens ivr.iE, eine Erschei-nung gehabt haben solte, worinnen ihr dasselbe zu be.fördern, defekten worden, weilen es noch zur Voll-kommenheit der Kirchen. Feyer fehle, u) Ingleichenwölke vlekLl^vr IV. bey Celebrirung der Messe die Ho-stie in menschlicher Gestalt gesehen haben, aus welcherBlut in den Kelch geflossen, x) Solchergestalt wardnun diß rmseeli'g? Fest, welches hierauf gleichsam derMittel-Punct aller Papistischcn Feste und ihrer r:r>

Römischen bu-lorum lecularmm alle hundert Jahr be-gangen werden solte; wiewohl es die folgenden Päb-ste auf kürtzere Zeiten gesetzet. Diß gantzeJahr übersolte einem jedwede«, der von nahem oder fernem nachRom kommen, und die Schwellen der Heil. Apo-stel besuchen würde, die Thüre zu völligem Ablaß al-ler seiner Sünden offen stehen, g-leichwie man sonstdie Leute beredet hatte, daß man solchen zu Jerusalemhätte finden können, y) Wie aber Hierdurch asten La-stern Thür und Thor aufgemachet worden, weil manso leicht zum Ablaß gelangen konte, und wie dabeyder Teufel ein rechtes Jubel - Fest vor sich gefunden,kan ein jeder vernünfftiger leicht ermessen.

Eben dieser so^i^civs vm. verordnete, der Apostel,Evangelisten, und der vier Kirchen-Lehrer Lrcgorii,^uguilin,, ^.mbl-nin und klieronymi Tage mit der Ehreeines gedoppelten Festes zu begehen ; ^ und solcher-gestalt fanden die Päbste immer etwas zu stifften, hin-zu zuthun, zu verändern, und mit einem Worte ihreMacht in der Kirche sehen zu lassen.

llk.

Was hat man bey dem Orte des Gottes-Dienftes anzumerckcn?

Die Anzahl der Alkäre nahm in den Kirchen zu, undmau weyhcte sie ihren besondern Heiligen, s) Wirdie Einweyhung solcher Ncben-Altäre geschehen, magman bey andern nachschlagen ; b) weil ich nicht Lusthabe, mich mit dem Schmirement, das man dabeygebrauchte, zu besudAn.

IV.

Was hat man bey dem Gottes-Dienste zubcmerckcn?

Bey dem Abendmahle und der Messe werden diemeisten Neuerungen gespühret. mnocLuviv,? in. be-raubte die Layen desKelcheS, nachdem er.die Lthrevonder DanLiubttamiLtion öffentlich eingeführet hatt«.Denn dieftnmach machte man gegen die EinsetzungChristi den Vemunffr-Schluß: weil das Brodr mden Leib Christi verwandelt wird, so ist auch das2hluc bey selbigem befindlich, und daher nichtnöthig mehr als die,e einige Gestalt zu nehmen.

bammlichen Abgötterey geworden durch ritele Ge- Doch hatte nian vorjetzo noch kein öffentliches Occrcedichte eingeführet, ohngeachket sich verschiedene den,- darüber abgcfasset, ob dieser Mißbrauch gleich au-

selben , als einer schädlichen Neuerung, »niedersetzten:H^l0^8 von aber, als ein besonderer

Heiliger, muste das Osticium darzu aufsetzen.

Daß der Pabst vouikäciv; vm. das grosse ^jubel-Fest eingeführet, ist oben in seinem Leben zu sehen,wobey auch der eigentliche antichrisiische Zweck bemer-ket worden, ob es schon nach dem eitlen Vorgebenzur Andacht dienen soll. Gleichwie also bey asten Pa-pistischen abergläubischen Zeiten und Anstalten mehrdem Teufel als GOtt gedienct wird: also geschiehet esauch auf diesem lul ilaeo, welches zwar erst im folgen,den also benennet worden, und nach Art der heydnisch-

" ,) kfl/n I'N. ?E8ILdI8l8 »ä ,0. 124z. u) ttO'r-1 'It 46 kkV 8 ?. Z. t-cul. r,. t-Ä. I. prx. 452. f-qc,. K20-VIV8. ») Ibi-Zem. IU.LLi;HdIV8 -puö

tec. IZ p->L-«662.

fieng in verschiedenen Gemeinen einzureissen, c)

Bey der Messe kam das Lauten nur den Glockenauf, welches 6kLcn»,o ,x. zugeschriebm wird.ä ) DaSKniebeugen und 2 Lnbethen der Hostien gediehe nunauch zu einer völligen Gewohnheit, nachdem es seinenUrsprung bereits in vorigen Zeiten genommen. An-dere viele Umstände find eben nicht nöthig zu wissen,und mögen daher bey andern gcsuchet werden, e)

V. War

8?0>M^kcV8 Lkron. öelAi'c. -kl snn. izvo.

8k^diHt;ivliV8 i-c. i;. p-x. 1726. r) 81'dH.^. k-lcic.

lemp. tcppenliix kiäkUdii koi^Odii.in merrop. lib. 8- c,x. z6. i)) l.«nrnri,t. k-szßciel,. -cenr. 15.pzx.240. c) VVK/ik<IIV8 in rsrio«. mO?vi/c8!n tuinma ?. z« 8?^deHIi^>1IV8 Inc. cit. p. «662.ä) 6KM. IX- lid.m.Decrec. «) l. c. p. 2Z2.

Pyyyyyy