Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

D 54

Kirchen-Hlsiorte Neues Testamentrs

tine Ober-Deukschland, der andere aber Nieder-Deutsch'land durchwanderte, k)

Im Bambergischen wurden sie von den Juden, denensie sehr gehäßig waren, überfallen, und ihrer ohngefehr»ierzehxn geködket. >) Zu Straßburg, wohin sie mit

Marck und im Florentinischen angetroffen, welche aufdas bitterste verfolget und verbrannt worden.^

IV.

Was ist von den I^vllarffis zu mcrcken?

Sie werden von VV^mkLO l.0bl.^Kl)0 be-

vorn Himmel solten gekommen feyn, welches man dochnicht glauben wolte, und da sie ihre Lügen mit Wunder.

Wcrcken zu bestätigen suchten, abcrsich vergebens bemü-Hctcn, einen todten Knaben zu erwecken, so ward ihnender Weg zum Thore Hinaus gewiesen, k)

Da sie nun weiter nach Spcyer und Trier fortzogen,schrieb der Pabst an den Ertz-Bifchoff deS letz-

tem Ortes, daß er diese Pest, wie er sie nennete, nicht wei-ter um sich fressen lassen solte; woraufdicftr die Obrig-keit zu Hülste nahm, welche sie durch ihre Verfolgungenbald aus dem Lande brachte.!)

Zu Aachen machte ihr grosser Schwärm einen solchenLcrmen, daß sich cäkoi.v5 i v. nicht daselbst krönen lassenkoi>le,soiiderndic8OiLnriitakzuBonn vollziehen muste.m)

Zu Meißen war ein Schwärmer unter ihnen, welchersich vor den Sohn GOtteS ausgab, und von seinem To-de mid seiner Auferstehung schwatzete. Den Tod erlit-te er durchs Feuer in einem brennenden Ofen, darein ergeworffen ward, von der Auferstehung aber hat niemandetwas gehöret, n)

Zu Magdeburg hieß sie der Ertz-Bischofs bey Leibes-imd LebenS-Skraffe aus seiner Dioeces weichen, o) DerPäbstliche Legatkhat sie auch in den Bann, welchen siedoch nichts achteren, p) In Böhmen setzte cz-roi.v8 iv.den Scheiterhauffen drauf, wenn sie jemand aufneh-men würde, g)

Weil sie nun in Deutschland ihre Rechnung nicht fan-den, so begaben sie sich nach Franckrcich, und dachten sichbey dem Pabste VI. zu ^VILNON sonderlich

durch ihre strenge Disciplin zu mlinuiren r allein dieser, >">o im-rocipyinar, wo!warst ihnen die Bann-Strahlen aussen Buckel,daß sie gar viele dem Feuer au^eopffeisichwiederpackenmnsten.r)' j.e sich,elbsi die anneBruder

Ob sie nun wohl überall gedruckt wurden, so kontensie doch nicht gäntzlich ausgerottet werden. Mau fin-det sie Ao. i;5v. in Engcttand, 8)und 1Z72. wiederin Deutschland ; rwie sie denn auch im folgenden 8e-culo gedauret haben.

III.

Was ist von den ^rntricellis zu mercken?

Nur so viel, daß man deren viel in derAnconitanischen

sonderlich von der Messe und letzten Oelung zu verste-Heu. Sie vcrwarffen die Auruffrrng der Heiligen,das Lasten und andere eigene Gnugrhuung vsr dieSünde, wie auch die angemassece Gewalt der palo-ste. Aus welchen allen man sie leicht vor Zeugen derWahrheit erkennen, und es vor Verleumdungen haltenwird, wenn man ihnen noch beymissct, daß sie gelchret,es wäre dem Lucifer oder Teufel unrecht gesche-hen, und er würde nebst feinem Anhange wiederzur Geeligkeit gelangen; die Ehe sey eine zugelas-sene Hurerey; Maria sey keine Jungfrau geblie-ben, 11. st w.

Man meldet, daß dieser Art Leute über 80200. inDeutschland, und sonderlich in Böhmen und Oester-reich gewesen, davon sehr viele verbrannt worden, wiesolches auch sechsten Ao. i zro. zu Cölln

am Rheine geschehen. Daß man die Waldenser undinsgemein alle, so der Päbstiichen Hoheit zuwider wa-ren, LoUardisten geneniiet/ist aus den Scribenren die-ser Zeiten gar leichtlich zu erkennen,

V.

Wer waren die 1 urlupiiff?

Ihre Irrthümer sollen sie mit den gemein

gehabt, und noch darzn gelehret haben, daß man sichder natürlichen Glieder feines Leibes nicht schä-men, und daher gar wohl nackend gehen, und diesonst schändlichen Verrichtungen öffentlich thundürffre. Es waren deren sonderlich viel in der kro-uence »nd im Dclpbinat, woselbst und auch zu Pariseaufqeopffcrt worden. Sonst pflegtenneBrüderfchaffr zu nennen. 7)

VI.

Was ist von den Fchismutibus oder Trennun-gen in diesem Leculvzu mercken?

Das 8LblI8!cl^ der päbste, welches gautzersunff«zigIaHrchemlich von Ao. IZ79« bis 1429. dauretc, inwelcher Zeit zu Rom vimznv8 vi. voixi5Lciv8 ix. 1^0-cr.-^nv; v,i. 6XLLORIV8 xii. Ll.xxzni)Lk v. io«Lnrsx8 xxin.und xiäkTinV8 V. zu ^uixnon aber eigens VII. und LL-

k, 80 i.Lvidcci<lV 8 -puä

xni. gesessen Haben.

vuiviv!, HMste nun-waren einander, soviel möglich seyn

2. P. 85 - -a-m. IZ49. 'n einander in die Wette ii.Baun,

^or^u"8ttovsd!'in!v^nichtetcn einer des andern Osci-s», und die Scri-di 1. P,L. 440. k 1(0^68^ bniten der einen Seiten pflegten von der andern Seiten

ckr°->. c.5. I) !EdttV8 'N ch>-v.r. !>b. schliminste zu schreiben. Ja, es blieb nicht

,7. m)c«nrw. V88?L86. n) ?^MI( 7 lV 8 -ä sn. IZ 49 -

O) dlirvn. sp. tvlLILOkellVia Uom. 2 . Z42-

P) C 8 Hdei' 2 IV 8 in V-niIsI. lilr. 9-c»p. 6. <>) ^uQor da

trn^arii kokemici »j. 12. Iu!ü. r) L-H./XLV8 in kill. vnivcrll-«lis k»ris.1'.4 .p.Zl 5. ;) I'ttOI. 4^8 VV^U8M6ttEV8

in kill. ^uxl. in«er tcriprorr; ^nzlicoi eäikci» x.

löI. t) 8äH^LLVV8 »ä an. IZ72. n. zz.

bcy

u)ädHvdMV8 kloreoc. k. ?. m. 21. c. 5 L.I. LUQdl-I)V-8 sec. 2. Ub. 9. ksr-Uipomea» Vll8?Li<68!8l8I8. x) 18 . 11 '-MkeHV8 in dtiron. I4irs.->li ün. iz l 2. 8kLUka/1lc!I8!V8 in Olos-f,rio. /) kkäl'LOI.VL. 8 äl^ 0 L 8 V 8 . VV k8L8dIL io xloiHr.