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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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XIV. 8ecÄum. V. c,p. Von dem äusser!. Zustand der Kirchen in Böhme« und Ungar«. r;6-

welche von einem Ungarischen Versammlung- . Ortebey Pest Kokon? gcnennct wird, damahlen aufgekom-men. p) Nach seinem Tode war ein vierjähriges In.rerregnum, bis die IageUonisthe Linie zum Königereiche grlaugete. g)

In Böhmen.

Mit VVM(^8l^O V. dem Sohne des vorigen Mniges, welcher schon im 14. Jahre seines Alters , nem-lich Äo. 1301. zum Königreich Ungarn gclangcke, 1305dem Vater jm Böhmen folgere, und rzo6. auch in Polen kosscnkon nehmen wölke, aber noch selbiges Jahrzu Olmütz in Mähren ermordet wurde, hatte derStammI. männlichen Geschlechts ein Ende. r)

Hierauf zwang der Käystr die Böhmen,

so schon von Kärnchen erwählet hatten,

seinen Sohn KVOOi.?bIVkck Ao. 1307. zu ihrem Kö-nige anzunehmen. Doch, als er das erste Jahr starb,muste er ^LdlLIdO H.wiederden Platz lasten, und derKäyser, so seinen andern Sohn einschieben wolle, wardi;<>8. geschlagen. Die Böhmen aber waren auch mirwegen seines GeitzeS nicht lange zufrieden,und bathen sich des Käysers «edorici vn. Sohn lon^nuina zu ihrem Könige und Gemahl Elisabeth, «'M-c^i^i v. Schwester aus , wclchcrgestalt die BöhmischeCrone an das Hauß von Lützelburg gelangete. 5)

I0H^I>IdIL8 säuberte Mähre» von den Strassen-Räubern, war doch den Böhmen und seiner eigenenGemahlin nicht recht gewogen, welches viel Unruhe!erweckte. Er halff den Preußischen Rittern gegen die'Likkhauischen Heyden, verlohr aber darüber ein Auge,und als er sich solches zu lckompelüer wieder wolte cu-rircn lassen, brachte ihn ein Jüdischer däeciicus auch umdas andere. Sonst unkcrwarff sich ihm auch die Lauß-nitz und Schlesien, und der Pabst erhob ihm zugefallendas Bißthum Präge zu der Ertz-Bischöfflichen Wür.de. Endlich blieb er Ao. 1346. in der Schlacht beyOclly, l) und hinterließ die Crone seinem Sohne c^ko-i.o iv. welcher auch den Römischen Käyser-Scepter er-langete, und schon oben ist bekannt gemacht worden.Von dessen Sohne ist das benöthigte gleich,

falls unter den Käysern nachzuschlagen.

In Ungarn.

Von ^M(^8l^O aus Bohmen hatten die Un-gärn keinen andern Vortheil, als daß dessen VaterVVMd8l.HV8 IV- mit einer starcken Armee nach Un-gärn kam, und nicht nur seinen Sohn, sondern auch dieUngarische Crone mit sich nach Böhmen nahm.

«Dein Nachfolger 0IW aus Bayern, dessen Mut-ter des Königs I V. Tochter gewesen, ward Ao.

130;. dem Pabsie zum Verdruß erwählet, bekam auchdie Crone aus Böhmen wieder zurücke, stund aber denUngarn nicht lange au, und muste 1308. wieder nachBäyern kehren.

c^KOl.V 8 KO 6 ZKIV 8 , des im vorigen 8ecu!o Ie-i

meldeten cLküi.1 aus dtspoii Sohn,setzte sich

r zvy. mit Gewalt aufden Thron, regierete gar gelindeund löblich, untcrwarff auch dem Reiche Dalmatkc«,Croakien,Servicn, Bulgarien , Boßnien und andereProvintzien, war aber im Kriege gegen die Woywo-den i» der Wallachey unglücklich, und starb zu Bel-grad 1342. u)

l.Vl) 0 VlLV 8 bck. des vorigen Sohn, nahm das Kö-nigreich dlezpsli; eii«, nachdem sein Bruder Andreasdurch seine Gemahlin louLrmzrswarermordctworden.Doch konte er diese LonguLie nicht behaupten, indemlouLuuz sich an den Pabst machte^ ihm ^vignoa zukom-men ließ, und also durch dessen Vermittelung wiederrcllituiret wurde, x)

VII.

Wie hat sonst in dirsenAeiken zugestanden?

Nachdem die Verstockung und Bosheit der Mensche»nicht abnehmen wölken, so konte» auch nicht anders alrklägliche Umstände in diesem 8sculo gefunden werden.

Jin Oriente drohete derTürckmAufnchiuen dem Grie-chischen Reiche immer mehr und mehr den Untergang,im Occidenke aber warffdie Pabst. Tyranney noch im-mer alles durch einander, und das Elendwar desto gröster, da das angemassete Haupt der Christenheit in zwey>is drey Köpffe zerspalten, und damit Liebe und Einig-eit immer mehr und inehr zerrissen ward. Der unchrist«ichen Kriege ward in der Christenheit kein Ende, undein Mensch plagte den andern was crnurwustcund kon-te. Sie stressen ohn Unterscheid an einander wie dieBlinden, oder diejenigen, so in stsckdicker Nacht her-um irren.

Die Pest räumete 1315.1'« Dentschland, Polen undEngelland, ja im gantzen Europa erbärmlich auf, daßman glaubte, es wäre wenigstens der dritte Theil derMenschen draufgegangen. y) DieLuffkwarso vergiff-tet, daß die Priester siugs bey den Krancken niederfielen,und die Leute dem Tode zu entgehen in den wüstestenWäldern und Bergen wie das Vieh herum liessen- r)Die Pest, so 1347. aus Indien Heraus kam, Hausete dreygantzer Jahr in den Europäischen Landern, und brachteallein zu Florentz 60000. und zu Lübeck 90000. Menschenums Leben-VonCarthauser-Mönchen sind über looovo.gezehlct «vorden. 2) Ao. 1382.sollen in Pragefasitäg-lich über itoo. Menschen gestorben seyn. b)

Ao-1316. war eine so grosse Theurung inDeutschland,daß man das Getreyde aus Sicilien holen muste. c) ZuErfurt stürben 8000. Menschen vorHrmger. si) In E««-gestand frassen dicGefangenen imGefängnisse einander.«)

In Oesterreich, Ungarn und Kärnthen spürete «nanAo, 1348. viertzig Tage lang ein solches Erdbeben, daß26. Städte und Schlösser dadurch ruiniret wurden, k)iAndecer Erschütterungen zu Rom, NeapoUs rc. zu ge-! schwel«

p) dl-rcure kignnijue äe i' sn. 1697. 1698« y) L8.VI4K-

KV 8 lil>. 4 . 61611H. 6 d4ILHOV16 Iib. 4 . KOdI 8 Id!IV 8 l>i>.! 4 . v)IO. VHOl)VK/V^V8 N« Vik'Ni10 . Lec. 2 . n) 8 VN.^8^7-c. 8 .K/i 6 kciV 8 p. 488 - 66 . 1 . 81 . ' '

d!V8 «pit. lib. z. c. l6. 5) läen, ibiä. csp. 17. milcell. äec. 1.

1l!,.7lsÄ. i.c.;4.tt66kciV8 p.494. VV8K6VIV8. r)tt6-«Lc'1V8i>.;c,5. VVLK6V1V8.

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