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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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III. Fortsetzung von 1741. bis »745«

jährlich 102. Thaler, daß sie an seiner Stelle solcheArbeit verrichteten. Mit des Honigs Tode, starbihm die Königliche Gnade nicht ab, sondern wurdevielmehr von des letzt regierenden Königs Majestätununterbrochen fortgesetzt und gar ansehnlich ver-mehret. Verschiedene seiner Predigten wurden infranzösischer Sprache übersetzt. Diese Hochachtunghörte auch im Tode nicht auf. Er starb zu Schö-nenwalde einem dem Herrn von Rosey bey Berlingelegenen Landgutcden ur Aug 1741. an einerhef-rigcn Eolick und sehr schmerzhaften Umständen.Der Herr Graf Manteufel sorgte nebst dem Herrnvon Rosey für ein anständiges Grabmal. DesHerrn Graf von Mantenfcls vortrcflichc Feder priesin dem, einer französischen übersetzten SammlungPredigten vorgesetzten Vorbcricht, die Eigenschaftendes grossen Re,nbecks y) der Nachwelt, als dasvol-kommenste Muster eines 'grossen Gottcsgclehrten,an. Eben dieser Herr Graf besorgte die Samlungkleiner Reinbeckischen Schriften, dabey sich eineMenge geschickter Federn gleichsam vereinigt hatten,ibr Lob zu verschwenden, r) Der Herr PastorWagner zu Hamburg setzte seinem Reinbeck zu Eh.ren ein Denkmal, welches sowol dem fünften Theilder Betrachtungen über die Augspurgische Eonfeßion,wie sie Herr Can; fortsetzet, als vorhin gedachten klei-nen Reinbecktsthcn Schriften vorgesetzet wor,den. a) Die 8c>ciek2, Alcroplulorum zu Weissenfelsbegieng sein Andenken mit einer öffentlichen Lobrede.Der erlauchte Stifter dieser Gesellschaft war auf ei-nen Schaupfennig bedacht, der das Andenken un-sers Reinbecks verewigen solte. Allein die Durch-lauchtigste Herzogin zu Sachsen Getha kam ihm zu-vor, und liessen auf Dero Kosten eine dergleichenMünze auf dem sel. Reinbeck in Gold und Silberprägen, b)

Bey aller der Hochachtung muste Reinbeck, sosanftmüthig und gelassen er sonst war, sein Leben, undbesonders die letzten Jahre in Streit zubringen. Erwar gleich in seinen ersten Amtsjahren in muntererWächter, im Hausse GOtteS, und führte dessen Krie-ge wider einen Democriruni, Römling, Thornasium, Sturm u. a m. mit fast allgemeinen Beyfall.Mein als er in die bekanten Wolffischen Streitigkei-ten gezogen ward, bekam er zu viel Gegner aufcinmal,und muste sowol öffentlich, als heimlich nicht geringeBeschuldigungen wider sich ausstosscn lassen. Wir

v) dlouvein Kecuell «le gusrre 8ermonr proaoncer äe>>1r. Keinkcck 1741.

r) Nachrichten von den neuesten Büchern und SchriftenD II. ?. 69;.

a) Nachrichten von den neuesten theologischen Tüchern

DU. p. 492.704.696.

>») Eben daselbst x. 7-4.

haben diese Streitigkeiten eben, wie da«, was zwi« ,sehen dem Werthcimischcn Bibel Übersetzer und »hin ^vorgegangen, an seinem Orte, schon vormals erzeh- Flct. c) Die Hauptvcrtheidigung seiner hicbey be- »zeigten Aufführung hat der Herr Senior Wagner in 1dem gedachten Denkmal glücklich übernommen, und >zugleich gar vieles mit angemerket, so die Nachwelt 'von den grossen Eigenschaften seines Reinbecks über»führen kan. Noch schöner hat die Feder des HerrnGrafen von Manteufel den Eharactcr dieses Got-teSgelchrten geschildert, davon man auch in andern !Blättern einen merkwürdigen Auszug, oder alles le- !sen kan. <I)

Wir müssen noch einiger Merkwürdigkeiten ge-denken, ehe wir sein Leben beschließen. Er nahm !den GradumDoctorisAo. 1758- zu Königsberg aufKöniglichen Befehl an, doch abwesend, und ohne eineDissertation desfals herauszugeben. Sowohl dieKönigin, als die damalige Eronprincesiin nahmen ^ihn 17Z9. zu ihrem Beichtvater an. AlsIhroietztregierende Majestät den Evangelischluthcrischcn denfreyen Gebrauch der Kirchenccremonien wieder er-laubten, und ciii Bedenken dcöfalls zu Berlin zumVorschein kam, darinne angerathen wurde, sich nunaus christlicher Freyheit derselben zu enthalten, undes bey der einmal auf Befehl des vorigen Königsvorgenommenen Veränderung bewenden zu lassen,hielt man ihn vor den Verfasser dcsselbigen.

Diejenigen, welche seine Schriften gelesen, müs-sen gestehen, daß cS sehr helle und ausgeräumt inseinem Kopf gewesen seyn müsse. Er dachte gründ-lich, und hatte die Gabe mit wenigen vierund das sodeutlich zu sagen, als zchcn andere mit der gröstenWortvcrschwendung kaum zu thun vermögend sind.Leute, welche dessen häusig herausgegebene Predig-ten nicht nach diesen Gaben schätzen, das Schöne sei-ner Beredsamkeit in andern Dingen suchen,und ihnnachahmen wollen, ohne so kurz, so gründlich, sodeutlich, so natürlich, als er, zu reden, werden abge-schmackt, und verfallen auf eine trockene, pedantische,blos philosophische, und matte Beredsamkeit. SeineSchriften waren keine Angst und Schwcißgeburten.

So oft er sich von seinen Geschäften losgerissen»und der Welt durch Schriften nützlich zu seyn ge-dachte, gieng er zu seinem Verleger, und-liölirte dem-selben seine Gedanken, wie sie ihm daselbst bey sei-ner Gabe ordentlich zu denken, beyfielen, in die Fe-der. e)

Er präsentirte eine gar ansehnliche Person. Er

war

c) S. in diesem Theil p. 441 - . „

6 ) Zuverläßige Nachrichten I'. Hl. p. 64. leg. DieDor-rede zu Reinbecks nachgelassenen kleinen Schriften-e) Arinbeckö nachgelassene kleine Schriften 44-