Ktrchen-Historie Neues Testamentes
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nach dem Geständnisse der Inguilnorum ftlbst, zwarsonst gar fron, und gerecht lebeken, auch von allen Ar-tickeln des christlichen Glaubens. Ve^änntnisses einengantz richtigen Begrieff hatten, aber die Römische Kir-che und die Clerisey mit ihrem Zeugnisse der Wahrheitangrieffen; o) so ergrimmete der Pabst-Geist über diearme« L.ute, daß ihr Untergang mit grossem Ernstbe-schlössen, und ins Merck gefttzet wurde.
Man verdammet? ste also nicht nur auf den ^oncilü», wie aus der Historie derselben erhellet, sondernvrrmahncte auch überall die Bischöffe durch Bullen,daß man den weltlichen Arm und das Schwerdt zuHülffe nehmen solle, wenn fie sich nicht weisen lassenwollen, p)
Anfänglich wurden zwar zum Scheine vitpurslio.n« und Cvlioquis mit ihnen angestellet ,o) da aberdie Päbstler sahen, daß sie nicht mitihntnMrkommenkonten, so befahl der tyrannische innocrnrivL in. dieWaffen zu crgreiffen,und ertheilete allen, so ihr Lebendißfalls wagen würden, völligen Ablaß von allen Sün-den , die sie von Jugend auf gethan hatte».
Solchergestalt fand sich nun Anno 1209. eineArmeevon 40000. Mann zu Lyon zusammen, welche stour.xe; eroberte, und daselbst mir mehr als hcydnischenGrimm 60000. Menfthen von allerhand Geschlecht undAlter msüHcrirete. r) Zu Larcsüonne wurden diearmen Leute meistens nackend und blos ine Elend ge-schickt. Das folgende Jahr verbrannte man ihrer ineiner Stadt über 180. erbärmlicher Weift, fieng auchden alten Grafen von Touloute, ») wel-
cher doch folgends, unter dem Versprechen dem Pab-ste gehorsam zu seyn, wieder tos kam-
Anno lau. wurden nach der Eroberung To6euevielAlbigcnftr hingerichtet und verbrannt- Es verbandsich zwar der junge Graf «.Lvnvnvvz vonTouIvvtcmitden Königen von Aragonien nie- Engclland, und an-dern Herren in Gaftonien, also, daß eine Armee vonrooooo. Mann vor tckurcr rückte: allein dcrGraf vonXlonrmrc. der das Haupt der Crcutzbezeichncten war,und die Länder des Grafen von Touloule von dem Pab-ste geftl-encket bekommen hatte, war so glücklich, daß!er die grosse Armee schlug, und i>L-r»v; von Aragonien!büffete selbst darüber sein Leben ei». >
Ob nun wohl hierauf der alte und junge Graf vonTouloM'e an das Concilium im Lateran giengen, und^sich von dem Pabste «ine gütige Entscheidung aueba-then: so wurde doch dem von »lonrro^ alles, was ererobert Hakte , mit GeneHmhaltung des Königes nurr.ir?l in Franckreich zugesprochen, und der Frantzösi-sche Cron-Printz ckam ftlbst dem Creutz. Fahrern zuHülffe, also daßTouloui« eingenommen, und sonstden Albigenftrn -viel Schaden zugefüget ward.
Doch ermannete sich der junge Graf init Beystandvieler Französischen und Catalonischen Herren , be.
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meisterte stch der Stadt Touloule, und trieb den Liouv.ro«n ziemlich in die Enge, welcher endlich in der Be«lägerung von Toulouse mit einem Steine getroffenward, und sterben muste.
Der junge Graf von dioni-pv??- ksnts auchmit ^»v^vnoo nicht zn rechte komme-; , cc-ttrete des«wegen sein Recht an Touloule dem Könige in Franck-reich, welcher sich auch nach dessen Tode Anno 1222.des Landes anmasscte, endlich aber doch »Lxnvuvo dieTosserliun auf Lebens-Zeit vergönnet?, k)
Indessen setzte die Inquisition, wie in Franckreich,also auch an andern Orten die Verfolgung auf daseifrigste fort, und der Käyftr rxioekucvr n. gab dieschärffcsten Lcliöla gegen ste heraus, u) damit er nein«lich nicht auch vor einen Ketzer möchte angesehen wer-ben ; wiewohl er deswegen dergleichen Beschuldigun-gen doch nicht entweichen tonte, davon anderweitigBericht gegeben worden, x)
Das VI. Capitel
Von dem innerlichen Zustande der, Kirchen.
i.
Was wird in diesem Capitel vorkommen?
Iweyerlen:
1. Der rechtschaffene Zustand des Christenthums»
2. Der Verfall des Christenthums.
H.
Was bemercket man bey dem rechtschaffenenZustande des Christenthums?
Ohne die Busse hatte sich der Sünder keines Heilszu getrösteii. y) In solcher beweinet?« sie das bis-er begangene Böft, und fasteten den Vorsatz demftl-en nimmermehr wieder Platz zu geben, r) DiejWurtzcl derselben war zwar bitter, aber die Fruchtsüsse. s) In der Zerknirschung ward die böse Feuch-tigkeit der Sünden ausgefeget, und das Zeichen da-von waren die bittern Zähren, b)
Der Glaube war ihnen ein Geschmack derjenigenErkänncniß, worinnen sie ewiglich seyn sollen, c) Ervereinigte ihre Seelen mit GDtt, fieng das ewige Le-ben in ihnen an, regierte das gegenwärtige Leben, undüberwand die Versuchungen, cl) Dergleichen Zeug-nisse vom Wesen des Glaubens fönten noch weit mehraus dem konsuenrurs» ^guinare und andern angefüh-ret werden, wenn es vor meinen Zweck nicht zu weit-läufftig fiele. Indessen kau man schon aus diesem er-kennen , daß, ob die Lehre vom Glauben gleich sehrverdunckelt war, sich dennoch der wahre Geschmackdesselben bey austichtigen Seelen geäußert, wiewohlbey vielen diß alles in grosser Schwachheit gewesen.
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