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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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Xlll. 5scukim. IV. c,p. Von Ketzereye» und Trennungen.

1291

Ketzer gezählet wird; sondern man spricht ihm nur übel,daß er einige irrige, verwegene und ärgerliche Sätzevertheidiget; sonst sey er niemahlen so Hartnäckicht ge-weseu,daß er sich nicht solte dem Urtheile der Kirchen«nterworffen haben, g) ....

Seine Haupt-Jrrthümer aber kamen, wie bekannt,darauf an, daß er den Stand der Bettel-Mönche so ver.ächtlich hielt, und ihre Schande aufdeckete, auch dabeydem Padste seine ungemessene Gewalt in einigen Stü-cken disputirlich machte, r)^

Wer war lokannes (Ze koliaco?

Ein vuäoe Ikeoiog>->v zu Paris, und Discipel desvorhergehenden svil.iLi.^11»; 8. wie er denn auch

digen, und derHertzog von Brabant führete die Völ-cker an, welche denn auch nach einer langen Gegenwehrder Bauren, die Oberhand behielten, und damit die Se-kte zrrstreueten. u)

XI.

Wer waren die OrcumcMones?

Einige melden, daß dieser Nahmen auch den klaget-lsnribuz, weil sie beständig umherzogen, beygeleget wor-den: x) andere aber schlagen sie mit mehrerm Rechteden lValdenstrn zu , y) welche nach ihren schwere»Verfolgungen aus Franckreich weichen , und sich hinund wieder an ungewissen Orten aufhalten musten.

Sonderlich thaten sie sich 1248. bey Halle inSchwaben hervor, und gaben öffentliche Zeugnisse ge«

dessen Fußstapffen nachgieng, und die Bosheit der Bet- gen das Pabstthum, nenneten den Pabst und die gantcl-Mönche herunter machte, und zugleich behauptete,!tze Cleris-y Ketzer und8imomsco5; weil sie in schwerendaß diejenigen 2 xirch-Txinder, ft> einem Mönche Lastern und Tod-Sünden lebten, stch^nrechtmäßig in

gebeichtet hätten, gehalten wären , eben solcheSunden ihren eigenen Pfarrern nochmahlen zubeichten, und härre der pabst nichts dagegen zusprechen, ia er könne niemanden überhaupt Er-laubniß geben Heichre zu hören, wo nicht dieseBedingung erfüllet, und dem eigenen Pfarrernochmahlen gebeichtet wurde.

Man rechnet ihn ebenfalls, wie seinen krscceptorem,nicht eigentlich unter die Ketzer, ,) und ist im übrigeneben das Urtheil, was von jenem gefället worden , all-hier zu widerholen. r) ^

Wer waren die LmLnA?

Diese werden als eine recht teuflische Secte beschrie-ben, wie schon im vorigen Cap.in der XXVIll-Frage et-was davon erinnert worden.

Sie sollen unter andern gräulichen Dingen dasAbendmahl z>var jährlich von der Hand eines Priestersempfangen, aber nur im Munde behalte» , und nach-mahls in das heimliche Gemach gespien haben.

Die abscheuliche Lehren, so von ihnen gemeldet wer-den, bestehen darinnen: Der Teufel wäre von GDttunbilliger weise zur Höllen verstoßen worden;er würde aber wieder zu seiner ersten Hoheit ge-langen rc. Diefemnach meynet. n sie,man müsse GOttall e zuwider thun, verchreten hingegen den Teufel,undgiengen mit der Clcrisey gar übel um.

Wenn alle diese Dinge wahrhafftig also von den 8ra

die Aemter schliechen, und die armen Seelen verführe«trn. Sie erwiesen ferner, daß die Mönche durch ihrefalsche Lehre die Kirche ins Verderben, stürtzeten , undein recht gottSvergeßneö Leben führeten, hielten es mitkmormco und cc,d>»»oo, und vertheidigten sie gegen desPabsteS gottlose Unternehmungen, r)

Aus diesem ist leicht zu erkennen, warum sie von denPapisten verketzert worden, und daß ihnen dieser NahmeLircumcellioncs nur zum Schimpffaufgcleget worden,um ihnen nicht nur ihr Elend, da sie vor ihren Verfol-gern keine bleibende Stelle haben konte, vorzuwerffen,sondern sie auch mit den Donatistischen boshaffngenLircumceUionibuz, deren oben Pag. 868- gedacht wor-den , gleichsam in eine Classe zu setzen, von welchen sieaber wohl unterschieden werden müssen.

XII.

Was ist von einigen alten Ketzereyen in die-sem 8eculo zu mercken?

Die Maroniren, deren Ursprung in diesem Theil p.986. gczeiget worden, und welche ihren Sitz in Syrienhatten, wurden bey der Gelegenheit, da die abendländi-schen Christen durch ihre Creutz-Züge im Orient nochmächtig waren,um das Jahr H82. von dem Patriar-chen LirEico zu Antiochien überredet, sich der Römi-schen Kirche zu unterwcrffen, welches Merck auf demLoncilio im Lateran Hmno 1215. soll zum Stande kom-men seyn. a)

Die Armenier, deren schon in diesem Theile p. 948.

clingi; geglaubet und gelehnt worden , so hat man sie gedacht worden , und welche ihren besondern Pätriarnicht sowohl unter die Ketzer, als unter die blindesten chen Hatten, den sie Lacholicum nenneten, waren bey denHeyden und Abgötter zu rechnen. ^ i Gcorgwnrrn, welche der Griechischen Kirche zugethan,

Düse Secte bestund sonderlich aus Bauren in demStädingerlande, welches im Oldenburgischen gelegen;daher sie auch den Nahmen erhalten. Gedachte Bau-ren waren ihrem Grafen wegen der unbarmhertzigenLand-Vögte aussätzig, und mochten vielleicht aus Dc-sperakion auf die gräulichsten kxcellc verfallen seyn-Der Pabst Esoiuvs ix. ließ das Creutz gegen sie pre-

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dermassen verhasset, daß sie nicht einmahl einen in denFuß getretenen Dorn würden ausgezogen haben, wennsie sich bey einer Armenischen Kirche befunden hätten,Aaa aaa aas damit

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