Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

I. Cap. von der griechischen Kirche.

19

So hat sich auch der Orten Gelegenheit gefunden,das Christenthum auszubreiten. Denn auf hier-nächst erfolgte Eommunication an den dirigirendenSenat, hat selbiger alles begehrte bewilliget, undden Lernenden jährlich eben so viel zugestanden, alsdie in den Garnisonen liegende Soldatenkinder, sozur Schule kommen, erhalten, und das Quantumdazu auf die Einkünfte des Astrakantschen Gouver-nements aßlgniret. Man hat also Hofnung ge-macht, daß diese neue Schule, nicht nur zu eich?tiger Übersetzung der Calmuckischen Sprache, son-dern auch hauptsächlich zu mehrerer Fortpflanzungdes göttlichen Wortes, ein nicht geringes beytra-gen werde, r)

Im Jahr 17g;. solte vermöge einer, an alleErzbischöfe, Bischöfe, Archtmandriten und andereGeistliche der Rußisischen Monarchie, crgangcnenVerordnung, im Merz, eine Versamlung der Geist-lichkeit in der Hauptstadt Moscau gehalten werden,darin allerhand Veränderungen, msonderheit dieAbschaffung, aller in der griechischen Kirche ringe-schlichencn Mißbrauche, solte vorgenommen wer,den. -) Nach diesem ist man weiter fortgefahren,den innern Zustand des Rußischen Reichs, durchgute Einrichtung in bessern Stand zu setzen, dahinauch i7gz. die grosse nach Bamrscharka abgesen-detc Gesandschaft gelehrter Männer gehöret, welcheals ganz etwas außerordentlich grosses anzusehenist.jr) Man hat sich bemühet, die unter den Bas-kirischcn TarrakN ueuangelegte Stadt OteitbtttF,und die dahingesetzre Teutsche Gemeine, immer bes-ser und besser anzubauen Weil auch die dort her-um wohnenden Tarrarn alle Arabisch verstehen, scsind bereits einige Neue Testamente in ArabischerSprache dahin abgeschickt, und unter die Leute aus-getheilet worden, wie denn diese sonst babarischcVölker eine grosse Begierde darnach be engen sollen.Sonderlich aber haben sich Ihre Rußische Ma-jestät nicht umsonst angelegen senn lassen, neue An-stalten zu besserer Erziehung der Jugend zu machen,da sie wohl gesehen haben, wie viel an diesem Mit-tel gelegen sey, wenn man diejenigen Absichten beyder grossen Nation erreichen woltc, die der grosseEzaar perer im Sinne gehabt. «>) Endlich ist manauch mit der Erbauung einer Lutherischen Kirche,für das EadettencorpS, und dem Rußischen Bibel-drucke emsig fortgefahren, obgleich der letztere durchden Tod des wohlverdienten und gelehrten Erzbi-schofs von Novogrod in etwas gehemmet worden, x)

r) Europäische k-imr,;40. Theil 1752. x. zzz.5) Eben dieselbe ,59. Theil p. yz r.r) Gelehrte Zeitungen >?;?- ?- 777-u) Neue Europäische kam» 21. L. »7)7- x. 78».x) Eben daselbst x. 7S3.

Es ist nemlich zu wissen, daß die Russen in Rußi-scher Sprache, noch keine ganze Bibel haben, ob-gleich der Verfasser des veränderten Rußlandesund andere, solche gedruckt zu seyn, vorgeben.Die Bibel so die Russen haben, ist in SclavonischerSprache in Polen gedruckt, zur Zeit LonstaminiHerzogs zu Ostrogh im Jahre 1581. auf derenTitelblatt wird erwehnt des Originals und verbes-serten Exemplars, so in dem Orte verwahret wor-den, seit der Zeit aber, da die Stadt so ofte durchdie Polen und Tartarn ausgeplündert worden, istweder ein Griechisch.noch ein Sclavonisch Manu«script übrig geblieben, woher Lonstanrini Editionder Bibel zuerst sol seyn genommen, und mit wel-cher die Edition zu Moseau durch Alepius Mi-chaelowirsch im Jahre i66z. soll senn verglichenworden. Dies sind nun alle die Lckitionc; in dieserSprache, es halt aber schwer, auch nur eine einzigebey Privatpersonen zu finden, sie wird auch nichtleichte unter ;. Pfund Sterlings, oder fünfundzwanzig Reichsthaler, verkauft. Le Long irret, daer von einer Rußischen Übersetzung der Bibel redet,so zu Amsterdam im Jahre 1698 gedruckt worden,und zu Mostau 1702. durch Hülfe des Herrn Er-nefti Glücks, eines Liefländischen Priesters, dennoieser Herr hat nur einen Anfang gemacht, mitHülfeeines Rußischen Popens, das Neue Testament inoas Rußische zu übersetzen. Eben dieses Manu-script gieng nebst seinen andern Gütern zu Grunde,As der General Lzeremetof die Stadt Marieri-ourg mit Sturm einnahm, woselbst er lebte, undward als ein Gefangener nach Moscau im Jahre1704. weggeführet, wie ihm dieses zum Glücke undder Rußischen Kirche zum besten gereichet, ist zu An-fange des l8- Jahrhunderts gemeldet worden. Die-se Nachricht von seinem Vorhaben und Unglück istdurch den gelehrten Herrn Baron von Huyffenin die /iäla lAplienlia eingerücket worden, so wie eres aus des Herrn Glücks eigenem Munde vernom-men hat. Gedachter Herr Baron hat auch an denHerrn Lonsttt folgendes unter andern in einemBriefe vom 12. September 1728- gemeldet.DasHerzogthum Ostrogh liegt in Volhinien, es heistin allen Eharten und Büchern Ostrogh oderOstroae, dessen Herzog Lonstanrin, der im sech-zehenden Jahrhundert nebst seinen Unterthanendem Griechischen Glauben zugethan war, seinenSiz zu Ostrogh hatte, wo er geboren war, uirdließ daselbst iztzi. die.Bibel drucken, nachwel-chem Exemplare i66g. AlexiusMichaelswirschdie Sclgvonische Bibel nachdrucken > ließ. Alsofindet man nur zwey Exemplare, der Sclavoni-»,scheu Rußischen, Ostroghischen und Moscovischen.Bibel, sie sollen mit, her Polnischen unh BöhnmEs ' .schen