Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

I2AV

Kirchen-Historie Reue- Testament-

Ihr Ursprung wird von OMHäkvO 8L6^kkLÜ1.0, einem Parmenser, Hergeführet. Dieser verschenck-re das Seinige,undfieng darauf an zu betteln / inglei-chen zu predigen/ und sich einen Anhang zu sammlen,wiedie Papistischen Nachrichten geben. K )

Ihre Lehre wird folgender Massen angegeben. DerMensch könne es in diesem Leben so weit brin-gen/ das er ohne Sünde wäre. Solche vollkom-mene dürsften weder fasten noch bethen,und tön-ten ihrem Leibe erlauben, was ihm beliebete. Siewären also auch k inem Menschen, vielwenigerden Rüchen-Satzungen umerworssen. DerMensch könne allhier die Seeligkeit in eben demGrad der Vollkommenheit erlangen, in welchemer ste dorr gemessen würde. Eine vollkommeneSeele sey an kerne Tugend gebunden, und mögeman dahero alle seine Begierden erfüllen,und wasdergleichen absurdes Zeug mehr ihnen auf dem Lonciliozu Vicnne beygeleget worden, i)

Dieser Lehre nun soll ihr Leben gantz gemäß gewesenseyn, daß sie nach ihrer Lust gegessen, gerruncken, und sichder Weiber ohn Unterschied bedienet, k)

Wenn nun dieses alles seine Richtigkeit Hätte,so-ste man sie freylich unter die schändlichsten Ketzer undFreygeister rechnen, welche sich der Freyheit zum Deckelder Bosheit mißgebrauchet. Ja , man könte darausnach der Anleitung eines scharffsichtigen Ibeologi *)erkennen, wie sich der Satan des kck>lücitmi, oder dersogenannten Ikeologise , welche in damali-

gen Zeiten gar sehr hervor besuchet ward, bedienet, dieungegründeten Leute mit Seelen - verderblichen Ein-bildungen zu äffen «nd zu verführen. Indessen mussman es dahin gestellet seyn lassen, weil die aufrichtigenNachrichten ermangeln, und diese Zeiten es so mit sichbrachten, daß diejenigen, so wider das Pabstthum rede-ten, wie auch diese thaten, unter dem Vorwande der un-besonnensten Irrthümer verketzert wurden.

8 L 6 ^KLbbV 5 hatte einen Discipel, Nahmens VVbOlblVKI von blousm, welcher diese Secke sehrausbrei-tete, und sonderlich lehret«, die päbste und die gan-ge Cler sey hätten alle ihre Gewalt in der Rirchen verlohren welche nun allein bey ihrer Ver-sammlung zu finden. Dergleichen Vorgeben aberbrachte ihn nebst seiner die er zu sei-

ncr Unzucht soll gebrauchet haben, ins Gefängniß undauf den Scheit.rhauffen, welches ihm zn Vercell, /Zrmobegegnet; wie denn auch seine Nachfolger theilsim Gefängniß sterben musten, theils sonst gelobtet undzerstreuet wurden.!) . ^

Was die Neguina, anbetrifft, so waren sie zweyerleyArt. Die einen folgeren den Grund - Sätzen der Be

gewesen, oder Hatten, wie andere wollen, einen Priester,Nahmens LkOH/Zdl zum Vorgänger«

Diese letztere Art ist nicht verdammet worden, und nochietzo in den Niederlanden zu befinden, m)

Vll.

Wer waren die Joachimiten?

Diese kommen von dem bekannten Abte kO^OlU-däO aus Talabrien her, dessen sowohl im Xil. 8ecu!obey den Wahrheits-Zengen, als auch in diesem unter denLehrern gedacht worden.

Die Ursache,warum er H-nnc, 1215. auf dem Oonci-lio im Lateran, wie auchaufdem8ynv6ozu^r!e;/Znno1260. der Ketzerey beschuldiget, und nebst seinen-ehern verdammt worden, war, weil er?L-r«o i.c>r<6L«vovorgeworffcn, als ltamire er nicht sowohl in GOtk eineDreyeinigkeit, als eine Viereinigkeir, indem er überdie drey Personen noch ein gemeines Wesen setzte, wel-ches weder gebohren hätte, noch gebohren wäre, nochausgienge, und also nach diesem Schlüsse von dem ge-bührenden Vater, dem gebohruen Sohne, und dem aus-gehenden Heil. Geiste unterschieden seyn mäste, n)Andere Irrthümer, welche man bey den Scribentenvon ihm findet, werden, auch nach dem Urtheile seinerGegcn-Parthky, nicht ihme, sondern andern fanatischenLeuten, welche seine Schrifften übel verstanden, beyge-messen , dahin sonderlich der Auctor des ewigenEvangclii gehöret. 0) Solchergestalt hat man denNahmen der Ioachiten oder Ioachimittii dcnenje-nigen beygeleget, welche das ewige Evangelium ge«lehret, und sich ohne Grund und Verstand auf lO^-LMXIVdä bezogen.

Was aber die erste Beschuldigung betrifft, so ist die-selbe eine unnütze Grille, worzu die tcboiaüischc Phi-losophie Gelegenheit gegeben, durch welche man das ho-he Geheimniß'der Heil. Dreyeinigkeit nach der Elle derverdorbenen Vernunfft abmessen wollen; womit nichtnöthig die Zeit zu verderben. Gnug, daß man leichtgewahr wird, wie man lO^OLUkckO, als einem tapf-fern Zeugen der Wahrheit, mit solchen Dingen nur zuLeibe gehen wollen, damit sein Zeugnißvon dem Ver-derben der Clcrisey nicht in solchem Ansehen blei-ben möchte.

Indessen hat sich doch einer von seinem Orden, Nah-mens 6 KL 60 KIV 8 , desselben angenommen,

und ihn in einem besondern Buche, so zu Paris 1660.in folio Heraus gekommen, vertheidiget,welches auch vonä1.LX/tdMKO geschehen. ?)

VlII.

Was hat man von 6 ui 1 ieImo 6 e 8 . ^more

zu mercken?

«Uürden und der küM6EI»/^ Ausser dem, was schon in seinem Leben von ihm ge-

die andern aber hielten sich an die Regeln der Heil.! meldet worden, isthrernurnoch sovielzn ennnern, daßLL 60 /G, welche eine Schwester der Heil. Gern-ud^r von eln.gen der heutigen Papisten nicht unterere

d) VVkiI8dt^dSdSV8 I. c. i) Llementinsr d. cum äerel.c!om. ,6 nvgnim.rie kserericir. LLKditt^ki,OV8 I.VCL-KVK6. ') VVk-I8d1^^>IV8 I.c. p- 8 -998- I-^I V^KV8kLI ^ 61 V 8 öe plrnötu ecclrii-ie lid. 2 c. 52. kk^H:Ol.V8.

Klä-Hl.. ^LX^dlvM f-c. !Z. S- 14. R I. x. Z8l- L20-VIV8 ,ä»n. lZIV. Sc IZH.

m) 8^VIikV8 kser. 5 .160.161. SV kkLSdlL in 6i»ss,-no l'. I.sci sn. IZio. n) VicI. Lsncil. 1 .,-ker-,n. IV. c,n.2. v) ^ 1^18 ^l.kX^l>LK 5 kc. rz. Sc 14.l>.i.p.Z2;.-onf.ttk!MicV8 LK?Okiv1M8.in ckro». c.§z. ll.kec. iz.öc »4. k. 2.x. 525. 5 e«j.