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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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III. Fortsetzung von 1741. bis 1745.

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Alter auf 78. Jahr gebracht, und den Purpur et-was über 14. Jahre getragen. Seine Gesichts-bildung gab zwar weder etwas hohes, noch redlicheszu erkennenallein sein Leben hat mit der That be-wiesen, daß man die Menschen nicht allezeit nachdieser Bildung zu beurtheilen habe. Gewissere Zeu-gen seiner gutenEigenschaften sind dessen Schriften, b)

1. k.aver»Oüet» äiLrilla äimolkrakräi teer! eäräcigml,welche Jos. Richino Malatesia zu Mcyland 1719. mitAnmerkungen herausgegeben. Das Buch war widerzwey Schriften eines Reformirtrn, Nahmens JacobPicenniuS gerichtet.

L. LoUogu'l!» Ilieolo^icn-polemlcr 1727.

Z. Oe eligenär »nrcr äilkenüvnre; Lbiilklino? lencenrla1754. wider den berühmten Clericum in Holland.

4. Verirr; religioni; Llrriüirn» L« likrorum, guiku; in-niricur, conrrr ^.rkeo;, kol^rlieoz, laololrcrr;,ineärno;, Lc lull-eor tlemonÜr«» IN 4tv 7. Bände, '7Z5-und im folgend. Jahre.

Ikeoloxir Lclurlrkico - Oogmrrlcr iuxrr menrem I).

4to 6 Bände, Bologna >728. »729. Un>ter seinen Handschriften hat man eine Erläuterung derersten 5. Capitel des ersten Buchs Mosis gefunden.Ein mehrers von ihm meldet der P. Lhsmaa Augu.ziu» Richini in dem Lebe» ves Carsinalg Gotki,das zu Rom 1742. in 8. Lateinisch heraus gekommen.

ANVKLA8 HLKLVH8 vl> kl.LU8.V

gcb.denr2.Ju4.l6tZ. Cardinal den er. Sept. 1726. starbden 29. Jan. 174;.

So gros dieser Cardinal in der Welt geworden,so gering ist sein Anfang gewesen. Man weiß we-nig von seinem Geschlecht und Herkommen zu erzeh-len. Daher auch selber sein Vaterland ungewiß blei-bet. Doch soll er würklich aus einem Adelichcn Ge-schlecht entsprossen seyn. Daß er von Jugend aufnach Art der französischen Prälaten, dem studierenobgelegen, bey den Jesuiten in die Schule gegangen,und auf einer Universität gewesen, ist wohl ausserZweifel. Wodurch er aber die Gunst des alten Her-zogs und Marschalls von Villeroy erlangt, der denGrund zu seinem Glück gelegt, und ihn bey Hofe be-kant gemacht, kan man nicht sagen. So viel ist ge-wiß, daß er durch Vorschub dieses grossen Patronsnicht nur die Abtey Tournus, sondern auch im Jahr1699. da er schon4§. Jahr alt gewesen, das ViSthumFrejus bekommen. In einer gewissen Schrift, dieaber aus einer feindseligen Feder geflossen, hat manihm vorgcworssen, er sey sehr schlecht erzogen, undhabe noch vielweniger etwas rechtschaffenes gelernetgehabt: Er habe sich nur in seiner Jugend daraufgelegt, womit sich ein junger Student beym Frauen-zimmer beliebt machen kan. Durch des Frauen-zimmers Schutz und Vorspruch sey er nach und nachaus der Dunkelheit entrissen worden, zu welcher er

d) Genealogischhistorische Nachrichten lV. x. ,55.Leipziger gelehrte Zeitungen 174;. p. 147.

nicht sowol durch seine niedrige Geburt, als auchdurch seinen schlechten Verstand verdammt gewesenu. s. w. Doch wie der Cardinal das letzte, durch dieweise Führung derallerwichtigsten Staatsgeschäftezur Gnüge widerleget hat; also wird jener Verfasserauch mit den übrigen Beschuldigungen wenig Glau-ben verdienen; es wäre denn, daß man auch denSchriftsteller vor glaubwürdig hielt, der vor kurzen diealten Beschuldigungen von der Zärtlichkeit des Ear-dinals gegen das Frauenzimmer wieder aufgewärmetund fortgesetzet hat. Genug unser Flcury wurdeden 22. Novembr. 1699. zum Vischoffe von Frejusgeweyhct.

So abgelegen auch dieses BiSthum war, so flech-sig lies sich doch der neue Bischof zu Paris sehen, umbey Hofe sein Glück zu machen. Aber es hies beyihm: Vulc cxpeäkari. Er wartete zwar den Leuten,die bey Hofe etwas galten, fleißig auf: er übte sich mden StaatS-und andern Wissenschaften: er hielt beyaller Gelegenheit die Parthey des Hofes: dem ohn-geachtet weite sich keine Gelegenheit zeigen, bey Ho-fe in Dienste zu kommen, als der alte völlig sichdurch den Tod genöthiget sahe, sein weitläusrigesReich in die Hände eines Lindes zu geben, das einenInformator brauchte. An dem Bischof von Frejushatte man bisher ein stilles und leutseliges Wesen nebsteinem besondern Schein der Heiligkeit wahrgenom-men, und daher gcurrheilet, er schicke sich zu nichtsbesser, als Minder zu unterrichten. Der Marschallvon Villeroy schlug ihn also dem todlkrancken Kö-nige zum Informator des kleinen Dauphins vor.Der König lies sich solches gefallen, und setzte so gleichseinem bereits abgefaßten Testament diese Worte, alsein Codicill bey. „Jchjcrnenne zum Informator bey„dem Dauphin den Herrn von Flcury Bischosten„von Frejus, und zum Beichtvater den ?. lc lelller,den 2g.Aug. 1715.

Der König starb neun Tage darauf. Der Bi«schofvon Frejus, der sein ViSthum resigniret hatte,und darum der alte Bischof von Frejus gencnnetward, wüste den Mantel nachdem Winde zu hengen;er schmeichelte dem Regenten auf alle Art und Wei-se, und verdarb es bey den damaligen Kirchenstrei-tigkeiten mit keiner von beyden Partheyen, so daßkein Mensch seine wahre Gesinnung davon erfahren,oder ihn bey dem Pabst, oder der Gegenparthey teS-halben anschwärtzcn können. Er trat sein Praccpler-amt A. 1717. da der junge König das siebende Jahrseines Alters zurückgelegt, mit vollkommener Zufrie-denheit des Hofes an, dabey sein alter Patron, derMarschall von Villeroi die Stolle eines Otcrhofmei-sters bekleidete. Er wüste gut nur dem jungen Kö-nig umzugehen, uud brachte ihm die Hauprstücke der