I. Eap. von den Evang. Luth. Lehrern.
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war freundlich, aufrichtig, gesprächig, leutselig, mit-leidig, und wohlthätig, daher wurde er in dem Um-gänge allen allerley. Er besaß ein groSmüthigesHerz, und die Sanftmuth war ihm dabey so natür-lich, daß ihn auch die bittersten Feindseligkeiten, soihm seine Gegner und Neider erwiesen, aus seinergewöhnlichen Gleichgültigkeit zu setzen nicht vermoch-ten. Als er einmals erzehlete, was ihn bis die Stun-de vor mannigfaltiger Tort von einigen in denPreußischen Landen selbst, wegen der WölfischenPhilosophie geschehen sey, und ein vornehmer Mannaus der Gesellschaft sagte: dem Uebel könne er jaleicht abhelfen: er dürfe sich nur bey dem König dar-über beschweren, so würde dergleichen Leuten dasHandwerk bald so gelegt werden, daß sich anderedaran spiegeln könten, antwortete er: Das könreich freylich leicht thun, und erhalten. Aberdas sey ferne von mir. wir Gelehrtenmüssen auch grosse Herren „iu-r in unstre Han-del mischen, noch unsere Streitigkeiten durchMachrsorüche entscheiden lassen. Das würdemir der Zeit in der gelehrten Welt, und in derRirche G(Ortes Schaden thun. Ich will lieberfür meine Person leiden rc. 5 )
Er hatte sich Anno 1710. mit Jungfer Nym-phen Elisabeth Scorrin, eines Churfürst!.Vraunschweiglüneburgischen Leibmedici Tochter ver-hcyrathet, und mit ihr i r. Kinder erzeuget, deren4. in die Ewigkeit voran gegangen. Vier Söhneund vier Töchter überlebten nebst der Mutter einenso theuren Vater und Ehemann, g) Wie er unterandern schönen Wissenschaften auch die Music sehrliebte, und so viel davon verstund, daß er im Stan-de war, in dem grösten Concert selbst mitzuspielen:also lies er seine acht Kinder sämtlich in der Musicunterrichten, und hatte daher das Vergnügen, sooft es ihm beliebte, einem sehr angenehmen Concertbeyzuwohnen, ohne daß er deswegen aus dem Hausegehn durfte. Die Laute spielt er selbst vollkommenwohl; als er aber merkte, daß seine Neigung zu der-selben etwas zu stark sey, so'unterließ er diese Übungvöllig, und schaffe seine schöne Laute hinweg, damit ersich selbst die Gelegenheit benehmen möchte, daraufzu spielen, b)
Sein groSmüthiges und liebreiches Herz erlaubteihm nicht, genau hauszuhalten oderNothleidende ohneWohlthaten von sich zu lassen, und man kau sein Exem-pel wider diejenigen mit Ruhm anführen, welche demgeistlichen Stande so gern die Kargheit, als ein all-
s) Nachrichten von cheol. Büchern D. H. p. 47 °.x) dlouvLLN lournU lirerUre ä' 's. t-,
k) Zuverlaßige Nachrichten 1 *. lU- p- 7Z.lll. Theil.
gemeines Laster aufbürden wollen. Weil sich nunsein zahlreiches Haus bey diesen Umständen keinewichtige Erbschaft zu versprechen hatte, so befahl crsolches bey seinem Abschiede der Gnade GOttes unddes Königes mit folgenden Worten, an die umstehendevornehme Freunde. „Sie möchten Ihre» Mast,„stär dein Röntge, und beyderseits Röiügiu-„nen Mas. Maj. seine in unverbrüchlicher„Treue in der Todesstunde abgelegte allergc,„horsamste Danksagung hinterbringen, und„für die lhm so vielfältig erzeigte unverdiente„höchste Gnade seine allerunrerrhänigste Er-„k' iittrchkelt abstatten. Erhoffe zu GOrr, der-„selbe würde ste mir reichen Seegen überschüt-ten; und hegte das uncerthanigste Zutrauen,„Höchstdieselben würben ein allergnädigstes„Wohlwollen für seine zu hinterlassende Wirt-„we, und zahlreiche Rinder beybehalten. Er„hätte die ganze Zeit seines Amrs gesucht, die„Rieche GOrres zubauen; hätte aber dadurch„an fein eigenes Haus zu gedenken verabsäu-„mer. Er überlasse die Seinigen der göttlichenVorsehung, welcher ste sich würdig zu machentrachten müsten. i)
Unter seinen Schriften verdienen besonders an-gemerket zu werden:
1. 'l'rsKarlo Ikenlogica äs reflemklone per wel-
che nicht so wohl Dippeln, als dem Otto Christ. Da-mms, Superintendenten zu Elrich, entgegen ge-setzt seyn soll >7'--. Die Abhandlung ist aus seinervorher gehaltenen Disputation entstanden: auch her-nach ins deutsche übersetzt Jena 1740. in 8-
2. Unterricht von nöthiger Prüfung der Geister 1715.in 4.
z. Von der Natur des Ehestandes und Verwerflichkeitdes Concubinats wider Christ. Thomastum Berlin17 t;. in 4-
4. Nochmaliger Beweiß wider Thomastum r/i;in 4.
5. Freywillige Hebopfer von allerhand in die Theologielaufenden Materien znm Dienst des HciligthumsBerlin 1715. in 8. 48- Stück. Der sei. Reinbeckhat sich zwar auf dem Titul nicht genennet, aberdoch das Werk angefangen, tirigiret, und das mei-ste darinne selber ausgearbeitet.
6. Wohlgemeynt« Vorstellung an Herrn L- C. SturmBerlin t?>6.
7. Betrachtungen über die in der Angspurgifchen Con-feßion enthaltene, und damit verknüpfte göttlicheWahrheiten. Der erste Theil 1751. der zweyte 171z.Der dritte 17;-. Der vierte und letzte 1741. Nachseinem Tode haben es Canz und Ahlwardt bekanter-
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t) äkks kkistor. Lccles. D. VI. p. 85. Mosers iLericoiijetzt lebender Theologen p. 8zo. Neubauers Fortsetzungdesselben'p. -07. dlouveau Uuersire ä'^IIsmLgliö
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