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I. Cap. von der griechischen Kirche.
Archimandrit vier Ducaten, die Bischöfe, Erzbi.schöfe, und Patriarchen zahlen eine grosse und un-bestimte Summe, nach dem Willküre und demGeize des Großveziers und der Bässen, die Kaufleute geben nach dem Werthe und Preise der Waa-ren, die sie einführen. Dieses Kopfgeld helftChararschi und wird zu Anfange des TürkischenVeyrams - oder Osterfestes eingefordert, von gewis.sen Einnehmern, deren Oberhaupt oder Oberein.nehmer Bassa Lhararschi heist, und wer solcheserleget, der bekommt einen Zettel, welchen er beysich tragen muß, damit er ihn auf Erfordern vor-zeigen könne. Dieses Kopfgeld wird niemals er
wiewol in den von Constantinopel sehr entlegenenOrten, öfters noch den Eltern die Kinder im sie-benden Jahre genommen, und zu Ichoglans oderPagen im Serrail gemacht werden, welche dieMa-hometanische Religion annehmen müssen. DieGriechen haben die Freyheit, ihr Osterfest dreyTage lang, mit außerordentlichen Lustbarkeiten, mitTanzen und Schreyen zu feyern, dabey ihnendie Türken aus dem Wege gehen. Ihr Eid, densie in Gegenwart ihres Priesters ablegen, ihre Eä-rimonien, ihr Weihwasser, ihre heilige Brunnen,heilige Gräber und dergleichen, werden von denTürken in Ehren gehalten, die Türken gehen auch gern
höhet, und davor geniest ein seder Grieche den Tür, mit ihnen um, besuchen sie und trinken Wein mirkischen Schutz, es wird ihm auch vor den Türkischen ihnen, der ihnen sonst verbeten ist im Alcoran.Richtern, so gut als den Türken, Gerechtigkeit qe- Dagegen leben sie doch in grossen Bedrückungen,handhabet, wenn schön zuweilen sich partheyische welche zuweilen selbst von den Cacholicken sonderlichRichter finden, dergleichen auch unter den Christen den Jesuiten herrühren, dürfen ihre Kirchen nicht
anbetroffen werden. Das Griechische Frauenzkmmer ist von dem Kopfgelde frey, ingleichen eine ge-wisse Anzahl Griechen, von etwa hundert Personen,welche das Pulver zu Constantinopel in ihrer Ver-wahrung haben, nahe bei den sieben Thürmen, unddeswegen Musselims, die Treuen, genennet wer-den. Ferner die fremden Christen, welche über-haupt Franken genennet werden, und gemeiniglichunter dem Schutze eines anwesenden Gesandten ste-hen, wie auch die Kriechen, welche den Türken zurSee dienen. Sonst haben die Griechen alle Ge-wissensfrenheit uud einen ungehinderten Gottes-dienst, daß sie um Mitternacht und noch eher, sichzu ihren Kirchen verfügen mit Laternen und Lam-pen , und von den Türkischen Nachtwächtern undandern nicht einmal befraget werden. In ihrenKirchen und Zeit währenden Gottesdienst, darfkein Türke die geringste Unordnung bey schwererStrafe anrichten, sie dürfen in ihren Kirchen dieTürken Ungläubige nennen und sie so gar in denBann thun, daß sie also unter den Türken grössereFreyheiten haben, als unter den Christen. Wiedenn die Türken setz» das Ansehen haben wollen,als ob sie ihre Religion gar nicht mit Feuer undSchwcrdt fortpflanzten, oder Gewalt und Geld!'
ausbessern, ober eine abgebrante und eingefallenewieder bauen ohne grosse Geldsummen zu erlegen,müssen den Türken dienen, ihren Geldgeiz bey je-der Gelegenheit Vergnügen, und leiden, daß wo sichein schönes Frauenzimmer unter ihnen findet, sal-ches nach Gelegenheit weggenommen und in einSerrail geführet wird. Sonderlich stehen ihreGeistlichen immer in Gefahr, daß übel tractiret, odervon ihnen grosse Gelder erpresset werden, wenn mansie eines Verständnisses oder Briefwechsels mitden benachbarten Christen beschuldiget, nachdem esihren Feinden gefält. Überhaupt müssen sie vielGeduld haben, der Türken Gespötts und Hochmuthwie auch allerhand Schalkheit, zumal wenn die Tür-ken im Kriege gegen ihre Feinde glücklich sind, zuertragen, a) Am allermeisten haben die Griechischenund überhaupt die christlichen Sclaven, sich in demelendesten Zustande, wie gewöhnlich, befunden, undwürden noch weit härter sein gehalten worden, wennnicht der Geiz ihrer barbarischen Türkischen Herrn,die nicht gern zu ihrem Schaden den Dienst derarmen gefangenen, oder ein Stücke Geld, so sievor ihre Erlassung und Vefreyung hoffen, verlierenwollen, ihnen gleichsam die Hände gebunden hätte.Es wird dem Leser nicht zuwider seyn, wenn wir vonsenSzwang dabey gebrauchten, daher sie niemandem Zustande dieser Sclaven und gefangenen Ehri-
zwingen Türkisch zu werden, und nicht einmal alledie so sich anbieten, annehmen, wie denn von den
sten unter dem Türkischen Joche, hier etwas bey-bringen. Ein solcher Sclave muß alles auf dem
Griechen, als welche bey allen ihren Bedrückungen!Winke seines Herrn, auch die schwersten und wider«sehr beständig sind in ihrer Religion, nicht leicht wärtigsten Dinge, mit blinken Gehorsam und allerjemand zu den Türken übertrit und ein Renegate willigen Fertigkeit thun, sonst hat er wegen des gr«wird. Es werden auch den Griechen ihre Kinder ringsten Versehene die grausamsten Schläge, nicht
nicht mehr genommen, wie sonst, sondern ein jederGriechischer Christe hat die Freyheit, feine Kindernach seinem Gefallen in seiner Religion zu erziehen
zwar oder doch nur selten auf die Füsse, welches die
Strafen
r) Elßner 1. c. x. zri. lgg.