t. Cap. von der griechischen Kirche.
Czaarperer angerichteten Synode und geistlichenGerichte, die andern unter ihren besondern Patriarchcn und Vischöffcn, davon wir nunmehro eigent'kichere Nachricht geben, und zum Beschlusse etwasvon den Georgiancrn, Thomas Christen undtzlbistiniern hinzu thun wollen.
Von dem Constanrinopoliranistheii Patriar-chen ist ausser dem, was beygebracht worden, nochzu gedenken, daß sich der Patriarch Johannesder fastende, zuerst in einem Synodo zuConstantinopcl im Jahre ; 86. den Namen einesalgemeinen Patriarchen habe beylegen lassen,dawider die Pabstc, pelagius II. und Gregoriusder grosse auch andere zu Rom, sehr heftig greif,fert haben..-- Die Ursache nahm man zu Constanti-nopcl her, von der Nachfolge des H. Apostels An-dreä, welcher der erste Bischof zu Constantinopeldamals Vyzanz gencnnet, noch vornehmer als Pe-trus, und unter allen Aposteln der Erstbcrufene ge-wesen, den Hesychius presibytcr, den Erstge-bornen der Apostel, die erst gesezre Gäule derRu che, der vor perro Petrus, des GrundesGrund war, -r-cr nennet, der selbst
seinen Bruder Petrum am ersten zu Christo gefüh-rt habe. <) Das gröste Gewichte aber zu diesemVorränge des Patriarchen, gab die Stadt Constan-tinopel, der neue Siz des Kayscrthums, das neueRom, wie es auch der Patriarch paisius, in sei.nem Schreiben nennet, so den Vorzug vor allenStädten der Welt hatte, und so verlangte auch ihrBischof zum Fürsten über alle Bischöfe, und zumPatriarchen über die andern Patriarchen erhobenzu scvn. Wogeaen der Pabst zu Rom vorschüzte/das Rom die ältere und erste Residenz der Christ,lichen Kayscr sey und gar mit der Nachfolge desApostels Pecri an das Licht kam, der zu Rom der ersteBischof und Fürst der Apostel solre gewesen seyn,welches er bey seinem lcbzeiten niemals gewesen war,auch nicht zu seyn verlanget hatte. 6)
Nachdem Constantinopcl von den Türken erobertworden, hat sich der Patriarch auch einer Kayserli-chen Krone, die er bey dem Gottesdienste auf demHaupte träget, und eines Kayserlickgn Wapens,nemlich eines zwcyköpsichten gekrönten weißlichtenAdlers mit Cirkcln und die Schnäbel, auf zwey ge-klügelten Drachen stehend, da um dem Rand seinName und Titel sich zeiget, angemaßet, die höchsteWürde nach dem Untergänge des Christlichen Kay-scrthumö unter den Griechen vorzustellen, welchesihm die Türken erlauben, und den Griechen dieFreyheit lassen einen Patriarchen zu crwehlcn durch
^ Eben derstlbige ?. 4S- Z 4 -. 6) Eben derstibige I. c.p. 47- legg.
UI. Theil.
die benachbarten Erzbischöfe, doch so, daß gemeini-glich die vornehmsten der weltlichen Griechen, diein den Diensten des Grcßsultans stehen, die Wahlund die Metropoliten regieren, auch der Großvezierdas meiste dabey zu sagen hat. Der Metropolitensind gemeiniglich zwölfe, der von Heraclea, vonDerkan,Selybria oder Selymbria. Adrianopel,Philippopolis, Thessalonich Ryzicus, oder Ly-zicus, L7i.ea, Nicomedia, Lhalcedon, proi-connesus oder proconnesus, prusa. Es sindaber auch zuweilen sechse, sieben, oder achte genung,diese wehlen durch die mehresten Stimmen der Pa-triarchen, geben aber unter der Hand dem Großve-zicr Nachricht, auf wen die Mahl fallen würde, da-mit sie dessen Genehmhaltung voraus haben, und dieBestätigung desto gewisser erhalten. Den Erwchl-ten führen sie zu Wasser nach dem Serrail, wenneben Divan gehalten wird, und stellen ihn dem Sul-tan, oder wenn er wie gewöhnlich, nicht zugegen ist,dem Großvezier vor, der ihm den Caftan, ein weißseidenes Ehrenkleid mit güldnen Blumen, und einweißes Pferd schenket, inglcichen einen Stab miteinem elfenbeinern runden Knopfe, dergleichen auchandere Türkische Vefehlhabcr, ob wol von etwas an-derer Art, führen, mit diesen Worten in die Handgiebt: e) Der Sultan vertrauet deiner Vor-sorge au, sein Griechisches Volk, so alle seineUnterthanen sind, und setzet dich zum -Haupteihres Geseyes, sey n eu und halte das Volk zurTreue an, gegen seinen Herrn. Welches derneucrwehlte Patriarch, indem er dem Großvezierdie Hand küsset und den Reck ergreift, angelobet,sich hernach innerhalb des Serails, welches ein be-sonderes Vorrecht seyn soll, zu Pferde sezet, und voneinigen Janitscharen deren Befehlshabern nnd ei-nigen Geistlichen, nach der ordentlichen Wohnungdes Patriarchen durch die Stadt gesühnt wird, da-hin die Erzdischöfe zu Wasser voran gehen. Ander Pforte der Mauer, welche um die Patriarchal-kirche und den Hof gehet, wird der Patriarche vonden Erzbischöfen und der übrigen Geistlichkeit em-pfangen, und wenn er abgestiegen und in den näch-sten Zimmern des Patriarchats, wo die Schreiberwohnen, den Caftan abgeleget, in seiner gewöhnli-chen Kleidung in die Kirchen gcführet, unter derAbsingung einiger Psalmen und Gesänge, auf demPatriarchal-Thron gesezct, und ihm von dem Erz-bischofe zu Heraclea der Patriarchalsiab mit diesemWorten übergeben: Nun hin den Hirrenstabund weide Christi Volk in Heiligkeit und Ge-rechtigkeit. Hierauf küsset ihm der Erzbischcf die
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e) IOLK1 p. 46. leg. 67.
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