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Kirchen - Historie Neues Testamentes
zu besteigen, verhinderten es nicht nur seine Widerwär-tigen, sondern er mustc sich auch, nachdem sein Feind i r-^.>E.v8, chmahliger Bischofs zu ki-rrs?. durch Geld zudem Patriarchat gelanget war, weil er sich seines LebensHalber nicht sicher achten dorffke, nach Alcxaudrien reli-riren.
Gleichwohl war LVKIHO nach 8. Jahren, da deralte wie abgemeldet, starb, die höchste Patri-
archen-Würde zugedacht, so sehr auch die Jesuiten, unddie Griechen, so deren Parthey hielten, dagegen strebe-ten. Indessen erhoben sich die Verfolgungen gegen ihndesto hefftiger,jem.'hr er sich angelegen seyn ließ, der Grie-chischen Kirchen Bestes wahrhafftig zu befördern.
Viele von den Griechen waren ihm deswegen abgeneigt,weil er ihnen gar zu gelehrt war; wie sie denn mehrmah-len klagten, daß sie gegen ihm gleichsam rummeEstl waren, u) Absonderlich aber führeten sich die Je-suiten als seine geschworne Feinde auf, nachdem sie gnug-sam gewahr wurden, wie gefährlich clXKIsilckAnschlägeihren Maximen waren, zumahl, da er sich ausdie Freund-schafft der Holländer und Engellander verlassen konre.
Man suchte ihn daher, gleich im Anfange seines Pa-triarchats, als einen Calvinischcn Ketzer verdächtig zumachen, und durch den Römisch-gefinneten Metropoliten6kr6viriv>, zu Amilä. welchem man das Patriarchat er-kanffen wolce, von seiner Würde herunter zu bringen,cvidllckck) aber tonten die Anschläge bey der unvorsich-tigen Hitze seiner Feinde nicht verborgen bleiben; wes-wegen er Ski-Lok» Vornehmen bey einer Versammlungder Clerisey durch öffentlichen i'i-oceü untersuchte, undihn nach gnugsam erkannter Sache mit dem Banne be-legte.
Diese Kirchen - (lenlur brachte (lUdlUI Femde zurVerzweifelung, daß sie ihn mit unverschämter Stirne beydem Groß-Vezier als einen Lands-Verrathet- angössen.Man dichtete, es würde sich eine gewisse Jnsul deö Ae-gaischen Meeres durch sein Ansiifftcn den daselbst creu-kenden Galeeren des Groß-HertzogS von Florentz erge-ben, und ob sich gleich der unschuldige LVKIl.b.Vä gnug-sam zu verantworten wüste, so wölke doch nichts helffen,sondern er muste sich auf Befehl des Groß-VezierS nachder Jnsul b.sioäu5 ins cxilium bringen lassen. Diß ge-schach Anno 1622. .
Jndcffn konte doch auch oxrooxiv; nicht zum Zweckekommen, weil man vor diesen verbanneten Mann die vonden Türckcn geforderten 20000. Thaler nicht erlegen wol-le, absonderlich, da die Gelder von Rom, darauf die Je-suiten die Griechen vertröstet hatten, aussen blieben.-rmiE aber. Bischofs zu Adrianopel, welcher durch sei-nen Geitz viele Gelder zusammen gescharret hatte, kontedie Summe aufbringen, und brachte sich solchergestalt zugrosser Freude der Papisten auf den Stuhl, wiewohl dieGriechen schlecht Vergnügen an ihm haben tonten, weiler die ausgelegten Gelder mit grosser Schärfst und mi-lusrisiffr kxccukion von ihnen wieder erpressete. x)
Die Griechen besuchten LVKll.l>Vdck,alö erzu6aImaangekommen war, sehr fleißig und erkannten ihn vor ih-
u) ttLl»tKLL»l Abbildung der Griechischen Kirche ?. lc. Z- 199- ^ srnutt äe vil« üc MLrr^ril, I-V-
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rcn rechtmäßigen Patriarchen, worüber ai»7tt'r>io so ban-ge ward, dap er sich deö Nachts zu verfügte,
und ihm das Patriarchat sreywillig resißnirete. Oo nunwohl der Frgntzösische Gesandte mit Verspre-
chung 40000. Thaler von seinem Könige soweit beredete,daß er sich von neuem als Patriarchen ausrüsten ließ;,o getrauete er sich doch nicht dabeyzumaimemren, undreririrete sich in ein Kloster auf dem Berge 6cbo5. Dochmuste ehe er wieder eingesetzet ward, eine
grosse Summe Geldes zahlen, y) daß also die Türckettckne beständige Fund Grube an dem Patriarchate habentonten.
Alan wird leicht erachten, wie empfindlich diese Ver-änderung den Päostlern gewesen; daher sie nicht ruhekendie arglistigsten Anschläge Hervor zu suchen, womit siewieder sturtzen möchten. Bald schlug manihm die Vmon mit der Römischen Kirchen unter Ver-sprechung einer grossen GAd-Summe vor, bald solte erdie Losacken gegen die Türcken verhetzen, bald hatte manandere Arten ihm die gefährlichsten Fall-Stricke zu legen.Doch LXsi.1sil.V8 war zu schar ffsichtig, und da man auchmeynetc die Griechen durch Versprechung 40000. Tha-ler von ihm abzuwenden, so hatte dieser doch das Glückedurch den Englischen und Holländischen Gesandten dasVorhaben zu zernichten, wiewohl er dabey nicht gantzungehudelt davon kam, und abermahl ohn alle Ursacheloooo. Thaler zahlen muste.
Unter andern Kunst-Griffen des Römischen Hosts,dadurch man LXsilsisiVstl zu stürtzen gedachte, war nichtder geringste, daß viel Titular-Bischöffe nach dein Ori-ent geschickt wurden, welche durch ihr Geld, Gelehrsam-keit und andere ?r--ct,ckcn die rechtmäßigen GriechischenBischösse verdrängen. Endlich kam gar ein Titular-Patriarch von Rom mit »»gemessener Vollmacht unddem Titul eines 8utt'r^ane, ^poilolici,welcherzwarvonder Römischen Parthey mit grossem sieHeÄ angenom-men wurde: nachdem er aber auf der Jnsul 8cio einenungemeinen Geitz von sich spüren ließ, besorgten sich dieGriechen, sie möchten völlig in die Sclavcrcy gebracht^werden, und beschwerelen sich über denftlben bey demGroß-Vezier, welcher auch nicht zum besten mit ihmHauß gehalten haben würde, wenn er sich nicht beyzeitenaus dem Staube gen-acht hatte.
Ob nun wohl die Papisten mit ihren feindseeligcn An-schlägen so osst anliefst»: so höretcn sie doch nicht auf, alleGelegenheiten, die sie zu LXsilsisil Verderben anzuwen-den vcrmeyueten, zu ergrcisstn. Es hatte LXsiIsisiV8einen Caloger, Nahmens in Engelland die
Buchdrucker-Kunst lernen lassen, welcher auch 1627.mileiner völligen Druckerey wieder zu Constantinopcl an-langete. Weil aber der Frantzösische Abgesandte und dieJesuiten leicht murhmafstn konten, daß die kleinen Schriff-ren, so der Patriarche dadurch den Griechen bekanntma-cheke, den Römischen Aberglauben gar mercklich zurücktreiben würden, so suchten sie diß Merck bey den Türckenmöglichst verdächtig zu »rächen,' ohngeachtet sich der En-glische Gesandte crklärcte, daß die Druckerei) nicht sowohldem Patriarchen, als ihm selbsten,zugchörete.
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